Eifeler gestalten ihre Landschaft
Prüm · Zum ersten Mal lädt der Naturpark Nordeifel im rheinland-pfälzischen Teil zu einer öffentlichen Tagung ein. Fachleute und Bürger werden am Mittwoch, 13. Januar, über die Eifel als Natur- und Lebensraum sprechen.
Prüm. Sie wird gepriesen, bewundert und mit Nachdruck von vielen Seiten aus geschützt - Einwohner, Touristen und Wissenschaftler schätzen die Eifel sehr. Doch in der Regel schaut jeder von seinem eigenen kleinen Blickwinkel aus auf ein begrenztes Themengebiet. "Um einen Lebens- und Naturraum aber wirklich zu verstehen, sollten alle Disziplinen zusammensitzen", sagt Anne Stollenwerk, Geschäftsführerin des rheinland-pfälzischen Teils im Naturpark Nordeifel. Sie hat jetzt die Initiative ergriffen: Zum ersten Mal lädt der Naturpark zu einem Symposium ein, einer Tagung, bei der Fachleute die Eifel möglichst in all ihren Facetten betrachten werden.Offen für Fachleute und Laien
Unter dem Titel "Landschaft: Natur und Kultur" treffen sich Wissenschaftler, Naturschützer und Bürger am Mittwoch, 13. Januar, in der Aula des Konvikts (siehe Extra). "Wir dachten, dass es Zeit für einen Rundumblick ist. Bewusst haben wir das Symposium auch für die Eifeler offengehalten. Das Symposium ist zwar eine Fachtagung, die Vorträge sind aber darauf ausgerichtet, dass sie eben von jedem verstanden werden können - egal ob Biologe, Touristiker oder eben auch nur Laie."
Der Termin sei nicht zufällig gewählt: "Ab 2016 gehen verschiedene Förderphasen für Umwelt- und Entwicklungsprojekte wieder los." Anne Stollenwerk hofft, dass sich in den Gesprächen während der Tagung wichtige Themen zeigen werden, denen man dann neue Projekte widmen kann.
"Damit ist das Symposium für uns ziemlich bedeutend. 2016 geht es unter anderem weiter mit den LEADER-Förderungen der Europäischen Union", sagt sie. Das Programm LEADER (französisch: Liaison entre actions de développement de l'économie rurale, "Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft") sei ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung der Region. Um sinnvoll Projekte zu entwickeln, sei es aus ihrer Sicht aber eben wichtig, über den Tellerrand zu schauen und Themen für Aktionen gemeinsam zu entwickeln.
Die Eifel sei halt nicht nur ein großer Wald, sondern ein über Jahrhunderte gewachsener Naturraum. Die Eifeler hätten diese Landschaft, wie wir sie kennen, selbst gestaltet. Momentan rechne man mit rund 80 Teilnehmern.
"Wenn es noch mehr werden, gerade bekommen wir fast täglich neue Zusagen, müssen wir vielleicht in einen größeren Raum umziehen." Übrigens sei die Teilnahme zwar kostenlos, wer aber mitmachen wolle, müsse sich spätestens am Freitag, 8. Januar, angemeldet haben. "Darauf müssen wir leider bestehen. Ohne Anmeldungen können wir eine solche Veranstaltung nur schwer planen."
Weitere Informationen und Anmeldungen unter Telefon 06551/985755 oder per
E-Mail an: naturpark@pruem.deExtra
Das Symposium "Landschaft: Natur und Kultur" des Naturparks Nordeifel wird am Mittwoch, 13. Januar, um 10 Uhr eröffnet. Es folgt ein Vortrag von Stephan Laux vom Institut für geschichtliche Landeskunde der Universität Trier zum Thema "Politik, Gesellschaft, Wirtschaft: Strukturen der historischen Entwicklung der Eifel in der Neuzeit." Anne Stollenwerk wird anschließend über die Aufgaben, Projekte und Herausforderungen der Naturparkarbeit reden. Nach einer Kaffeepause wird der Dorferneuerungsbeauftragte des Eifelkreises Bitburg-Prüm einen Blick auf die "Regionale Baukultur Eifel" werfen; Peter Burggraaff vom geographischen Institut der Universität Koblenz-Landau spricht über die Eifel als Kulturlandschaft. Nach einer Pause eröffnet Wolfgang Schumacher, Professor für Geobotanik und Naturschutz der Universität Bonn, den zweiten Programmteil um 14 Uhr mit einem Vortrag über die Biologische Vielfalt und den Naturschutz im Naturpark. Peter Wind, Leiter des Prümer Forstamts, spricht dann über das Biotop Wald. Es folgen zwei weitere Vorträge: Annette Hoeft von QuerWeltein, der Gesellschaft für regionale Kultur- und Umweltbildung, spricht über die Bedeutung von Bildungsprogrammen für nachhaltige Entwicklung, Klaus Schäfer, Geschäftsführer der Eifel Tourismus GmbH über die Standortmarke Eifel und das regionale Wir-Gefühl. Nach jedem der zwei Programmblöcke sind Diskussions- und Gesprächsrunden geplant. Um 12.30 Uhr können sich die Teilnehmer bei einem gemeinsamen Mittagessen austauschen. aff
naturpark-eifel.de