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Eifeler Jugendliche wollen mitreden

Jugendparlament und Jugendkreistag in Arbeit : Eifeler Jugendliche wollen mitreden

Ein Jugendparlament für Bitburg und ein Jugendkreistag für die Eifel — die junge Generation fordert weiter politische Teilhabe ein.

Hach, die Jugend von heute. Selbstbezogen, unpolitish, gar politikverdrossen, haben die Erwachsenen jahrelang geklagt. Dann zog es plötzlich eine ganze Generation zu „Fridays for Future“ auf die Straße. Und es zeigte sich: Die jungen Menschen wollen sich ja doch einbringen, ür ihre Meinung eintreten, zumindest im Netz und bei Protestaktionen.

Eine Stimme abseits der Straße aber wird ihnen kaum geboten. Auch im Eifelkreis nicht. Ein Jugendparlament gibt es seit 2017 nur in Arzfeld. Der Jugendbeirat Bitburg tagt schon lange nicht mehr. Und auf Kreisebene gab es noch nie ein entsprechendes Gremium.

Das allerdings könnte sich bald ändern. Denn seit einigen Monaten fordern zumindest einige Jugendliche, vor allem aus der Kreisstadt, aktiv Beteiligungsformen ein.

Für Bitburg ist das bereits beschlossene Sache. Der Stadtrat hat sich im Frühjahr einstimmig dafür ausgesprochen, ein Jugendparlament zu schaffen. Nur die Ausgestaltung des Gremiums steht noch zur Debatte.

Erste Ideen wurden vergangene Woche bei einem Workshop im Haus der Jugend gesammelt. Unter anderem wurde diskutiert, ob die Vertreter des Jugendparlaments gewählt werden sollten, wie in Arzfeld. Oder, ob jeder mitmachen darf, der das möchte, wie es zum Beispiel der 20-jährige David Cuervo Müller, IVorsitzender der Bitburg-Prümer Jungsozialisten vorschlägt.

Eine Entscheidung über diese und andere Fragen, wie etwa nach Mindest- und Maximalalter der Jugendvertreter, soll aber erst nach den Sommerferien fallen. Dann will die Stadt zur nächsten Ideenwerkstatt einladen.

Und dabei vor allem noch jüngereTeilnehmer ansprechen. Denn unter den zehn Jugendichen, die beim ersten Workshop mitgemacht haben, war nur einer nicht volljährig. Das sah auch Teilnehmer Maurice Britz (19) als Problem an: „Ich finde es gut, dass wir Jugendlichen mitbestimmen können, wie unsere Beteiligung aussehen soll. Jetzt müssen nur noch ein paar Jüngere dazukommen und sagen, was sie möchten.“ Am Ende soll im Herbst ein Vorschlag stehen, über den der Stadtat abzustimmen hat.

So weit ist man auf Kreisebene hingegen noch nicht beim Thema Jugendbeteiligung. Bevor es hier an die Detailfragen geht, müsste der Kreistag sich erstmal grundsätzlich für die Einrichtung eines Gremiums aussprechen.

Soweit könnte es aber schon bei der nächsten Sitzung am Montag sein. Denn zumindest steht ein Antrag zum Thema auf der Tagesordnung. Auch hier hat Cuervo Müller von den Jusos mitgewirkt. Eingebracht hat ihn die SPD-Fraktion im Kreistag.

Konkret fordern die Sozialdemokraten darin aber nur, dass sich eine Projektgruppe aus Fraktionen, Verwaltung, Schulen und Schülern mit der Einrichtung eines Jugendkreistags auseinandersetzen soll. Ob und wie so ein Gremium dann wirklich entsteht, wäre also auch nach einem Beschluss noch offen.

Für David Cuervo Müller wäre das „zumindest ein erster Schritt in Richtung mehr Teilhabe.“ Die der Bitburger Auszubildende auch auf kommunaler Ebene für wichtig hält: „Schließlich wird dort über ganz andere Themen abgestimmt als in der Stadt — etwa über den ÖPNV oder den Breitbandausbau. Nur zwei Beispiele, für Themen, die die jüngere Generation ja sehr stark betreffen.“

Was er sich etwa vorstellen könnte, wäre ein Projektkreistag, der sich nur zu bestimmten Themen zusammenfindet und darüber debattiert. Also nicht unbedingt ein Jugendparlament auf Kreisebene, das regelmäßig tagt. Bevor es an solche Detailfragen geht, liegt der Ball aber erstmal beim Kreistag.