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Eifelgold in voller Pracht

Eifelgold in voller Pracht

Nun erstrahlt sie wieder - die Eifel in einer goldgelben und herb-duftenden Pracht. Hänge und Wegränder sind geschmückt mit einem Strauch, der zahlreiche Insekten, Schmetterlinge und Hummeln anlockt. Die ansonsten recht unscheinbare Pflanze mit ihren dunkelgrünen Blättern wird "Eifelgold" genannt.

Daun. Beim "Eifelgold" handelt es sich um einen bis zu zwei Meter hohen, stark verzweigten Strauch, den der Botaniker "Besenginster" nennt. Der Name nimmt dem Gewächs jedwede Romantik.

Dabei wächst er überall in Deutschland, aber nirgendwo ist zu hören oder zu lesen, dass er "Hunsrück-, Schwarzwald- oder Taunusgold" genannt wird. Der Ausdruck Eifelgold ist bereits zu einem markanten Begriff und Werbenamen geworden.

Was heute den Naturfreund erfreut, diente in vergangener Zeit dem Menschen, der alles verwerten konnte, was die Natur bot. Mit Ginsterruten konnte man Dächer abdecken, und die getrockneten Zweige waren ideales Anfeuerungsholz für den häuslichen Herd oder den Backes.

Seine Nutzung im Mittelalter als Heilpflanze gegen Kreislaufstörungen und niedrigen Blutdruck ist heute nahezu vergessen. Zu recht, denn die Pflanze ist leicht giftig, und Kinder werden gewarnt, die Früchte, die wie Erbsenschoten aussehen, zu verzehren.

Am bekanntesten ist wohl sein Gebrauch als Besen, mit dem sich Haus, Hof und Stallungen bestens reinigen ließen. Dies verkündet noch sein biologischer Name "Besenginster". Dieses breitwachsende Gehölz mit seinen goldgelben Schmetterlingsblüten wird in unserem Dialekt allerdings nicht Ginster, dieses Wort stammt vom althochdeutschen "genester" ab, sondern "Jimst" genannt. Nicht immer stand dieser Strauch so hoch im Ansehen wie heute. Ginster war nichts Wertvolles. Mit negativem Unterton bezeichnete man schlechtes Bier als "Jimsterbier" oder den Flurschütz als "Jimstförster".

Es ist wohl Dichtern und Landschaftsmalern zu verdanken, dass dem Besenginster in der Eifel der schöne Name "Eifelgold" verliehen wurde. Gleich, ob das Künstler waren wie Fritz von Wille, Wilhelm Degode, Curtius Schulten, Pitt Kreuzberg, Peter Otten und viele andere oder Dichter wie Clara Viebig, Maria Homscheid, Victor Baur oder Claudia Pfeiffer, die 1981 das Gedicht "Es war in einer Maiennacht" im Jahrbuch des Kreises Daun veröffentlichte.

Wer der Urheber dieser poetischen Begebenheit ist und wann sie geschrieben wurde, wird wohl stets ein Geheimnis bleiben. So muss man auf Sagen und Legenden zurückgreifen, die aber auch nicht ein allzu hohes Alter aufweisen.

So hat der Dauner Victor Baur in Gedichtform einen römischen Soldaten beschrieben, der unbewusst Ginstersamen in seinen Stiefeln auf seinem langen Marsch aus dem warmen Italien ins kalte Germanien mitschleppte und diesen dann auf der Eifelheide ausstreute, wo "er Kraft und Keim fand". Das Gedicht vom Ginster Es war in einer Maiennacht, da stieg vom Himmel der Herrgott sacht und schritt durch das stille Eifelland. Die Berge dehnten sich braun und groß, doch der liebe Gott fand's nackt und bloß das arme Eifelland. Er griff in des Himmels blaue Fern und holte herab viel tausend Stern, die verstreut er mit gütiger Hand. Als in der Frühe die Heide erwacht, war sie mit Golde überdacht bis an den äußersten Rand. Der grüne Ginster golden blüht, am Himmel die Maiensonne sprüht, voll Gold ist das Eifelland!