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Eifeler CDU-Basis stimmt mit großer Mehrheit für Vorsitzenden Michael Billen

Eifeler CDU-Basis stimmt mit großer Mehrheit für Vorsitzenden Michael Billen

Die Krise der vergangenen Jahre spielt nach außen hin keine Rolle mehr. Michael Billen hat die CDU-Basis dazu aufgefordert, an einem Strang zu ziehen und das hat sie getan: Der Kaschenbacher ist mit großer Mehrheit als Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Bitburg-Prüm bestätigt worden. Die Partei will im Kreistag künftig wieder das Sagen haben.

Mit hochgekrempelten Hemdsärmeln steht Michael Billen am Rednerpult und hebt an, zu sprechen. Erschrocken zucken die etwa 150 in der Stadthalle versammelten CDU-Mitglieder zusammen. Grund dafür ist jedoch nicht Billen (der nach 20 Jahren als CDU-Kreisvorsitzender durchaus dafür bekannt ist, mal lauter werden zu können), sondern ein markerschütterndes Knacken des Mikrofons - die einzige atmosphärische Störung bei der Wahl des neuen CDU-Kreisvorstands und der Kandidatenliste für den Kreistag Bitburg-Prüm. Es wird ein harmonischer Wahlmarathon. Lediglich die Rede der jüngsten Kreistagskandidatin Carolin Hostert (18) - sie spricht von einem "zerstrittenen Haufen" und ruft zur Einigkeit auf - lässt erahnen, dass bei der Kreis-CDU in den vergangenen Jahren nicht alles so eitel Sonnenschein war, wie das Wetter draußen.

Doch ist die von Billens Polizeidaten-Affäre ausgelöste interne Krise, die unter anderem zu Verwerfungen zwischen Billen und dem Bundestagsabgeordneten Patrick Schnieder geführt hatte, offenbar überwunden. Der Kaschenbacher ist ihr nicht gewichen und sitzt nun (auf dem Podium nur wenige Stühle neben Schnieder) fester im Sattel denn je: Mit 140 Ja- und acht Nein-Stimmen hat die Basis ihn am Samstag für weitere zwei Jahre als Vorsitzenden bestätigt. Auch Billen selbst ruft dazu auf, an einem Strang zu ziehen. Das Ziel: Eine soziale Politik, die von einem christlichen Menschenbild geprägt ist. Eine, die Bewährtes bewahrt und Neues gestaltet. "Laptop und Lederhose", sagt Billen, der sich über mehr als 50 neue CDU-Mitglieder freut, darunter seit Anfang Januar auch Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels.

Billens Rede spannt einen Bogen von Berlin nach Bitburg. Auf Bundesebene begrüßt er die Mütterrente ebenso sehr wie den Mindestlohn - wenn er auch bedauert, dass die CDU so lange dafür gebraucht habe. Gar nicht schmecken wollen ihm Sigmar Gabriels (SPD) Pläne, die Einspeisevergütung für erneuerbare Energien zu senken. "Wenn wir die Energiewende schaffen wollen, müssen wir die Speicherfrage lösen", betont der Kaschenbacher, ehe er sich der Landespolitik zuwendet. Und damit auch dem Nürburgring. "Ich fordere Transparenz", sagt Billen, der Ende 2013 zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, weil er sich nach Ansicht des Gerichts mit Hilfe seiner Tochter geheime Polizeidaten zum Nürburgring verschafft hatte. Er fürchte, dass die Landesregierung erneut ein nicht tragfähiges Konzept vorlegen werde.

Kritik hagelt es auch für die Kommunalreform - "da werden Todkranke zusammengelegt" - und für die aus Billens Sicht extrem schlechte Finanzausstattung der Kommunen. Zudem hätte er nie gedacht "dass ich mal den Wald gegen die Grünen verteidigen muss", sagt der Landtagsabgeordnete und kommt zu dem Schluss, es sei Zeit für einen Regierungswechsel.

Allerdings soll sich dieser Wechsel mit den Wahlen am 25. Mai zunächst im Kreistag Bitburg-Prüm vollziehen, wo die CDU seit 2009 keine Mehrheit mehr hat. Trotzdem habe es an der CDU vorbei in den vergangenen Jahren nur eine einzige Entscheidung gegeben, sagt Billen und erinnert an die Vergabe der Beigeordnetenposten: Eine Allianz aus SPD, FWG, Grünen und der Linken hatte der CDU, die mit 17 Sitzen stärkste Fraktion ist, den dritten Posten angeboten. Darauf hat die vor den Kopf gestoßene Fraktion damals dankend verzichtet.

Für sein ehrgeizigstes Projekt der vergangenen Jahre findet Billen am Samstag nur wenige Worte. Der Flugplatz sei privatisiert, sagt er. Er wünsche den Unternehmern viel Glück. Kein Ton über Frank Lamparski und das Scheitern der Bit-Airport-Träume. Umso mehr Worte findet Billen, der auch Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses ist, für die "vorbildlichen Kindergärten", die vorbeugende Jugendpolitik und für das von Schließung bedrohte Krankenhaus Neuerburg, dessen Erhalt er sich wünscht.

Erklärtes Ziel der CDU ist es die Mehrheit im Kreistag zurückzuerobern und zwar mit folgender Liste:Liste für den Kreistag Bitburg-Prüm

Michael Billen, 2. Gerhard Kauth, 3. Michael Ludwig, 4. Carolin Hostert , 5. Lothar Lamberty, 6. Wolfgang Francois, 7. Wolfgang Faber, 8. Anja Esch, 9. Horst Lenz, 10. Klaus Rechin, 11. Jan Herbst, 12. Karin Plein, 13. Karin Bujara-Becker, 14. Klaus Keil, 15. Robert Steimetz, 16. Herbert Mohnen, 17. Ilona Zeimens, 18. Hermann Schoos, 19. Peter Schwickerath, 20. Rudolf Becker, 21. Moritz Petry, 22. Andreas Kruppert, 23. Joachim Kandels, 24. Rainer Wirtz, 25. Aloysius Söhngen, 26. Oswald Benzel, 27. Gerd Grebener, 28. Alfred Bormann, 29. Michael Horper, 30. Petra Schweisthal, 31. Wolfgang Zenner, 32. Chriostoph Wirtz, 33. Uschi Wilmsen, 34. Klaus Rodens, 35. Mathilde Weinandy, 36. Thomas Etteldorf, 37. Alexandra Rechin, 38 Guido Maier, 39. Patrick Schnieder, 40. Walburga Spoo, 41. Walter Schönhofen, 42. Arnold Gierten.Extra: Der neue Kreisvorstand

Vorsitzender: Michael Billen, Stellvertreter: Gerhard Kauth, Michael Ludwig, Schatzmeister: Ingolf Bermes, Beisitzer: Klaus Hostert, Ilona Zeimens, Wolfgang Francois, Tanja Gillen-Wolsfeld, Peter Schwickerath, Christoph Wirtz, Wolfgang Zenner, Alexander Neuhaus, Hans-Peter Küster, Arnold Gierten, Klaus Keil, Erhard Hirschberg, Uschi Wilmsen, Hermann Schmitz, Christian Moersdorf.