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Eifelpark Gondorf bereitet sich mit neuen Attraktionen auf die kommende Saison vor

Eifelpark Gondorf bereitet sich mit neuen Attraktionen auf die kommende Saison vor

Mit einer Weltneuheit möchte der Eifelpark Gondorf in die kommende Saison starten. Vor wenigen Wochen haben die Aufbauarbeiten für das Fahrgeschäft "Seeräubers Kanonenritt" begonnen. Bis Anfang April soll die Anlage fertig sein. Zudem sind weitere Attraktionen geplant.

Meter für Meter werden leicht gebogene Eisenrohre zu einem Ring verbunden. Ist der eine Ring fertig, folgt der nächste. Von oben sieht es so aus, als würden die Arbeiter eine riesige Schüssel errichten. Doch das, woran hier gearbeitet wird, ist ein neues Fahrgeschäft. Am 8. April startet im Eifelpark Gondorf die neue Saison. Und bis dahin soll das fertig sein, was laut der internen Herstellerbezeichnung den Namen Rapido trägt, im Eifelpark aber "Seeräubers Kanonenritt" heißen wird.

Das, was an eine Schüssel erinnert, ist die Arena. In dieser Hohlkehle mit einem Durchmesser von 16 Metern werden nachher zehn Fahrzeuge, die jeweils über eine vier Meter lange Teleskopstange mit dem rotierenden Zentrum verbunden sind, ihre Runden mit einer Neigung von bis zu 60 Grad drehen.

Für den Eifelpark ist das eine neue Attraktion. Für Michael Giesa ist es sogar noch mehr: "Es freut uns sehr, dass wir den Eifelpark als Erstkunden für diese wirklich einzigartige Weltneuheit gewinnen konnten", erklärt der Geschäftsführer der Inno-Heege Freizeittechnik. Er glaubt, dass das neue Fahrgeschäft nicht nur Besucher anlocken wird. "Wir gehen davon aus, dass viele potenzielle Käufer internationaler Freizeitparks den Weg nach Gondorf finden werden, um das Karussell in Augenschein zu nehmen", so Giesa.

Der Kanonenritt, der zwischen dem Tretbootsee und dem Wildwasserrondell aufgebaut wird, ist aber nicht die einzige Neuheit für 2017. Ebenfalls in der Umsetzung sind eine Familienachterbahn (Käpt'n Jacks Wilde Maus), ein barrierefreies Karussell, die Vergrößerung des Tretbootsees sowie zusätzliche Angebote vor allem für die ganz kleinen Parkbesucher.

Nachdem im vergangenen Jahr der Bebauungsplan geändert wurde, darf der Park jetzt auch Fahrgeschäfte mit einer Höhe von bis zu 50 Metern errichten. Zuvor galt als Grenze die Höhe der Baumwipfel, die bei ungefähr 25 Metern liegt, sodass das Kettenkarussell die bislang höchste Attraktion im Eifelpark war. Und dabei wird es vorerst wohl auch bleiben.
Wie die Sprecherin des Eifelparks, Judith Holthausen, erklärt, sind derzeit keine hohen Fahrgeschäfte wie beispielsweise ein so genannter Free Fall Tower geplant. Wenngleich sich der im Rummelplatzgeschäft tätige Betreiber des Eifelparks, Alexander Goetzke, mit hohen Fahrgeschäften durchaus auskennt: In den vergangenen Jahren war er auf Volksfesten unter anderem mit einem 55 Meter hohen Kettenflieger unterwegs.

In Gondorf selbst hätten viele Bürger nichts dagegen, wenn der Eifelpark auf Fahrgeschäfte dieser Größenordnung verzichten würde. So haben sich im Rahmen der Bebauungsplanänderung auch zahlreiche Anwohner mit Stellungnahmen zu Wort gemeldet. Und scharf kritisiert wurde dabei ein entsprechendes Lärmgutachten, das nach Auffassung einiger Anwohner die tatsächliche Belastung für das angrenzende Wohngebiet verharmlost. Darüber hinaus gab es Beschwerden wegen der zusätzlichen Verkehrsbelastung im Ort und der Zerstörung des Landschaftsbilds. Die Änderung des Bebauungsplans, so die Kritiker, gehe auf Kosten der Lebensqualität im Ort.Meinung

Ein wertvoller KompromissDer Ausbau des Eifelparks steht jetzt rechtlich auf sicheren Füßen. Obwohl die Erweiterung des Parks nicht jeden Anwohner, dessen Grundstück an das Areal grenzt, begeistert, hat die Politik für die Parkbetreiber Planungssicherheit geschaffen. Zum einen hat der Orstgemeinderat Gondorf den Bebauungsplan einstimmig abgesegnet, zum anderen hat der Verbandsgemeinderat die dazu notwendige Änderung des Flächennutzungsplans besiegelt. Dabei wurden aber nicht nur die Interessen der Parkbetreiber und mit den Höhenbegrenzungen für Fahrgeschäfte die Belange der Anwohner gegenübergestellt und abgewogen. Bei ihren Entscheidungen hatten die Räte mit Sicherheit auch die Familien mit Kindern aus der Region im Blick, die den Freizeitpark regelmäßig und gerne besuchen. Die Entwicklung des Eifelparks mit bald 300 000 Besuchern ist aber auch für den Fortschritt des Tourismus der gesamten Region und damit für alle Hotel- und Gastronomiebetriebe von Bedeutung. c.moeris@volksfreund.de