Eifeler arbeitet dort, wo andere Urlaub machen

Eifeler arbeitet dort, wo andere Urlaub machen

Italien, Spanien, Afrika und die Türkei: Andere Länder sind Walter Pint so vertraut wie der Schwarze Mann in der Schneifel. Heute leitet der 57-jährige Prümer ein Hotel an der türkischen Riviera für den deutschen Clubveranstalter Aldiana. Den Bezug zu seiner Heimat hat er trotz mehr als 30 Jahren im Ausland nie verloren.

Prüm. Schon als Jugendlicher träumte Walter Pint von anderen Ländern. "Mir war früh klar, dass ich die Welt erkunden wollte", erzählt er. Nach seiner Ausbildung zum Hotelfachmann im Bitburger Dorint Hotel machte er dann seinen Traum wahr. Er ging nach Süditalien, arbeitete dort einige Jahre in verschiedenen Clubs. "Dort lernte ich auch meine Frau Cory kennen", erzählt der Vater von drei erwachsenen Töchtern. "Sie reiste als Single, ich verliebte mich Hals über Kopf, und wir heirateten schon wenig später."
Nach Italien folgte ein Angebot eines Clubhotels in Afrika, in dem Walter Pint ein Management-Programm durchlief. Ein Jahr später kehrte er nach Süditalien zurück und übernahm dort als stellvertretender Direktor wieder ein Clubhotel. Es gab weitere Stationen im Ausland, darunter Fuerteventura, Gran Canaria und Djerba. An seiner Seite: seine Frau und die gemeinsamen Kinder. "Unsere Mädchen gingen auf eine internationale Schule, das war kein Problem", sagt der Globetrotter.
Weder der häufige Länder-Wechsel noch der enge Kontakt zu Mitarbeitern und Hotelgästen störte die junge Familie. Im Gegenteil: "Ich bin ein geselliger Mensch. Ich brauche die tägliche Unterhaltung mit den Gästen", gibt Pint offen zu. Bis heute wohnt er mit seiner Familie auf dem Gelände der jeweiligen Clubanlagen und bindet sich auch gerne selbst die Kochschürze um, um seine Gäste zu bekochen. Nicht umsonst steigt die Begeisterung der Deutschen für Cluburlaube kontinuierlich. Doch der Prümer weiß auch: "Je lockerer der Umgang nach außen, desto straffer die innere Struktur." Eine Erfahrung, die er unabhängig von der jeweiligen Mentalität machte. Eine Wende im "Globetrotter-Leben" der Familie Pint setzte zur Jahrtausendwende ein: "Meine Töchter wollten unbedingt ihr Abitur in Deutschland machen." Kurzentschlossen packte das Quintett wieder seine Koffer, ein interessantes Führungsangebot in einem Vier-Sterne-Hotel am Timmendorfer Strand winkte. "Das war eine tolle Zeit", blickt der Clubchef zurück. Auch an die Leitung eines Hamburger und eines Würzburger Hotels, die nach sechs Jahren an der Ostsee folgten, erinnert er sich gerne.
Doch wer mit dem Reise-Virus infiziert ist, hat es bekanntlich schwer, sesshaft zu werden. Davon kann auch Walter Pint ein Lied singen. "Dem Angebot, Clubchef im türkischen Side zu werden, konnte ich einfach nicht widerstehen", sagt er. Angst, dass die Kinder Heimweh bekommen, braucht Pint nicht mehr zu haben. Alle drei studieren bereits in Deutschland. Auf die Frage, was sein großer Traum ist, antwortet er mit einem jungenhaften Lächeln: "Ich möchte meinen Lebensabend in Italien verbringen und mir hin und wieder einen Halve Hahn und Röggelchen mit einer dicken Scheibe altem Holländer Käse gönnen."