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Eifeler Freibäder: Saisonstart mit Fragezeichen

Noch viele Unklarheiten bei den Betreibern : So bereiten sich die Eifeler Freibäder auf den Saisonstart vor

Laut dem Perspektivplan des Landes dürfen die Einrichtungen am 2. Juni öffnen, wenn die Inzidenzzahl im Kreis unter 100 liegt. Die Betreiber im Eifelkreis kritisieren fehlende Vorgaben.

Den Sprung ins kühle Nass kann sich bei der aktuellen Wetterlage kaum jemand wünschen wollen. Doch in den Freibädern des Kreises wird seit Wochen alles dafür vorbereitet, wieder badehungrige Gäste zu empfangen - falls die Infektionszahlen dies zulassen.

„Wir sind startklar“, sagt Ronny Hellinghausen, der leitende Schwimmmeister des Freibads Waxweiler. „Aber welche Verordnungen dann greifen sollen, wissen wir noch nicht. Wir warten noch auf Angaben seitens der Landesregierung.“ Hellinghausen vermutet, dass die Corona-Regeln des vergangenen Jahres angewandt werden müssen. „Damit sind wir sehr gut zurechtgekommen“, sagt er. Sollten weitere Hygienemaßnahmen hinzukommen, sei das zu bewältigen — „aber bitte nicht die Verordnung, dass nur Geimpfte, Gesundete und Getestete Einlass haben“, sagt Hellighausen.

Zum einen fehlten die Kapazitäten, das zu kontrollieren, zum anderen seien die Öffnungszeiten der Testzentren wenig familienfreundlich. „Es sollten alle die Chance auf einen Freibadbesuch haben.“

Der Außenbereich des Cascade Erlebnisbads in Bitburg werde in jedem Fall geöffnet, sollten es die Inzidenzzahlen erlauben, sagt Elfriede Grewe von der Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft Bitburg. „Die genauen Kriterien sind uns noch nicht bekannt, aber wir werden alle dann gültigen Maßnahmen befolgen“, sagt Grewe.

Es sei wichtig, Präsenz zu zeigen, auch wenn die Umsätze der Vor-Corona-Jahre sich wohl nicht erwirtschaften ließen. „Wir hoffen, dass im Herbst ein Konzept für die Öffnung des Innenbereiches vorliegt, damit Schulen und Vereine Schwimmunterricht anbieten können“, sagt Grewe.

„Es ist mir bis heute nicht bekannt, unter welchen Umständen wir öffnen dürfen“, sagt auch Erwin Thiex, der in Echternacherbrück einen Campingplatz mit angeschlossenem Freibad Echternacherbrück betreibt. Angesprochen auf den möglichen Start am 2. Juni, winkt er ab. „Diese Nachricht hat uns spät erreicht, wir sind zu diesem Zeitpunkt mit den Vorbereitungen noch nicht so weit.“ Er peile eine Öffnung des Freibads Mitte Juni an. „Wenn dann auch die letztjährigen Corona-Verordnungen gelten, ist das für uns okay“, sagt Thiex.

Kontaktnachverfolgung, Abstandsregelungen und Maskenpflicht  —  all das habe im vergangenen Jahr bestens funktioniert, sagt Chris Albrecht vom Campingplatz Bleialf, zu dem auch ein Freibad Bleialf gehört. „Auf all das haben unsere Gäste sehr geachtet und haben das sehr gut gemacht.“

Auch aus ihrer Sicht steht das Datum 2. Juni noch auf wackeligen Füssen: „Wir sind zwar bereit, aber wenn die Inzidenzwerte wieder steigen, müssen wir wieder schließen - und wahrscheinlich auch die Camping-Gäste nach Hause schicken. Das ist sehr kompliziert“, sagt Albrecht.

Das Waldfreibad Prüm meldet Betriebsbereitschaft. „Eigentlich könnten wir schon über Pfingsten aufmachen“, sagt Schwimmmeister Günther Keuler. „Die Anlage läuft.“ Ob das angeschlossene Café und das Bistro öffnen könnten, sei von den dann vorherrschenden Inzidenzzahlen abhängig - „aber das Freibad wird ab dem 2. Juni definitiv Gäste empfangen, falls wir nicht über die Hunderter-Grenze kommen.“

Mit den erforderlichen Maßnahmen des Corona-Jahres 2020 sei man gut zurechtgekommen, sagt Keuler. „Wir rechnen damit, dass wir diese Corona-Regeln in diesem Jahr erneut anwenden werden.“

Der 2. Juni ist auch im Kalender des Freibads Körperich rot angestrichen: „Wir rechnen fest damit und füllen das Becken, Ende kommender Woche sind wir betriebsbereit“, sagt Andreas Bongartz. Da die Wasserfäche des Bades sehr groß sei, habe im vergangenen Jahr die Umsetzung der Corona-Verordnungen bestens funktioniert. „Es gab so gut wie keine Wartezeiten für unsere Gäste. „Wir werden selbstverständlich auch in diesem Jahr nicht mit Reservierungen arbeiten, die Besucher müssen sich lediglich vor Ort registrieren.“

Das Freibad in Körperich sei übrigens auch bei schlechtem Wetter zu empfehlen, sagt Bongartz. „Unsere Wärmepumpe ist in der Lage, das Wasser auf bis zu 27 Grad aufzuheizen. Schwimmen lässt sich also auch bei kühlen Außentemperaturen.“