1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Eifelkreis stellt Französisch-Programm für Kitas auf sichere Beine

Familie : So lernen Kinder Französisch in der Eifel

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm gibt es in 27 Kitas, die am Programm „Lerne die Sprache des Nachbarn“ teilnehmen. Nun hat der Kreis das Projekt als Förderschwerpunkt festgelegt.

Selbstverständlich ist dieses Angebot nicht. Seit Jahren können Kita-Kinder im Eifelkreis Französisch lernen. In 27 Kindertagesstätten werden die Jungen und Mädchen von Muttersprachlern spielerisch an die Sprache herangeführt. Die Kosten teilen sich das Land, der Eifelkreis und die Gemeinden – und das nun schon seit dem Jahr 2000.

Durch das neue „Gute-Kita-Gesetz“, das am 1. Juli in Kraft tritt, wird die Finanzierung der Kindergärten neu organisiert. Zukünftig wird für die Kitas Geld fürs Personal zur Verfügung gestellt – abhängig von der Zahl und dem Alter der Kinder. Zudem gibt es ein „Sozialraumbudget“, bestückt mit Geld vom Land und vom Kreis. Die Jugendhilfeausschüsse der Kreise entscheiden, wo die Förderschwerpunkte in ihren Kindergärten liegen, die dann mit Mitteln aus diesem Topf finanziert werden.

Im Eifelkreis wurde entschieden, das Projekt „Lerne die Sprache des Nachbarn“ als Förderschwerpunkt zu wählen – und damit ist nun auch die Finanzierung dieses seit mehr als zwei Jahrzehnten laufenden Programms für die Zukunft gesichert.

Die Bedeutung des Programms erklärt Thomas Konder, Sprecher der Kreisverwaltung: „Zwischen dem Eifelkreis und Luxemburg bestehen vielfältige und enge Verbindungen. Vor diesem Hintergrund hat sich der Einsatz an französischen Fachkräften bewährt.“ Weiter berichtet er: „daher soll die Arbeit mit den französischsprachigen Fachkräften erhalten und im Rahmen des Sozialraumbudgets  weitergeführt werden.“ Die Kosten: rund 490 000 Euro im Jahr.

Die Kinder beteiligen sich rege an dem Projekt. In Bettingen sind sie es beispielsweise gewohnt, dass Nathalie Dellandrea, die aus Paris stammt, von montags bis mittwochs zu ihnen in die Gruppe kommt, sie auf Französisch begrüßt und sie fragt, ob sie gut geschlafen haben.

Die Kinder malen, singen und backen zusammen mit der Französin. So haben sie auch schon einen „Galette des Rois“, den Dreikönigskuchen, gebacken, in den eine Porzellanfigur eingebacken wird. Wer diese in seinem Kuchenstück findet, ist an diesem Tag der König und kann sich eine Königin aussuchen.

Projekte werden ebenfalls im Rahmen des Programm „Lerne die Sprache des Nachbarn“ umgesetzt. Im Außenbereich der Kita in Bettingen wird ein Bauwagen gestaltet. In der Französischzeit malen die Kinder Entwürfe für die Umgestaltung und besprechen diese.

Nathalie Dellandrea erklärt, wie spielerisches Lernen geht: „Dabei benennen die Kinder die Farben, ich erkläre auf Französisch, was ich auf ihren Bildern sehe, zwischendurch singen wir und so hören die Kinder die Sprachmelodie, sie verstehen sehr viel und ihre Aussprache wird sehr natürlich, weil sie nicht darüber nachdenken, sondern einfach sprechen.“

Das kann Karin Stockemer bestätigen. Ihr Sohn war im Kindergarten Bettingen und hat inzwischen im Gymnasium Französisch als dritte Fremdsprache gewählt: „Seine Aussprache ist sehr gut und er ist von Frankreich begeistert. Wir mussten sogar auf seinen Wunsch hin schon nach Paris fahren.“

Anna Gasper, die inzwischen in die neunte Klasse geht, erinnert sich ebenfalls noch gerne an Französisch im Kindergarten: „ich mache bis heute gerne Französisch. Es hat mir den Einstieg in die Sprache erleichtert und es war im Kindergarten eine schöne Abwechslung. Wir hatten sogar einen Auftritt im Haus der Jugend.“

In der Grundschule Bettingen wird Französisch als Arbeitsgemeinschaft weiter angeboten. Das nehmen viele Kinder gerne an. So auch Sara Meyer: „In der AG macht es mir immer noch Spaß. Im Kindergarten hatten wir eine Ausstellung in der Sparkasse und ich hatte ein französisches Gedicht gelernt.“ 

Durch den Beschluss der Kreisgremien und die Zuschüsse vom Land, geht das Programm nun also in eine, auch finanziell gesicherte Zukunft.