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Eifel: So oft sind Autofahrer in der Region betrunken unterwegs

Häufiger als anderswo? : So oft wird in Eifel und Vulkaneifel betrunken gefahren

Alleine im Dienstgebiet der Bitburger Polizei sind in den vergangenen fünf Jahren mehr als 1500 berauschte Fahrer aus dem Verkehr gezogen wurden. In Daun und Gerolstein sieht es ähnlich aus. Wird in Eifel und Vulkaneifel häufiger betrunken gefahren als anderswo?

Kurzer Einblick in die Arbeit eines Journalisten: Hört man sich nach dem Wochenende bei der Polizei um, was vorgefallen ist, dann sind so gut wie immer betrunkene Autofahrer dabei, die aus dem Verkehr gezogen wurden.

Kaum verwunderlich, denn sind wir ehrlich: Wer als Privatperson ein komplettes Wochenende unterwegs ist und viele Menschen am Glühweinstand oder auf dem Sportplatz trifft, der lügt oft, wenn er sagt, dass er niemanden erlebt habe, der nach drei Bier oder Glühwein noch Auto gefahren ist. Blöde (und teilweise kriminelle) Angewohnheit, aber leider Realität. Aber: Wie oft wird eigentlich in der Eifel und Vulkaneifel betrunken gefahren?

So oft werden Betrunkene aus dem Verkehr gezogen

Schauen wir uns dazu die vergangenen fünf Jahre an. Vom 1. Januar 2017 bis zum 30. November dieses Jahres wurden durch die Polizeiinspektion Bitburg 1672 berauschte Fahrzeugführer aus dem Verkehr gezogen. Hier muss man zwischen der Straftat „Trunkenheit im Verkehr“ (595 Personen) und der Ordnungswidrigkeit eines Verstoßes gegen die 0,5-Promille-Grenze (1077) unterscheiden. Wo der Unterschied liegt, erklärt Mike Thull, Leiter der Polizeiinspektion Bitburg: Bei Verstößen gem. Paragraf 316 StGB (Trunkenheit) muss im Gegensatz zu Paragraf 24a StVG (0,5-Promille-Grenze) eine Fahruntüchtigkeit vorliegen, die sich in der Regel aus der Höhe der nachgewiesenen Konzentration oder aus dem Fahrverhalten des Betroffenen ergibt.“

Wichtig ist hier zu sagen: Unter diese Normen fallen auch „andere berauschende“ Mittel. „Eine Differenzierung in der Auswertung zwischen Alkohol und Betäubungsmittel ist uns leider nicht möglich“, erklärt Thull.

Blick in die Vulkaneifel: Wie Sven Lehrke, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Daun mitteilt, haben die Beamten der Dauner Polizei sowie der Polizeiwache Gerolstein im besagten Zeitraum 903 berauschte Fahrzeugführer aus dem Verkehr gezogen. Die Zahlen der Vulkaneifel können auch zwischen Alkohol und anderen Betäubungsmitteln unterscheiden. Wegen Trunkenheit im Verkehr wurden 280 (Alkohol) beziehungsweise 85 (andere Betäubungsmittel) Personen gestoppt. Strafverfahren gab es für 101 (Alkohol) beziehungsweise 77 (Betäubungsmittel) Autofahrer. Außerdem konnten 360 Trunkenheitsfahrten verhindert werden.

Grundsätzlich sind sich Lehrke und Thull einig, wenn es um die Entwicklung der Zahlen geht. „Die Zahlen sind im Mittel der vergangenen Jahre regelmäßig gleich und unterliegen kaum Schwankungen“, sagt Sven Lehrke.

Ob in der Eifel und Vulkaneifel häufiger betrunken gefahren wird als anderswo, lässt sich so einfach nicht beantworten: „Dazu wären umfangreiche Dunkelfeldforschungen notwendig“, sagt Mike Thull. Notwendig ist es auch, Präventionsarbeit zu leisten, sagt er. „Dieses nicht nur für den Verantwortlichen sondern auch für die Allgemeinheit äußerst gefährliche Verhalten einzudämmen ist eines unserer Hauptziele in der Verkehrssicherheitsarbeit. Dementsprechend sind wir in diesem Bereich auch seit Jahren sehr aktiv.“

Wichtig ist vor allem Prävention

Das Hauptaugenmerk liege hier in der Prävention, also in der Verhinderung von Trunkenheitsfahrten: „Wir versuchen durch einen hohen, flächendeckenden Kontrolldruck das Entdeckungsrisiko auf einem konstant hohen Niveau zu halten und somit Menschen davon abzuhalten berauscht in ihr Fahrzeug zu steigen. Die Kosten-Nutzen-Rechnung der Täter muss deutlich zu Lasten der Kosten fallen. Dann kann es uns gelingen, Taten zu verhindern“, erklärt Thull. Dazu trägt nach seiner Aussage neben Präventionsprojekten auch bei, dass man über aufgedeckte Trunkenheitsfahrten berichte.

Wieso wird überhaupt noch betrunken gefahren, fragen wir Mike Thull. „Die weiten Wege in der Eifel und der – nachweislich falsche – Glaube der Menschen, unentdeckt bleiben zu können, könnte ein Grund dafür sein“, sagt er. Erschwerend komme hinzu, dass der ÖPNV im ländlichen Raum gegenüber dem städtischen Raum weniger stark ausgebaut oder vorhanden sei. „Menschen greifen daher eher auf ihren privaten Pkw als Fortbewegungsmittel zurück“, sagt Thull. Ein Punkt, den auch Sven Lehrke aus Daun erkennt: „Diesem Umstand geschuldet, neigen die Bürger in der Eifel dann auch, zu Feierlichkeiten mit dem eigenen PKW zu fahren.“

Feierlichkeiten, die auch in der Weihnachtszeit wieder anstehen. Deswegen ist es Mike Thull von der PI Bitburg wichtig, gerade jetzt zu appellieren: „Ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol im Straßenverkehr kann nur nach dem Motto ‚Don’t drink and drive‘ gelingen. Alles andere ist gemeingefährlich“, sagt er, „Wir werden daher auch zur Advents- und Weihnachtszeit unseren Fokus verstärkt auf berauschte Fahrzeugführer legen und diese konsequent zum Wohl der Allgemeinheit und zur Aufrechterhaltung der Sicherheit im Straßenverkehr aus dem Verkehr ziehen.“