Eifel soll von Ausbauoffensive profitieren

Infrastruktur : Endlich raus aus allen Funklöchern

Eifeler Kommunalpolitiker fordern eine bessere Mobilfunkversorgung. Bundestagsmitglied Patrick Schnieder (CDU) hat deshalb an den Verkehrsminister geschrieben: Die Region soll Modell-Standort für die neue 5G-Technik werden.

In der Eifel gibt es sie noch zuhauf: die sogenannten weißen Flecken. Immer wieder werden Handygespräche unterbrochen, wenn man in Funklöcher gerät – oder gar in einem wohnt. Nachdem das Thema schon in praktisch allen kommunalen Gremien heiß diskutiert wurde (der TV berichtete), hat sich nun auch der Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder (CDU) eingeschaltet: In einem Brief an Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wirbt er dafür, die Eifel zu einer Modellregion für den Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G (siehe Info) zu machen.

Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neueste Mobilfunktechnik 5G demnächst in fünf Modellregionen getestet werden soll. Wäre die Eifel dabei, könnte sie Vorreiter in Sachen schnelles Mobilfunknetz werden.

Zu schön, um wahr zu sein, oder? Das Projekt sei noch gar nicht ausgeschrieben, die Vorbereitungen liefen noch, sagt Schnieder. Doch die Begehrlichkeiten sind geweckt. Viele Politiker haben schon gefordert, dass ihr Landkreis eine der Modellregionen werden solle. Warum also sollte die Wahl gerade auf die Eifel fallen?

„Infolge der geringen Bevölkerungsdichte und bedingt durch die Nähe zur luxemburgischen und belgischen Grenze und den damit verbundenen Regeln zur Grenzversorgung besteht in der Bebauung eines nicht unwesentlichen Teils der Gemeinden meines Wahlkreises keine GSM- und LTE-Versorgung“, heißt es in Schnieders Brief an den Bundesminister. Zudem sei es „aus wissenschaftlicher Sicht von besonderem Interesse, die Auswirkungen des abrupten Übergangs von einer Nullversorgung zu einer leistungsfähigen 5G-Abdeckung auf die Anwendungsfälle der Bevölkerung zu untersuchen“.

Was ebenfalls dafür spreche, sei, dass die Einwohnerdichte des Eifelkreises Bitburg-Prüm bei rund 63 Menschen pro Quadratkilometer liege und er damit der flächengrößte und zugleich am dünnsten besiedelte Kreis von Rheinland-Pfalz sei. „Die Region ist daher in besonderer Weise auf innovative Konzepte angewiesen, um der bestehenden Bevölkerung neue Formen der Mobilität oder der Telemedizin bieten zu können.“

Er regt an, eine der fünf Modellregionen gezielt in den Landstrichen mit der geringsten Bevölkerungsdichte und den größten Versorgungslücken zu lokalisieren. Das würde auf jeden Fall auf die Eifel zutreffen.

Für die Eifel als 5G-Modellregion spricht sich auch Aloysius Söhngen aus, der stellvertretende Vorsitzende des Gemeinde- und Städtebunds in Rheinland-Pfalz und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm: Es sei schließlich „nicht ganz unkompliziert“, die Eifel mit besserem Digitalservivce zu versehen, sagt Söhngen. „In den großen Städten finanzieren sich diese Dinge von selbst. Bei uns brauchen wir Anschub.“

Von einer deutlich zuverlässigeren und verbesserten Technik verspricht sich Söhngen eine große Wirkung für die Eifel, vor allem als Arbeits- und Unternehmensstandort: „Das kann den Leuten ja auch viele Fahrten ersparen. Und es geht nicht darum, dass man dann besser Filmchen gucken kann. Sondern darum, von zu Hause aus zu arbeiten. Und es ist interessant für Firmenansiedlungen. Deshalb halte ich das für eine gute Sache.“

Eine Antwort hat Schnieder auf sein Schreiben unterdessen noch nicht erhalten.Anfang September beginne die Haushaltswoche, sagt er, da wolle er nochmal auf den Verkehrsminister zusteuern. Wie groß ist die Chance, dass die Wahl auf die Eifel fällt? Patrick Schnieder: „So ganz einfach wird das nicht werden.“

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