Eifel-Touristen mögen Landschaft und den Dinopark

Tourismus : Touristen mögen Landschaft und Dinos

Die Felsenland Südeifel Tourismus GmbH zieht für 2016 eine durchwachsene Bilanz. Den größten Zuwachs gibt es in Deutschland im Bereich der Städtereisen. Die Eifel wuchert mit anderen Pfunden.

Städtereisen boomen – doch von diesem Trend hat die Eifel nichts. Im Gegenteil: Rheinland-Pfalz ist das einzige Bundesland, wo es mit den Übernachtungszahlen nach unten geht (siehe Info).

Es ist ein schönes, aber auch ein schwieriges Geschäft, von dem Bruno Zwank, Geschäftsführer der Felsenland Südeifel Tourismus GmbH (FST) in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats Südeifel in Ammeldingen berichtet. Die FST betreibt nicht nur die Tourist Informationen in Bollendorf, Irrel und das Naturparkzentrum Teufelsschlucht, sondern übernimmt unter anderem auch Gästeservice, Marketing, Organisation von touristischen Veranstaltungen und betreibt seit 2015 den Dinosaurierpark in Ernzen.

Im Vergleich zu den anderen Verbandsgemeinden im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist die Südeifel der Streber, was die Gäste- und Übernachtungszahlen angeht. „Wir hatten von Januar bis August 2017 die höchsten Übernachtungszahlen im Eifelkreis“, sagt Zwank. Die lagen von Januar bis September 2017 bei 222 483 (ohne Campingplätze) und damit 3,1 Prozent höher als im Jahr zuvor.

„Die Übernachtungs-Situation ist gut, wenn auch nicht sehr gut“, sagt Zwank. Mehrere Dinge bereiten zurzeit Schwierigkeiten: So finden manche Betriebe keinen Nachfolger mehr. Statt sich im heimischen Gastgewerbe einen Job zu suchen, nehmen viele Eifeler lieber einen gut bezahlten Posten in Luxemburg an. Auch die Vernetzung der Gastgeber und anderen touristischen Akteuren könnte besser sein.

Doch Zwank sieht auch Chancen für die Eifel: „Wir haben eine einmalige Landschaft und bieten mit dem Dinopark und dem Naturwanderpark delux neue Reiseanlässe.“

Blickt man auf die Zahlen, erkennt man, dass die FST noch stärker als im Vorjahr durch den Betrieb des Dinoparks Teufelsschlucht geprägt ist. So konnten die Umsatzerlöse von 941 000 Euro im Vergleich zum Vorjahr um 67 000 Euro gesteigert werden. Allerdings erhöhten sich auch die Kosten, sodass es im Geschäftsjahr nur einen Jahresüberschuss von 15.000 Euro gibt.

73 787 Gäste besuchten 2016 den Dinopark (Vorjahr: 73 072). „Wir hatten einen schlechten Spätsommer. In den Sommerferien hat es geregnet, sonst wären die Besucherzahlen noch besser“, ist sich Zwank sicher. Als am 31. März der Pächter der Gastronomie gekündigt hat, übernahmen die Mitarbeiter der FST kurzfristig auch diesen Bereich. Eine gute Entscheidung, wie sich im Nachhinein zeigt. Denn so konnte der Pro-Kopf-Erlös im Park verbessert werden.

Um die Attraktivität der Einrichtung hoch zu halten, will die FST weiter investieren. Im kommenden Jahr soll der Parkplatz für 300 000 Euro ausgebaut werden. Außerdem sollen 40 000 Euro in weitere kleine und größere Maßnahmen und 35 000 Euro in eine Fossilienpräparation investiert werden. Dazu wird ein weiterer Container im Forschercamp aufgestellt. Dort wird zukünftig ein Forscher den Besuchern zeigen, wie man echte Fossilien präpariert. „Wir bieten damit noch mehr intelligente Freizeitbeschäftigung mit Lerneffekt“, sagt Zwank. Man wolle nicht Schule spielen, aber Aha-Effekte liefern, sodass die Kinder das Lernen gar nicht bemerken.

Für Zwank und sein Team gab’s Applaus von Seiten der Ratsmitglieder. Friedvolle Stimmung herrschte auch beim nächsten Punkt der Tagesordnung: Wahl eines ehrenamtlichen Beigeordneten. Da der bisherige Erste hauptamtliche Beigeordnete, Norbert Schneider, zum 31. Dezember 2017 aus dem Amt scheidet, muss ein Nachfolger her. Der arbeitet zukünftig jedoch wieder ehrenamtlich, da die VG Südeifel nicht die erforderliche Einwohnerzahl von 20 000 erreicht.

Vor drei Jahren hatte es im Rat wegen der Beigeordneten-Wahl noch ordentlich Zoff gegeben. Damals ging die SPD leer aus. Doch diesmal war alles anders. Die bisherige zweite Beigeordnete Ursula Wilmsen (CDU) rückt an die erste Stelle auf, Suzette Weber (FWG) wurde von der dritten zur zweiten Beigeordneten gewählt und nach dem Verzicht der Liste Lentes, den dritten Beigeordneten zu stellen, setzte die  SPD ihren Kandidaten, Winfried Horn durch.