Eifeler Mauerfall

Völker hört die Signale: Die Eifel-Vereinigung steht bevor. Denn so kann es nicht weiter gehen: Eine Stadt, zwei Rathäuser, zwei Bürgermeister und der Rest - das ist für den Steuerzahler absolut kein Fest.

"Doppelt-gemoppelt hält besser", meint Walburga. "Aber nicht beim Verwalten", versuche ich ihr zu erklären. Aber Walburga wäre nicht meine Frau, wäre sie nicht so beratungs-resistent. Nix lässt sie sich sagen. Wie diese Politiker.

Dabei wäre es so einfach: Erst fusioniert Bitburg-Stadt mit Bitburg-Land, dann werden Speicher, Irrel, Kyllburg und Neuerburg "eingemeindet". Das Ziel: Die Einheitsgemeinde "Südeifel". Verwaltungssitz könnte - der Übersicht halber - im Tower des Flugplatzes sein. Zum Fliegen wird der so schnell eh nicht gebraucht. Ich sehe förmlich schon vor mir, wie die durch hohe Abwassergebühren geschundenen Ländler Freudenfeste in der nigelnagelneuen Stadthalle feiern, dem Gemeinschafts-Dorfgemeinschaftshaus, während die Städter erstmal einen Teil der riesigen Kanalnetz-Kosten mittragen. "Da wächst zusammen, was zusammengehört", wird der Südeifel-Oberbürgermeister sagen, wenn die Mauer in den Köpfen zwischen Stadt und Land gefallen ist.

Was für ein Tag! Jahre später wird sich jeder noch genau dran erinnern können, wo und wie er den Eifeler Mauerfall erlebt hat. "Ich habe Tränen der Freude geweint, als die Eifel-Ost-Erweiterung kam", wird wohl auch Walburga sagen, die eine Freundin in Arenrath hat, die sie leider zu selten sieht - sonst könnten wir auch öfter bei uns daheim (in Ruhe) Skatspielen.

"Pitter", höre ich ihr zartes Stimmchen. "Ich dachte, weil der Paul ja jetzt weg ist, werde ich in eure Skatrunde einsteigen." Das schlägt sie allen Ernstes vor. "Du bist vielleicht reizend-gereizt, aber vom Reizen hast Du doch keine Ahnung", sage ich, im Bemühen, die letzte Bastion zu retten. Sonst wächst am Ende noch zusammen, was niemals-nie zusammengehört! Aber erklärt das mal meiner Frau… Viel Erfolg,

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