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Ehrenbürger von Prüm: Franz-Josef Faas

Erinnerung an einen Ehrenbürger : Der Prümer Jahrhundertmann Franz-Josef Faas

Am 26. November wäre er 100 Jahre alt geworden. Zum runden Geburtstag des 2017 gestorbenen Lehrers, Historikers und Prümer Museumsgründers Franz-Josef Faas, erzählen wir seine Geschichte.

Franz-Josef Faas hätte, so muss vermutet werden, sogar zu den Staubkörnchen im Museum Prüm noch erzählen können, was für eine Geschichte hinter ihnen steckt. Und zwar hinter jedem einzelnen der Exponate, sowieso, vom unscheinbaren bis zum raumgreifenden, die sich dort auf vier Etagen befinden.

Faas, der im September 2017 im Alter von gesegneten 94 Jahren gestorbene Prümer Ehrenbürger, hatte viele Verdienste. Was selten gewürdigt wurde, waren seine beruflichen und menschlichen Qualitäten: Denn er war auch ein Lehrer, bei dem viele gern im Unterricht – Deutsch, Erdkunde und vor allem Geschichte – saßen. Faas schaffte eine Atmosphäre, in der sich niemand zu fürchten brauchte und stattdessen immer wieder gelacht werden durfte. Was ja auch in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts noch nicht überall und nicht bei jeder Lehrperson eine Selbstverständlichkeit war.

Am 26. November wäre Faas 100 Jahre alt geworden

Höllisch aufpassen musste man trotzdem: Geschichte spielte sich bei ihm meist in anekdotischer Weise ab, das Wichtige kam oft im Nebensatz. Und wer zum Daten-Bimsen dort war, der saß falsch.

Vor 100 Jahren wurde er geboren, am 26. November 1922 in Waxweiler. Seine einzige lebende Nachfolgerin in Ehrenbürgerinnen-Würden, Monika Rolef, hat uns dankenswerterweise darauf hingewiesen.

Deshalb erinnern wir heute an den Mann, der in seinem Heimatdorf zur Volksschule ging und dann zum Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier wechselte. Nach Krieg und Gefangenschaft studierte er Deutsch, Geschichte und Erdkunde an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz.

 Keine Berührungsängste mit dem Populären: Franz-Josef Faas zeigt 2009 Barbiepuppen im Museum.  Foto: Lothar Kolling
Keine Berührungsängste mit dem Populären: Franz-Josef Faas zeigt 2009 Barbiepuppen im Museum. Foto: Lothar Kolling Foto: Lothar Kolling (lk)

Im April 1954 trat er am Regino-Gymnasium Prüm seinen Lehrerdienst an, viele Jahre war er dort auch stellvertretender Schulleiter. 1955 zählte er zu den Gründern des Volksbildungswerks Prüm, aus dem später die Volkshochschule wurde.

1966 begann er mit dem Aufbau des Museums Prüm: Die Stadt feierte damals das 950. Jubiläum der Verleihung des Marktrechts. Und Faas zeigte im Rathaus eine kleine Sammlung historischer Exponate. Heute ist die Sammlung ein bisschen größer: Mehr als 12.000 Stücke zählt das Museum im Gebäude der Verbandsgemeinde-Verwaltung.

Ehrenbürger von Prüm seit 1988

1987 ging der Lehrer in den Ruhestand, 2011 der Gründer und Leiter des Museums. Franz-Josef Faas erhielt 1975 das Bundesverdienstkreuz, wurde 1988 zum Ehrenbürger der Stadt Prüm ernannt, außerdem erhielt er, ebenfalls 1988, den Landesverdienstorden und 2003 die Goldene Verdienstnadel des Eifelvereins.

 Juni 2012: Aloysius Söhngen ehrt und verabschiedet den Museumsleiter in den Ruhestand.
Juni 2012: Aloysius Söhngen ehrt und verabschiedet den Museumsleiter in den Ruhestand. Foto: Fritz-Peter Linden

Der Mann, so sagte Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm, bei Faas‘ Verabschiedung 2012, sei schlicht „der Ursprung vieler Dinge in Prüm“. Und er habe niemals Heimattümelei betrieben, sondern „die Dinge immer gezeigt, wie sie waren“. Faas sei „der bis in das kleinste Dorf bekannteste Chronist des Prümer Landes, aber auch die anerkannte Autorität im Kreis der Geschichtsexperten, wo auch immer der Name Prüm fällt.“

Das stimmt auch heute noch. Mit einer Ergänzung, wie Söhngen sagt: „Dass er immer am Thema geblieben ist und immer noch neue Facetten zur Heimatgeschichte gefunden hat. Und er war, auf der anderen Seite, natürlich auch kein bequemer Mann. Seine Meinung konnte er dezidiert vertreten.“ Aber auch das macht einen Ehrenbürger aus.