Attacke in Daleiden Geldautomat in der Eifel gesprengt: Polizei sucht dunkles Auto mit auffälligem Sound

Update | Daleiden · Schon wieder haben es Kriminelle auf einen Geldautomaten abgesehen – diesmal knallte es in der Nacht in Daleiden im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Der Schaden ist hoch. Jetzt gibt es neue Informationen zu den Tätern.

 Hier wollten die Unbekannten an den Geldautomaten: Das Haus Islek in Daleiden.

Hier wollten die Unbekannten an den Geldautomaten: Das Haus Islek in Daleiden.

Foto: Herbert Maus

Der nächste Angriff auf einen Geldautomaten in der Region: Diesmal traf es das gemeinsam von der Raiffeisenbank Westeifel und der Kreissparkasse Bitburg-Prüm betriebene Gerät in der Hauptstraße von Daleiden.

Gegen 4 Uhr am Dienstagmorgen, teilt die Polizei Prüm mit, hörten Zeugen mehrere Knallgeräusche aus dem „Haus Islek“, in dem der Automat installiert ist. Auch Ortsbürgermeister Herbert Maus registrierte „einen dumpfen Knall“, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. „Ich hab erst noch gedacht: Wer schießt denn da in der Nacht?“ Aber es waren keine Schüsse, sondern Sprengsätze.

Einiges war in den Stunden danach allerdings noch unklar. Fest stand am Morgen nur: Nachdem sich die unbekannten Täter gewaltsam Zugang zum Automatenraum verschafft hatten und dabei zwei Türen beschädigten, versuchten sie offenbar, das Gerät aufzusprengen.

„Die Verkleidung hängt ein bisschen schief“, sagt Herbert Maus, der sich am frühen Morgen zum Haus Islek begab. In dem Gemeinde-Gebäude wohnt niemand, dort sind neben dem Automaten die Postagentur, die Bücherei und ein Jugendraum untergebracht. Sonst aber sind vorerst keine Beschädigungen zu erkennen.

 Der beschädigte Geldautomat in Daleiden.

Der beschädigte Geldautomat in Daleiden.

Foto: Herbert Maus

Kurz darauf aber meldet sich der Ortsbürgermeister noch einmal: Der Schaden ist doch größer, als zunächst angenommen wurde.

Polizei sucht nach Sprengung am Geldautomaten in Daleiden nach dunklem Auto

Auch Polizei berichtet im Laufe des Tages, dass sie von einer mittleren fünfstelligen Schadenshöhe ausgeht. Außerdem gehen die Ermittler von drei Tätern aus. Während einer im Auto wartete, öffneten demnach zwei weitere gewaltsam die Eingangstür zum Vorraum, um Zugang zum Geldautomaten zu erlangen. Nachdem die Sprengung des Geldautomaten gescheitert ist, flüchteten die Täter ohne Beute in einem hoch motorisierten, dunklen Fahrzeug in Richtung Arzfeld/Lützkampen und möglicherweise weiter nach Belgien. Auffällig waren die Auspuffgeräusche des Autos, die Fehlzündungen suggerierten, schreibt die Polizei.

Anruf bei Manfred Heinisch, zusammen mit Jan Brandenburg Vorstand der Raiffeisenbank Westeifel, die bisher von solchen Angriffen verschont geblieben war. Jetzt hat es auch sie erwischt. Heinisch ist zuallererst froh, dass in den Nachbarhäusern keine Menschen verletzt wurden. „Und zumindest der Tresor wurde anscheinend nicht beschädigt.“ Aber, wie gesagt: Noch sei einiges unklar in der Sache.

Gegen Mittag wissen alle dann mehr: Die Täter, sagt Manfred Heinisch, „waren drinnen. Sie haben vorne alles gesprengt und erheblichen Sachschaden angerichtet.“ Den Automaten haben die Unbekannten zunächst von der Vorderseite aus mit einem Sprengsatz zu knacken versucht. Das habe aber nur zum Teil funktioniert. Also versuchten sie es anders: „Um den Geldautomaten zu befüllen“, sagt Heinisch, „muss man in den Raum dahinter. Aber da kamen sie nicht rein.“

Die Täter hätten jedenfalls mehrere Sprengsätze gezündet. „Wo genau, sieht man gar nicht mehr, weil da so ein Durcheinander ist.“ Vorläufiges Fazit: „Die haben eine schöne Sauerei angerichtet. Aber ans Geld sind sie nicht rangekommen.“ Und das sei dann doch, neben dem Umstand, dass keine Menschen verletzt wurden, eine positive Nachricht.

Dennoch: Es sei viel kaputt gegangen. Jetzt müssten Gutachter untersuchen, wie groß die Schäden am Gebäude und wie hoch die Kosten seien. Heinischs Sorge aber bleibt das Problem mit den Banden, die nicht zuletzt im Eifeler Grenzraum aktiv seien. Und: „Die werden immer skrupelloser.“

Erst kürzlich war im Hochwald ein Geldautomat in der Volksbank-Filiale in Zerf zerstört worden. Die Täter konnten flüchten. Jüngsten Zahlen des Landesinnenministeriums zufolge sind seit Jahresanfang mehr als 40 Geldautomaten in Rheinland-Pfalz attackiert worden.

In den vergangenen beiden Jahren traf es zahlreiche Filialen und Automaten auch in der Eifel, unter anderem in Bitburg, Echternacherbrück, Bollendorf, Daun, Jünkerath und Stadtkyll. Eine Übersicht finden Sie in unserer Chronik.

Zeugen sind gebeten, die Polizei Prüm zu kontaktieren, erreichbar unter Telefon 06551/9420.

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