Der Eifelkreis bald im Livestream, bei Facebook und Instagram? Eifeler Kreis-Fraktionen machen sich auf zu neuen digitalen Ufern

Bitburg-Prüm · SPD und FDP fordern Instagram und Facebook-Profile für den Eifelkreis. Die CDU will die Sitzungen des Kreistags als Video im Netz übertragen. Bringt dies die Politik näher zu den Bürgern?

 Macht der Eifelkreis hier auch bald mit?

Macht der Eifelkreis hier auch bald mit?

Foto: AP/Matt Rourke

Spätestens seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat Joachim Streit die sozialen Medien für sich entdeckt. Kaum ein kommunaler Politiker ist auf Facebook so aktiv wie der Bitburg-Prümer Landrat. Und so erfolgreich: Rund 9300 Menschen folgen dem Profil des Kreischefs inzwischen. Eine Popularität, die dem 55-Jährigen auch angesichts der kürzlich bekannt gewordenen Kandidatur für den Landtag gelegen kommen dürfte.

Andere Kanäle des Eifelkreises sucht man hingegen vergebens. Anders als die Nachbarkommunen Bernkastel-Wittlich und Vulkaneifel gibt es weder bei Facebook noch bei Twitter oder Instragram einen Auftritt der Verwaltung. Was Streit praktisch zum einzigen Sprachrohr des Kreises macht.

Das ist auch den Eifeler SPD und FDP-Fraktionen im Kreistag aufgefallen. „Unserer Meinung nach ist die öffentliche Darstellung eine Aufgabe des ganzen Kreises und nicht nur des Landrates“, sagt Liberalenchef Jürgen Krämer dazu. Weswegen er mit Sozialdemokrat Nico Steinbach einen gemeinsamen Antrag für den nächsten Kreistag erarbeitet hat. Darin fordern die beiden, die Einrichtung eines Facebook- und eines Instagramprofils für den Eifelkreis.

Was sich die Kommunalpolitiker von der Social-Media-Präsenz versprechen, ist mehr Transparenz und Bürgernähe. Und das, „ohne den Bürgern physisch nah sein zu müssen“. Eine Möglichkeit der Kommunikation, die gerade in Corona-Zeiten wichtig sei. Aber auch im „Alltag ohne Krisenmodus“, die Bevölkerung auf dem Laufenden hält. Zudem, sagt Krämer, böte gerade ein Instagram-Account, die Möglichkeit, jüngere Menschen anzusprechen. Eine Personengruppe, die sich für Kommunalpolitik bislang nicht zwingend interessierte. „Ob das wirklich gelingt wissen wir erst, wenn wir es versuchen“, sagt Krämer.

Junge Menschen für Kommunalpolitik begeistern und mehr Transparenz herstellen — das sind auch die Ziele hinter einem Antrag, den die CDU-Fraktion in den kommenden Kreistag einbringt. Weil sich nur selten Besucher in den Kreistag verirren, planen die Christdemokraten nämlich, die Sitzungen als Livestream im Internet zu übertragen. Von der Couch aus könnten die Bürger die Abstimmungen dann zeitgleich mitverfolgen.

Im Stadtrat Trier gibt es dazu bereits ein Vorbild. Das Gremium ist seit 2017 auf Sendung und verbucht hohe Zugriffszahlen. Allerdings ist die Installation von Kameras und die Übertragung mit Kosten verbunden. Weswegen die CDU vorschlägt, das Thema zunächst im Kreisausschuss vorzuberaten.

Über beide Anträge soll am Montag abgestimmt werden. Der Kreistag trifft sich um 14.30 Uhr in der Gemeindehalle Irrel.

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