Eifeler Schule zahlt 500 Euro Kopfgeld für jeden neuen Schüler

Eifeler Schule zahlt 500 Euro Kopfgeld für jeden neuen Schüler

Die Aktion am Schulzentrum Speicher ist einmalig in Rheinland-Pfalz: Eltern bekommen dort 500 Euro in bar, wenn sie ihr Kind für die fünfte Klasse anmelden. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion lässt das überprüfen.

51 Anmeldungen braucht das Schulzentrum Speicher noch, um als Realschule plus fortbestehen zu dürfen. Deshalb hat der Schulzweckverband Speicher eine landesweit einmalige Aktion gestartet. Eltern, die ihre Kinder für die fünfte Klasse anmelden, bekommen 500 Euro in bar, ein Begrüßungsgeld. "Das ist ein Sahnehäubchen und für Schulmaterialien gedacht", sagt Rudolf Becker, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Speicher.

Das sieht die Schulaufsicht anders. "Wir halten diese Art von Schülerwerbung für bedenklich", sagt Eveline Dziendziol von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier dem Volksfreund. Das Landesbildungsministerium sieht dies laut einem Sprecher genauso. Die ADD hat nun die Kommunalaufsicht eingeschaltet, um den Vorgang zu prüfen. Allerdings gelte: "Wenn die Mittel vorhanden sind, hat die Kommunalaufsicht keine Handhabe."

Im Speicherer Schulzentrum gibt es derzeit eine Haupt- und eine Realschule. Sind die Anmeldungen für die geplante Realschule plus zu gering, wird die Einrichtung geschlossen. Bisher gibt es laut Joachim Streit, Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm, 21 Anmeldungen. 30 Kinder müssen also noch gewonnen werden, um die Schule zu retten.

Das Begrüßungsgeld wird vom Schulzweckverband, in dem die Verbandsgemeinden (VG) Speicher, Trier-Land und Wittlich-Land organisiert sind, zur Verfügung gestellt. Becker: "Die VG Speicher zahlt das Geld als freiwillige Einlage. Finanziert wird der Betrag aus Rücklagen der Haushaltskasse." Trier-Land und Wittlich-Land wollten sich nach Beckers Aussage nicht beteiligen: "Da wir sowieso mit 80 Prozent am Zweckverband beteiligt sind, haben wir die restlichen 20 Prozent mitgetragen."

Der Standort bietet Platz für insgesamt 1000 Schüler, derzeit besuchen 300 Kinder den Unterricht. "Den Versuch ist es wert", meint Landrat Streit, "die Aktion zeigt, wie wichtig den Menschen der Schulstandort ist."

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