Gondorf Eifelpark Gondorf: Betreiber entlässt fast alle Mitarbeiter wegen Streit mit Gemeinde um Parkplatzpacht

Gondorf · Ist es der Anfang vom Ende für den Eifelpark Gondorf? Der Betreiber der Freizeiteinrichtung hat elf seiner 14 festangestellten Mitarbeiter zum Saisonende am 21. Oktober entlassen. Auch die Zeitverträge der gut 20 Aushilfskräfte wurden nicht verlängert. Hintergrund für diesen Schritt ist insbesondere der Streit des Betreibers mit der Gemeinde Gondorf über die Höhe der Parkplatzpacht.

Gondorf: Eifelpark Gondorf: Betreiber entlässt fast alle Mitarbeiter wegen Streit mit Gemeinde um Parkplatzpacht
Foto: Archiv/Uwe Hentschel

(neb) Die Ortsgemeinde Gondorf stellt dem Eifelpark seit mehreren Jahren eine gut 30.000 Quadratmeter große Fläche unter anderem für Parkplätze zur Verfügung. Bislang hatte der Betreiber des Eifelparks, Bernd Capellen, der 2004 den Freizeitpark mit der von ihm gegründeten Eifelpark GmbH übernommen hat, dafür eine jährliche Pacht in Höhe von rund 22.000 Euro gezahlt. Schon im letzten Jahr hatte er die Zahlung zunächst verweigert und der Gemeinde Subventionsbetrug vorgeworfen: Diese hatte vor mehr als 20 Jahren für damals 900.000 Mark auf der gemeindeeigenen Fläche Parkplätze und den Eingangsbereich samt Toilettenanlage bauen lassen. 60 Prozent der Kosten bezuschusste das Land als Förderung für die Tourismusregion. Anschließend verpachtete die Gemeinde den Parkplatz und die Toiletten an den Eifelpark, der dafür gut 22.000 Euro entrichtete. Doch der Parkbetreiber zog im vergangenen Jahr vor Gericht und bezichtigte die Gemeinde des Subventionsbetrugs: Das damals eingesetzte Fördergeld diene nicht dem Tourismus, sondern nur der Gemeindekasse. Die Staatsanwaltschaft Trier betrachtete den Vorwurf allerdings als verjährt, jedoch befand ein Richter des Landgerichts, dass der Pachtvertrag, der noch vom Vorgänger des heutigen Betreibers unterzeichnet worden war, nicht wirksam auf die heutige Eifelpark GmbH übergegangen sei. Deshalb müsse zum Jahr 2013 ein neuer Vertrag ausgehandelt werden. Doch bislang konnten sich die Gemeinde und der Betreiber nicht auf einen neuen Pachtvertrag einigen. Da er keine Planungssicherheit habe, habe er vorsichtshalber fast allen Mitarbeiter gekündigt, sagte der Eifelparkbetreiber auf Nachfrage von volksfreund.de. Nur noch eine Notbesetzung kümmere sich weiter um die Pflege der Tiere. Das Tiergehege wird damit anders als in den Vorjahren in den Wintermonaten nicht für Besucher offenstehen. Sowohl Capellen als auch die Ortsgemeinde bekräftigen allerdings, dass sie weiterhin zu Verhandlungen bereit sind. Bislang liegen aber die Vorstellungen über die Höhe der künftig zu zahlenden Pacht für den Parkplatzbereich noch weit auseinander.