Echternach erfasst die Besucherzahlen der Stadt mit Sensortechnologie

Wirtschaft und Stadtentwicklung : Besucherströme mit moderner Technologie erfassen

Für Touristiker ist das Erfassen von Besucherzahlen eine wichtige Herausforderung – im luxemburgischen Echternach soll nun die Technik helfen.

(red) Wie viele Menschen besuchen eine Stadt im Jahr, im Monat, in der Woche oder genau in diesem Moment? Eine elementare Frage, um sich den Herausforderungen einer erfolgreichen Stadtentwicklung zu stellen. Echternach, die älteste Stadt Luxemburgs, bedient sich bei der Antwort auf diese Frage modernster Technologie. Bürgermeister Yves Wengler: „Seit Mai 2019 messen wir mit sogenannten

People Countern die Zahl der Gäste im Stadtzentrum, um ein genaues Bild der Besucherströme zu erhalten. Insbesondere im Hinblick auf die geplanten Infrastrukturarbeiten in der Stadt eine wertvolle Information.“

Und das Besuchervolumen hatte auch der Bürgermeister so nicht erwartet: „Von Mai bis Ende des Jahres werden sich über eine halbe Million Menschen im historischen Zentrum Echternachs aufgehalten haben“, sagt er. Im Mai 2019 wurde das erste Gerät in der Rue de la Gare/Halergaass installiert und im Juli folgte ein Zweites in der Rue du Pont. Betrachtet man die Zeit zwischen Juli bis Oktober 2019 so besuchten durchschnittlich 2♦568 Besucher die Stadt pro Tag. „Am 3. August fand auf dem Marktplatz die dritte Edition der Steampunk-Convention statt und im Park der Nachtflohmarkt – an diesem Tag wurden insgesamt 7♦196 Besucher an beiden People Countern gezählt,“ sagt Wengler.

Die bisher vor allem an Flughäfen installierte Technologie ist in der Anwendung in Städten völlig neu. Die innovative Idee aber entstand vor Ort: „Das Unternehmen IEE S.A. ist in der Echternacher Industriezone ansässig und so entstand das Pilotprojekt ‚People Counter Echternach’,“ sagt Wengler.

Als Gründe für den Anstieg des Besuchervolumens nennt Yves Wengler eine Reihe von Gründen: Mit der Anfang 2019 eingeführten neuen Corporate Identity – also eines einheitlichen Stadtauftritts – werde der Name Echternach als Marke gestärkt und die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Institutionen aus Einzelhandel, Tourismus, Kultur und Wirtschaft gebündelt. So wurde zum Beispiel der Startpunkt des Mullerthal Trails in das Zentrum der Stadt verlegt. Auch die Wiederbelebung des Musikfestivals Echterlive hat einen positiven Einfluss auf das Besuchervolumen. „Wir werden Echternach noch attraktiver machen,“ verspricht Wengler.

„Der Gemeinderat hat viele Bau- und Stadtentwicklungsprojekte in den nächsten Jahren auf der Agenda, auf die sich die Besucher, aber vor allem auch die Bewohner der Stadt freuen können. Wir bleiben eng Stad a Bewegung.“

Mit der neuen Datenlage wird man neben den Bau- und Stadtentwicklungsprojekten auch die Verkehrslenkung und das Parkraumkonzept überarbeiten. Und die Entwicklung eines einheitlichen Wegeführungs- und Beschilderungskonzeptes werden gemeinsam mit der Erarbeitung eines „Leitfadens Stadtbild“ dazu beitragen, dass sich die über eine halbe Million Menschen auch zukünftig in der ältesten Stadt Luxemburgs wohlfühlen.

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