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Eifelbräu-Betreiber Dieter Poss übernimmt Bitburger Simonbräu

Gastronomie : Eifelbräu-Betreiber Dieter Poss übernimmt Bitburger Simonbräu

Das Bitburger Traditionshaus Simonbräu hat einen neuen Chef. Eifelbräu-Betreiber Dieter Poss übernimmt ab Februar.

Der Markt ist hart umkämpft. Auch in der Gastronomie. Die einen kochen lieber gemütlich daheim, die anderen fahren für Pizza und Bier noch um Mitternacht mal schnell zur Tankstelle, Imbiss-Lokale schießen wie Pilze aus dem Boden und in der kleinen Kneipe am Ende der Straße sitzt der Wirt mit einer handvoll Gäste. Das kann sich auf Dauer nicht rechnen. Zudem leidet die Branche unter Personalmangel. Fachkräfte wie Aushilfen werden händeringend gesucht. Wer ein gutes funktionierendes Team hat, kann sich glücklich schätzen – vor allem, wenn er auch genug Gäste für seine Mannschaft hat.

In Bitburg betreiben inzwischen einige Gastronomen erfolgreich gleich mehrere Häuser. Ob Simone Billen (Café, Cocktailbar und Eventlocation) oder die Familie Louis Müller (Hotel, Gasthaus, Lounge). Demnächst fährt auch Eifelbräu-Betreiber Dieter Poss zweigleisig.

Poss steigt ein ins Simonbräu. Das bestätigt die Bitburger Braugruppe auf TV-Anfrage: „Ab Anfang Februar 2018 wird das Traditionshaus von Familie Poss übernommen, die den Betrieb des ‚Simonbräus‘ konzeptionell in bewährter Form und Qualität fortführen wird.“ Der Vertrag mit dem vorherigen Pächter, Oscar Heidema, sei fristgerecht ausgelaufen – und wurde nicht verlängert.

Es heißt, Poss habe schon länger ein Auge auf das Simonbräu geworfen. In direkter Nachbarschaft zur Stadthalle wären Kooperationsmöglichkeiten beider Häuser denkbar gewesen. Doch der Vertrag für die Stadthalle, den Poss bis Mitte 2017 hatte, ging inzwischen an Schneider Promotion Speicher (der TV berichtete). Das Simonbräu ist für Poss dennoch als zweites Standbein interessant.

„Wir können unsere Mitarbeiter noch besser einsetzen, man kann flexibler reagieren, je nachdem, wo gerade mehr los ist“, sagt Poss. Zu den Gerüchten, dass er schon länger mit dem Simonbräu liebäugelt, will er sich nicht äußern. „Dass wir dieses Haus übernehmen, ist ein gemeinsamer Wunsch der Brauerei und von uns.“ Keine Frage, man ist sich einig. Wird das Simonbräu nun ein zweites Eifelbräu?

„In einer sehr wertigen Küche sehen wir in beiden Häusern das Fundament. Aber es wird verschiedene Speisekarten geben“, sagt Poss. Live-Konzerte soll es auch weiterhin im Simonbräu geben. Neueröffnung nach der Renovierung ist am Mittwoch, 7. Feburar, – ein Tag vor Weiberdonnerstag. „Und das ganze Spektakel mit Zelt und Moneyrollers Konzert machen wir natürlich auch weiter“, sagt Poss. Unklar sei noch, ob es das Bier aus Gläsern oder Pappbechern gäbe: „Wir prüfen gerade, ob Gläser bei der Anzahl von Gästen noch erlaubt sind.“ Einige Hundert sind es traditionsgemäß dort am Weiberdonnerstag – für das Team eine Nagelprobe.

Derzeit ist die komplette Mannschaft am Tegernsee – zur Erholung und Vorbereitung. Auf besonderes Tam-Tam zur Eröffnung verzichtet Poss einen Tag vor Fastnacht. Ihm geht’s vor allem darum, dass seine rund 40 Mitarbeiter sich schnell auch im neuen Haus zurechtfinden. Im Simonbräu trifft man Poss auch anfangs öfter hinter der Theke oder in der Küche: „Bis alles läuft.“

 Pünktlich zur Fastnacht öffnet das Simonbräu wieder seine Türen.
Pünktlich zur Fastnacht öffnet das Simonbräu wieder seine Türen. Foto: TV/Dagmar Schommer

Mit seinem Vorgänger verstünde er sich „sehr gut“, sagt Poss. Oscar Heidema, der nur knapp drei Jahre im Simonbräu war, sagt: „Ich wünsche Dieter viel Glück und Erfolg.“ Er nutze nun die Zeit für seine Familie und tanke Energie. Aber auch Heidema ist Vollblut-Gastronom: „Ich habe auf jeden Fall vor, wieder was aufzubauen.“