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Eifekler Genossenschaft legt auf ganzer Linie zu.

Gemeinsam stark, gerade jetzt : Volksbank Eifel wächst in der Krise

Trotz der Corona-Pandemie legt das Genossenschaftsinstitut auf ganzer Linie zu. Die Nachfrage nach Immobilienkrediten steigt deutlich.

(de) Alles ist ein bisschen anders. Statt vor großem Publikum in der Stadthalle begrüßt Aufsichtsratsvorsitzender Dieter Nahrings die Vertreter der Volksbank Eifel per Video. „Vor einem Jahr hätte keiner gedacht, dass es auch 2021 noch nicht möglich sein wird, zusammenzukommen“, sagt Nahrings. Das Coronavirus war und bleibe weiter unkalkulierbar.

So gab es diese Woche zum zweiten Mal nach der Premiere 2020 eine digitale Versammlung für die Vertreter der Volksbank Eifel, um auf das zurückliegende Geschäftsjahr zu blicken, Aufsichtsrat und Vorstand zu entlasten.

Die 35 177 Mitglieder des genossenschaftlichen Instituts werden von 440 Vertretern repräsentiert. Von diesen haben sich 205 die Präsentations-Videos und Erklärungen zum Geschäftsjahr angeschaut und schließlich – erfreulich einstimmig – Vorstand und Aufsichtsrat entlastet.

Zudem wurde beschlossen, den Mitgliedern eine Dividende von 3 Prozent sowie einen Bonus von einem Prozent zu zahlen – was einer Ausschüttung von rund 650 000 Euro entspricht. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass die Mitglieder an der Ertragskraft der Bank partizipieren“, sagt Vorstand Michael Simonis.

2020 stand abermals im Zeichen der Corona-Pandemie. Ein Jahr, das allen viel abverlangt hat. Für die Volksbank Eifel aber ein erfolgreiches Jahr. Keine Selbstverständlichkeit. Schließlich ächzt die Branche weiter unter der anhaltenden Niedrigzinspolitik, steigender Regulatorik und, wie Vorstand Andreas Theis in seiner Ansprache hervorhebt, einem zunehmend enger werdenden Markt.

„Angesichts der wachsenden Zahl der Mitbewerber wird die Luft eng“, sagt Theis, der sich auch vor diesem Hintergrund über die hohe Marktdurchdringung freut. „Etwa jeder zweite Einwohner in unserem Geschäftsgebiet ist Kunde, etwa jeder dritte ist Mitglied unserer Bank“, sagt Simonis. Mit Blick auf das abgelaufene Geschäftsjahr hebt er hervor, dass mit der für Juni geplanten Fertigstellung der neuen Filiale in Gerolstein der vor vier Jahren begonnene Umbau des Filialnetzes abgeschlossen werde. In die Umstrukturierung hat die Bank mehr als drei Millionen Euro investiert.

Im Geschäftsbericht weisen die Genossenschaftler Wachstum auf ganzer Linie aus. So hat die Volksbank Eifel 2020 ihre Bilanzsumme von 1,5 auf 1,6 Milliarden gesteigert.

Die Kundeneinlagen sind 2020 entgegen den prognostizierten Erwartungen um 8,2 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen; die Kundenkredite um 8,9 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. „Im privaten Sektor hat vor allem der Immobilienmarkt für eine hohe Kreditnachfrage gesorgt“, erklären die Vorstände Andreas Theis und Michael Simonis. So hat die Volksbank Eifel im vergangenen Jahr 783 und damit 142 Immobilien mehr finanziert als noch 2019. Zudem hat die Bank 149 Immobilien (plus 27) vermarktet.

Aber nicht alles lief wie erhofft. „Die geplatzte Fusion mit der Raiffeisenbank Irrel  war ein heftiger Schlag ins Kontor“, sagt Theis. Man befände sich aber in „konstruktiven Gesprächen“. Ziel bleibe, den Kunden in der Eifel ein starker Partner zu sein.

Dazu gehört auch eine stabile Eigenkapitaldecke. Auch hier hat die Volksbank zugelegt – und zwar um mehr als zehn Prozent auf 155,3 Millionen Euro. Ein solches Polster braucht die Bank auch, um Unternehmen entsprechend Kredite geben zu können und damit die Rolle als „verlässlicher Partner“ der regionalen Wirtschaft auszufüllen. Simonis erklärt: „Die Eigenkapitaldecke wird immer mehr zum Wettbewerbsfaktor.“