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Eifeler halten sich an das Kontaktverbot: Eifeler bleiben über Ostern im Nest

Eifeler halten sich an das Kontaktverbot : Eifeler bleiben über Ostern im Nest

Bestes Wetter und Kontaktsperre, da bleibt nur die Flucht nach draußen. Herrscht da dann Hochbetrieb über die Ostertage? Eine Rundfahrt.

Rauf aufs Motorrad, rein ins Grüne: Das haben am ersten April-Wochenende viele getan. Schwärme von Motorradfahrern durchquerten die Eifel, Auto um Auto mit Kölner, Leverkusener, Düsseldorfer, Dortmunder oder Bergheimer Kennzeichen rollte durch die Dörfer

Der ungezügelte Ausflugsverkehr an jenem Wochenende brachte die Euskirchener Polizei dazu, vor Ostern eine Warnung auszusprechen. Verstärkte Kontrollen wurden ankündigt. Auch die Bundesregierung hatte die Bürger aufgefordert, während der Osterfeiertage „generell auf private Reisen und tagestouristische Ausflüge zu verzichten“. Hat die Vernunft gesiegt?

Nürburgring, Samstag, 15 Uhr: An der Rennstrecke ist so gut wie nichts los. Dort, wo sich sonst tausende Motorsportfans versammeln, wirkt die Leere unheimlich. Nur wenige Motorräder ziehen an den abgesperrten Parkplätzen an der Bundesstraße 258 vorbei, die sonst stark frequentierten Gastronomiebetriebe, der Ring-Boulevard und das Museum sind geschlossen. Auch am Freitag, dem sogenannten „Car-Friday“ kamen nur wenige Besucher. Die Polizeidirektion Mayen, die Verbandsgemeinde Adenau und die Kreisverwaltung Ahrweiler hatten im Vorfeld angekündigt, gegen verbotene Ansammlungen am Nürburgring anzugehen. Die Polizei hatte am Freitag Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt, ein Motorradfahrer wurde mit 170 Stundenkilometern anstatt der erlaubten 70 geblitzt.

Wasserfall Nohn/Dreimühlen, Samstag, 16 Uhr: Die Parkplätze zum Naturdenkmal an der Landesstraße 68 sind voll, auf der anderen Seite in Üxheim-Ahütte stehen dutzende Autos sogar auf den Bürgersteigen. Einheimische Nummernschilder sind nicht zu sehen. Familien sind zum Wasserfall unterwegs, dazwischen immer mal Pärchen von Wanderern, Radfahrer und auch Jogger. „Wir halten selbstverständlich Abstand zu anderen“, sagt ein Paar aus Köln. Warum sie überhaupt hier sind? „Uns fällt zu Hause die Decke auf den Kopf.“ Damit, dass so viele andere hier unterwegs sind, hätten sie nicht gerechnet.

Stausee Bitburg, Sonntag, 12 Uhr: Vor dem „Haus am See“ haben sich ein paar Ausflüglern eingefunden, auf dem Parkplatz überwiegen Bitburger Nummernschilder. Den Zugang zum Wasser versperrt ein rot-weißes Flatterband, die Pizzeria ist geschlossen. Dagegen ist der Kiosk geöffnet und versorgt die Gäste mit Getränken und Snacks. „Am Nachmittag wird es bei diesem tollen Wetter hier gerammelt voll sein“, sagt ein Mountainbiker. Der weiter südlich gelegene Parkplatz bei Biersdorf ist dagegen schon gut gefüllt. Grüppchen von Wanderern machen sich auf die Strecke.

Teufelsschlucht, Sonntag, 14 Uhr: Das Naturparkzentrum und der Dino-Park sind seit dem 18. März geschlossen. Obwohl die Teufelsschlucht und alle Wanderwege frei zugänglich sind, ist es hier fast völlig menschenleer. Auf den Parkplätzen vor dem Eingang stehen eine handvoll Autos und drei Motorräder. Einige Mountainbiker nutzen die ansonsten immer vollen Wanderwege und rollen durch die Schlucht.

Weinfelder und Schalkenmehrener Maar, Sonntag, 15 Uhr: Tiefblaues Wasser, Sonnenschein und azurblauer Himmel: Still ruht das Schalkenmehrener Maar, weit und breit sind keine Menschen zu sehen. Sogar die Dauercamper am Ufer sind nicht da, das Dorf wirkt regelrecht verlassen. Dagegen ist der Parkplatz beim Weinfelder Maar recht gut gefüllt, am Rand scheint der Besitzer eines Imbisswagens heute gute Geschäfte zu machen. Auch hier sind Familien und Gruppen von Wanderern unterwegs. Von erforderlichen Mindestabständen haben sie anscheinend nichts gehört. Die Zufahrt zum Gemündener Maar ist mit einer Schranke verschlossen, auf dem Parkplatz davor stehen Autos von Tagesausflüglern aus Großstädten außerhalb der Region.

Wasserspielplatz im Kurpark Gerolstein, 16 Uhr: Auf Anweisung des Stadtbürgermeisters Uwe Schneider ist der Wasserspielplatz geschlossen. Sonst wäre hier bei bestem Wetter der Teufel los. Doch die Familien und Kinder, die sonst die Anlage am Kyllufer gerne nutzen, halten sich zurück. Nur eine Gruppe von drei Menschen sitzt in gebührendem Abstand voneinander am Wasser. Am anderen Ende der Kyllbrücke bietet sich ein schönes Bild: Die Gelateria Italia hat den Straßenverkauf aufgenommen und versorgt die Menschen mit Eis. Auch in der Schlange vor dem Eiscafé halten sich die Kunden an die Abstandsregeln.

Hahnplatz Prüm, 17 Uhr: Kaum Menschen im sonst so belebten Zentrum der Abteistadt. Der Platz ist wie leergefegt, die Cafés rund herum sind geschlossen. Und damit werden sonst beliebte Ausflugsziele für die meisten uninteressant. Ein Abstecher nach Prüm lohnt sich unter diesen Umständen nicht. Was natürlich auch für die anderen Städte gilt.

Spittel Bitburg, Montag, 14 Uhr: Nichts los. Ein Mann sind alleine auf einer der Bänke.Das Wetter zieht nicht gerade nach draußen. Auch in der Fußgängerzone spaziert nur hier und dort mal jemand vorbei. Fazit: Die Eifeler feiern Ostern daheim.