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Eifeler Keramiker Walter Plein stirbt mit 55 Jahren

Nachruf : Trauer um Walter Georg Plein, den Vater der Viez-Porz

Der Speicherer Keramiker Walter Georg Plein ist tot. Der 55-Jährige verstarb vergangene Woche überraschend. Sein Betrieb produziert die Original-Viez-Porz.

 Walter Georg Plein sei eher ein unauffälliger Mensch gewesen, sagt der Speicherer Stadtbürgermeister Erhard Hirschberg. Zumindest eines seiner Produkte aber kennt in der Region Trier jeder: die Viez-Porz.

Seit mehr als 50 Jahren produziert seine Firma, die Kunstkeramischen Werkstätten Gebrüder Plein, den traditionellen Porzellanbecher. Die Trierer Viezbruderschaft hat dem Eifeler dafür 2012 sogar eine Ehrenporz verliehen.

Keine zehn Jahre nach dieser Auszeichnung ist der 55-jährige Vater des Kultgefäßes nun überraschend verstorben. „Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, heißt es in der Traueranzeige der Viezbruderschaft.

Walter Georg Plein war Nachfahre einer jahrhundertealten Krugbäckerfamilie. Die sogenannte Herrgottsfabrik in der Bahnhofstraße in Speicher wurde stets vom Vater an den Sohn weitergegeben. Walter Georg Plein führte den Betrieb, dessen Ursprünge auf das Jahr 1880 zurückgehen, in der vierten Generation.

Der Keramik- und Töpfermeister übernahm das Unternehmen dann im Jahr 2000.  Zuvor besuchte der Speicherer von 1985 bis 1987 die Staatliche Fachschule für Keramik in Landshut, Bayern.

Er erlernte dort das Töpferhandwerk, einen der ältesten Berufe der Welt. Im Anschluss an die Fachschulzeit erwarb er 1988 an der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz den Meistertitel im Keramiker-Handwerk. Später kehrte er in die Eifel zurück, um im Familienbetrieb zu arbeiten.

Dort wurden und werden neben den traditionellen Porzen auch andere Porzellanarbeiten hergestellt, etwa Dekorationsartikel oder Grabschmuck, filigrane Arbeiten. Die Porz allerdings ist ein Unikum. Nach Angaben der Trierer Viezbruderschaft ist der Speicherer Betrieb der deutschlandweit einzige verbliebene Hersteller.

Und das soll wohl auch so bleiben. Nach Angaben von Stadtbürgermeister Erhard Hirschberg will die Familie den Betrieb nach dem Tod des Inhabers weiterführen.