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Ehemaliger Dekanatsreferent leitet die Prümer Tafel

Ehemaliger Dekanatsreferent leitet die Prümer Tafel

Seit fast vier Jahren unterstützt die Prümer Tafel in Trägerschaft des Caritasverbands Westeifel bedürftige Menschen, darunter 135 Kinder, mit Lebensmitteln. Im November übernahm Manfred Sohns die Leitung von Markus Zilles.

Prüm. Den meisten Menschen in der Eifel geht es vergleichsweise gut, die Arbeitslosenzahl ist niedrig. Dennoch leben nicht alle in finanziell stabilen Verhältnissen. Das zeigen die Erfahrungen des Caritasverbands Westeifel mit der Prümer Tafel, die jede Woche Lebensmittel an Bedürftige ausgibt.
Die Tafel wurde im Februar 2008 in der Prümer Tiergartenstraße 31 eingerichtet (der TV berichtete).
"Jeden Freitag ist Ausgabe von 11 bis 13 Uhr", sagt Manfred Sohns, der am 1. November die Koordination der Tafel von seinem Vorgänger Markus Zilles übernahm. "Dann schleusen wir 100 Personen durch, die für rund 300 weitere Leute Lebensmittel in Empfang nehmen." Unter den insgesamt 400 Menschen, die im Altkreis Prüm Anspruch auf diese Unterstützung haben, seien 135 Kinder. Die Besucher der Tafel haben eine Ausweisnummer, die sie berechtigt, einmal pro Woche zum symbolischen Preis von einem Euro Lebensmittel zu kaufen, die zu diesem Zweck gespendet worden sind. Sie stehen an für Brot, Obst, Gemüse und, sofern vorhanden, ein Päckchen Teigwaren, ein paar Eier oder auch Tiefkühlkost. Unter ihnen sind Mütter mit kleinen Kindern, ältere Frauen und Männer, Migranten genauso wie Einheimische.
Viele kommen aus purer Not


Nicht jeder darf sich einfach in die Reihe stellen. Die Betroffenen, sagt Sohns, "müssen halbjährlich einen Einkommensnachweis vorlegen und erhalten dann einen Berechtigungsschein".
Die Lebensgeschichten, denen die Ehrenamtlichen der Tafel begegnen, sind oft traurig. Sohns zählt auf: "Mütter von zwei, drei Kindern, die vom Mann verlassen wurden, eine 60-jährige Frau, die nach dem Tod ihres Ehemannes kaum ein Auskommen hat, eine Rentnerin, die ihr Leben lang gearbeitet hat und nun mit einer kleinen Rente auskommen muss, ein 50-jähriger Arbeitsloser, den niemand mehr einstellen will.
Viele kommen aus purer Not und mit viel Scham". Hinter jeder Nummer stehe ein Schicksal, und nicht jeder sei ein Sozialschmarotzer, sagt Sohns, der fast 40 Jahre lang Referent des Dekanats St. Willibrord und auch entscheidend an der Einrichtung der Tafel beteiligt war: "Es gibt Menschen, bei denen reichen zwei oder sogar drei Jobs nicht, um ein Auskommen zu haben."
Die Prümer Tafel ist auch ein Treffpunkt für Menschen, die kaum oder sehr wenige soziale Kontakte haben.
"Viele kommen auch lange, bevor sie mit ihrer Nummer an der Reihe sind; einfach um sich zu unterhalten", sagt eine Mitarbeiterin der Tafel und ergänzt: "Man muss gar nicht weit gehen, um auf Armut zu stoßen. Das gibt es auch hier vor der Haustür." In den Räumen der Tafel ist auch eine Filiale der Kleiderkammer des Roten Kreuzes untergebracht. Besonders begehrt ist gut erhaltene Kinderkeidung.
Derzeit engagieren sich in den Bereichen der Tafel 50 ehrenamtliche Mitarbeiter. Jeder, so bescheinigt es ihnen Manfred Sohns, bemühe sich darum, den Menschen zu helfen und ihnen ihre Würde zu erhalten. fpl
Extra

"Jeder gibt, was er kann" war kürzlich zum Erntedank eine erfolgreiche Aktion in den Gemeinden und Dörfern. Die Lebensmittel, die ausgegeben werden, sind Spenden von Supermärkten, weiteren Geschäften, Privatleuten, Vereinen und Firmen. Wer in der Tafel ehrenamtlich mitarbeiten will und wer spenden will, oder sich als Fördermitglied finanziell engagieren will, kann sich jeden Freitag direkt an die Mitarbeiter wenden. Telefon: 06551/960402. fpl