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Eifelpark Gondorf: Entscheidung über Schließung fällt am Dienstagabend

Eifelpark Gondorf: Entscheidung über Schließung fällt am Dienstagabend

Das Pokern um die Zukunft des Eifelparks geht weiter: Bis zum kommenden Dienstagabend will Bernd Capellen entscheiden, ob er den Park weiter betreiben wird. Zwar hat die Gemeinde Gondorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) dem Geschäftsführer Lösungsvorschläge im Streit um die Parkplatznutzung unterbreitet. Doch diese sind Capellen nicht verbindlich genug.

Alte Laubblätter und Regenwasser sammeln sich auf den Sitzen des Kettenkarussells und der meterlangen Rutsche. Die menschengroßen Kunststoffbären, die im Sommer die Wege des Eifelparks säumen, stehen in Reih und Glied aufgereiht in der Imbissbude.
Der Eifelpark Gondorf hält derzeit Winterschlaf. Ob er aus diesem noch einmal aufwachen wird, ist derzeit ungewisser denn je: Parkbetreiber Bernd Capellen hatte der Gemeinde Gondorf eine Frist bis zum 30. November gesetzt, bis zu der er eine Einigung über die weitere Nutzung der Parkplatzflächen (siehe Extra) gefordert hatte. Er erwarte von der Gemeinde "verbindlich und schriftlich" eine Aussage darüber, wie diese zukünftig den Parkplatz in Eigenregie betreiben wolle. Andernfalls werde er "den Verkaufsauftrag für die Fahrbetriebe erteilen", hatte der Unternehmensberater zudem in einem Schreiben an die Verbandsgemeinde (VG) Bitburg-Land angekündigt. "Ansonsten ist danach der Eifelpark Geschichte", teilte er auch dem TV schriftlich mit. Otmar Kaufmann, Ortsbürgermeister der Gemeinde Gondorf, ist angesichts dieser Aussagen irritiert: Die Gemeinde habe der Eifelpark GmbH, deren Geschäftsführer Capellen ist, in den vergangenen Wochen mehrere Vorschläge zur Lösung des Parkplatzstreits unterbreitet: "Vergeblich, der Gesellschafter der Eifelpark GmbH war nicht bereit zu verhandeln."
Zuletzt hat der Gemeinderat Mitte November über die Nutzung der Parkplatzflächen vor dem Eingangsbereich der Einrichtung gesprochen. Der Rat ist laut Kaufmann nach wie vor bereit, der Eifelpark GmbH die gut 30.?000 Quadratmeter große Fläche zu verpachten. Sollte keine Einigung über die Höhe der Pacht erzielt werden, werde der Parkplatz von der Gemeinde in Eigenregie weiterbetrieben - "in welcher Form, das muss Herr Capellen schon uns überlassen", betont Kaufmann und ergänzt: "Die Fläche kann auf jeden Fall weiter für die Besucher des Eifelparks genutzt werden."
Dies habe er der Eifelpark GmbH in einem Schreiben vom 27. November auch mitgeteilt. Dieses enthalte allerdings für einen Unternehmer, der "Planungssicherheit" benötige, "keine verbindlichen, brauchbaren Aussagen", kritisiert Capellen, der am gestrigen Freitag jedoch seine eigentlich abgelaufene Frist noch einmal verlängert hat: "Am Dienstagabend werde ich meine endgültige Entscheidung treffen", erklärt er in einer E-Mail an den TV: Die Gemeinde sei für ihn "kein verlässlicher Partner". Sowohl Kaufmann als auch der Bürgermeister der VG Bitburg-Land, Josef Junk, betonen derweil, dass man dennoch weiterhin zu Gesprächen bereit sei: "Es wäre schade, wenn der Eifelpark zumachen würde", sagen beide, "das wäre touristisch ein Verlust für uns und die Region."
Vermittlungsgespräch abgesagtEin für Mitte Dezember vereinbartes Gespräch mit Vertretern der Ortsgemeinde, der Verbandsgemeinde und des Kreises, in dem Landrat Joachim Streit vermitteln sollte, hat Capellen allerdings mittlerweile abgesagt. Der Eifelparkbetreiber glaubt offenbar nicht mehr an eine Einigung: "Ich komme mit der Gemeinde nicht zurecht - das ist wie in manchen Ehen, irgendwann passt es einfach nicht mehr." Im Nachhinein betrachtet, sei es vor acht Jahren "ein gravierender Fehler" gewesen, den Eifelpark überhaupt zu übernehmen: "Ich hatte den Park übernommen, weil ihn keiner wollte - heute weiß ich, warum." Es ist wohl mehr als fraglich, ob der Eifelpark im kommenden Jahr noch einmal öffnen wird - es wäre die 50. Saison der Freizeiteinrichtung.
ExtraDer Gemeinde Gondorf gehört eine gut 30.?000 Quadratmeter große Fläche vor dem Eifelpark. Vor etwa 20 Jahren ließ sie dort für knapp 300 Parkplätze und den Eingangsbereich des Parks samt Toilettenanlage bauen. 60 Prozent der Kosten bezuschusste das Land als Förderung für die Tourismusregion. Die Gemeinde verpachtete die Fläche an den Eifelpark, der dafür bislang jährlich gut 22?.000 Euro zahlte. Zu viel aus Sicht Capellens, der der Gemeinde im vergangenen Jahr Subventionsbetrug vorwarf: Das eingesetzte Fördergeld diene nicht dem Tourismus, sondern allein der Gemeindekasse.Vor Gericht scheiterte Capellen zwar, allerdings befand der Richter, dass der Pachtvertrag, der noch vom früheren Parkbetreiber unterzeichnet worden war, nicht wirksam auf die Eifelpark GmbH übergegangen sei. Allerdings, so der Richter, habe die GmbH den Vertrag in den Vorjahren dadurch gültig gemacht, dass sie die Pacht dennoch bezahlte. Zum neuen Jahr 2013 müsse aber ein neuer Vertrag ausgehandelt werden: Doch die Parteien konnten sich bislang nicht einigen. neb