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Eifel/Corona: G2-Regel im Handel - wie läuft es in Bitburg und Prüm?

Einzelhandel : Mit Impfpass zum Weihnachtseinkauf – So klappt Shoppen mit der 2G-Regel in Bitburg und Prüm

Seit dem Wochenende dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene viele Läden betreten. Wie setzen die Einzelhändler in Bitburg und Prüm die neuen Vorgaben um? Wir waren Test-Shoppen.

Lichterketten und Sterne überspannen die Bitburger Fußgängerzone, vor den Läden verschönern Tannenbäume das Stadtbild. Aus den Lautsprechern an den Laternen dudelt Weihnachtsmusik. Ein leichter Duft nach frischen Reibekuchen und Glühwein liegt in der Luft. Dass Heiligabend mit großen Schritten näher rückt, ist kaum zu übersehen. Höchste Zeit also für den Weihnachtseinkauf!

Wer sich dazu aufmacht, muss in diesem Jahr nicht nur an Geldbeutel und Maske, sondern auch den Impf- oder Genesenennachweis denken. Denn seit dem 4. Dezember gilt im Einzelhandel die 2G-Regel. Kontrollieren müssen das die Mitarbeiter selbst – stichprobenartig, heißt es vom Land. Wie läuft denn das Shoppen unter diesen Bedingungen? Der TV hat es ausprobiert.

Im Bitburger Modegeschäft Kakadoo Island kommt eine Mitarbeiterin unserer Reporterin gleich am Eingang entgegen. „Können Sie mir Ihren Impfausweis zeigen?“, fragt sie und sieht sich nach dem digitalen Dokument auch den Personalausweis an. „Man muss ja alles ganz genau machen!“ Für ihre Kunden sei das kein Problem, sagt die Verkäuferin. „Die haben alle großes Verständnis. Die Alternative dazu wäre ein Lockdown, und das will keiner!“

Ein paar Geschäfte nebenan im Porzellanhaus Schönhofen, hat Inhaberin Doris Denzer die gleiche Erfahrung gemacht. 2G funktioniere „hervorragend“. „Viele kommen gleich mit dem Nachweis in der Hand herein“, berichtet sie. Auch dort kontrolliert eine Mitarbeiterin gleich im Eingangsbereich. Beschwerden habe es bisher keine großen gegeben. „Und wenn jemand meckert, dann sage ich, es geht ja nicht anders, und es ist viel besser, als wenn wir ganz zusperren müssten“, sagt Denzer.

Einkaufen mit der 2G-Regel klappt in Bitburg also gut. Das kann auch die Stadt bestätigen: „Bisher ist festzustellen, dass insbesondere die Bitburger Einzelhändler sehr engagiert und seriös sind bei der Umsetzung der aktuellen Vorschriften“, berichtet Pressesprecher Werner Krämer.

Und die Kunden? „Für die Menschen ist es manchmal schwierig, alle aktuellen Vorschriften der jeweils gültigen Corona-Bekämpfungsverordnung zu beachten. Die Fülle der und die sich ständig ändernden Vorschriften stellen schon eine Herausforderung dar“, schreibt Krämer. Kontrollen, bei denen das Ordnungsamt der Stadt die Behörde des Kreises punktuell unterstützt, seien deshalb auch dazu da, „die Menschen auf die wichtigsten, maßgebenden Dinge hinzuweisen“.

Wie läuft es eine halbe Autostunde entfernt in Prüm? Auch dort zeigt sich die Innenstadt im festlichen Kleid, sogar der tannengrün angestrichene Corona-Testcontainer auf dem Hahnplatz harmoniert farblich mit dem Weihnachtsbaum daneben. An diesem wolkenverhangenen Nachmittag sind zwar nur wenige Menschen zum Einkaufen unterwegs. Die Mitarbeiterinnen im Modehaus Nickel Fashion sind trotzdem allzeit bereit: Direkt an der Tür fragt eine von ihnen nach dem Impf- oder Genesenennachweis.

„Bei uns ist das kein Problem, eigentlich wissen es ja alle“, berichtet die Verkäuferin. „Und wer den Nachweis nicht dabei hat, den müssen wir eben leider abweisen.“ Ihre Kollegin ergänzt: „Wir kontrollieren bei jedem, der reinkommt. Es heißt zwar, stichprobenmäßig, aber was heißt das denn genau. Wir machen das einfach bei jedem, damit es nicht so ist, dass der eine sagen kann, bei mir wollten die es nicht sehen, und der andere sagt, bei mir schon!“

Im Weltladen auf der anderen Seite des Hahnplatzes wird nicht direkt an der Tür kontrolliert. Beim Bezahlen bittet die ehrenamtliche Verkäuferin Gisela Zahnen dann aber freundlich um den Nachweis. Viele Kunden müsse sie erst gar nicht danach fragen, sagt sie: „Bei uns klappt 2G gut. Die meisten haben das Handy in der Hand, wenn sie reinkommen, und zeigen das gleich her.“

Auch in der Buchhandlung Hildesheim wollen einige Kunden ihren Nachweis gleich an der Tür vorlegen – obwohl es eigentlich gar nicht nötig wäre. Denn: Buchhandlungen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs und somit von der 2G-Regelung ausgenommen. „Das wissen aber die wenigsten“, sagt Inhaberin Sabine Rehm. „Bei mir klingelt auch immer wieder das Telefon, die Leute fragen vorher, wie das denn jetzt genau ist.“ Sie freue sich über die Ausnahme. „Auch wenn ich natürlich alles dafür tun möchte, dass Corona endlich vorbei ist. Aber wir hätten gar nicht genug Mitarbeiter, um das am Eingang zu kontrollieren.“

Nach einem ausgiebigen Einkaufsbummel ist es Zeit für Kaffee und Kuchen zum Abschluss. Davor ist aber ein Zwischenstopp bei der tannengrünen Teststation am Hahnplatz notwendig, denn in der Gastronomie gilt 2G plus. Dort geht es aber trotz Warteschlange schnell, nach einer Viertelstunde ist das Teststäbchen in der Nase, nach weiteren 15 Minuten das negative Ergebnis auf dem Handy.

 Der TV hat's getestet: So klappt der Weihnachtseinkauf mit der 2G-Regel.
Der TV hat's getestet: So klappt der Weihnachtseinkauf mit der 2G-Regel. Foto: Trierischer Volksfreund/Veronika Königer

Das kontrolliert die Mitarbeiterin des Cafés gleich beim Hereinkommen, ebenso wie den Impfnachweis. „Ich musste heute tatsächlich schon zehn Leute wegschicken, weil sie keinen Test hatten“, berichtet sie. „Allerdings haben eigentlich alle Verständnis. Trotzdem sind natürlich weniger Besucher da. Normalerweise ist das Café voll.“ Jetzt sitzen nur zwei Frauen an einem Tisch und unterhalten sich – über die neuen Corona-Vorgaben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Testeinkauf in Bitburg, Prüm und Daun – so klappt’s mit 2G