Eifeler Betriebe tun sich zusammen: Heiko bringt jetzt Lehnertz-Eier aus Habscheid

Kostenpflichtiger Inhalt: Eine geflügelte Gemeinschaft : Zwei Eifeler Pionierbetriebe tun sich zusammen - Heiko bringt jetzt Lehnertz-Eier aus Habscheid

Zwei Eifeler Pionierbetriebe tun sich zusammen: Die Neuendorfer Firma Heiko Rollende Märkte übernimmt die Verkaufstouren und -Wagen des Geflügelhofs Lehnertz in Habscheid. Und wird künftig unter anderem auch deren Hühnereier im Sortiment führen.

Heiko und Lehnertz: Die zwei Eifeler Unternehmen zählen zu den ersten bundesweit, die mit ihren Produkten an die Haustür kamen.

Heiko begann damit im Jahr 1950, als Emil Kottsieper in Neuendorf einen Geflügelhof gründete. Aus den anfangs ausgelieferten Hühnereiern sind nach Unternehmensangaben heute 400 Produkte geworden – längst fährt man auch zu Kundschaft im Raum Köln, im Saarland und in den Nachbarländern: Im belgischen Sankt Vith und in Garnich, Luxemburg, betreibt Heiko eigene Standorte.

Vier Jahre später begann man auch auf dem Geflügelhof Lehnertz damit, seine Erzeugnisse durch die Eifel zu fahren und unter die Leute zu bringen. Sein Opa mütterlicherseits, Lambert Kirsch, erzählt der heutige Geschäftsführer Lambert Lehnertz, habe damals den ersten Stall gebaut, bald waren Lamberts Vater Konrad, Mutter Mia und Tante Gerda Peters mit den Verkaufswagen in der Eifel unterwegs.

Und auch bei Lehnertz erweiterten sich Sortiment und Liefergebiet – mittlerweile zählen dazu neben den Haustür-Kunden etwa 250 Supermärkte in der Eifel, an der Mosel, in Aachen, Köln, Bonn, Düsseldorf, Duisburg und Oberhausen – „weil die Eifel da einfach einen hohen Stellenwert hat“, sagt Lambert Lehnertz.

Der Hof, einer der größten in der Region, ist vielfach ausgezeichnet und zertifiziert und war einer der ersten Betriebe, die ihre Produkte auch unter der Eifel-Dachmarke verkauften. Das sei wichtig, sagt Lehnertz: Der heutige Kunde frage immer öfter nach der Herkunft der Produkte.

Jetzt gibt Lehnertz, in dessen Ställen 39 000 Hennen ihren Dienst verrichten und täglich 30 000 Eier legen, den mobilen Verkauf an Heiko ab – auch, weil er sich stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren will. Start: Im Verlauf des Januars. Die Kunden werden in den kommenden Tagen von den Verkaufsfahrern über den Wechsel informiert.

„Wir sind uns handelseinig“, bestätigt Heiko-Geschäftsführer Reinhard Steinkamp. Zumal Lehnertz „sehr gut eingeführte Produkte mit positiver Ausstrahlung“ im Angebot habe, verstärkt durch acht zuliefernde Betriebe, „die nach seinen Standards produzieren“.

Für die Neuendorfer, die als „Eifel-Arbeitgeber“ ebenfalls zur Regionalmarke gehören, hat der Zusammenschluss einen weiteren Vorteil: Denn das Unternehmen mit seinen 56 Verkaufswagen (plus Frühstücks-Service mit acht „Pausenflitzern“) wird im weiteren Verlauf des kommenden Jahres auch Eier von Lehnertz ins Sortiment aufnehmen und damit auch an dieser Stelle ein weiteres regionales Produkt im Angebot haben – neben Molkereierzeugnissen aus Pronsfeld, Backwaren aus Müllenborn oder Gemüse aus der Osteifel und anderen nahen Erzeugergebieten.

Steinkamp ist zudem davon überzeugt, dass sich der „rollende“ Markt noch ausweiten werde. „Ja – aus zwei Gründen“: Da sei einerseits die Demografie – in den kommenden 15 Jahren werde die Zahl der Senioren, eine wesentliche Heiko-Zielgruppe, deutlich wachsen. Zugleich entwickle sich auch der Markt bei jungen, produktbewussten Käufergruppen. Diese Entwicklung sieht auch Lambert Lehnertz: „Die fragen immer öfter: Wo kommt das her?“

Bald zählen sie zur Heiko-Flotte: Verkaufswagen vom Geflügelhof Lehnertz in Habscheid. Foto: Fritz-Peter Linden
Pionier des Haustür-Verkaufs: Heiko in Neuendorf. Foto: Heiko

„Die Leute werden da immer sensibler“, unterstreicht auch Reinhard Steinkamp. „Regional ist das neue Bio.“