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Eifeltierheim in Altrich hält allein die Stellung – Die anderen Tierheime in der Region sind zu

Kostenpflichtiger Inhalt: Wegen des Coronavirus : Eifeltierheim in Altrich hält allein die Stellung – Die anderen Tierheime in der Region sind zu

Weniger Spenden und hohe Kosten – auch das Eifeltierheim Altrich hat mit Corona zu kämpfen. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Die Vermittlung von Katzen läuft derzeit gut. Denn wegen der Ausgangsbeschränkungen fühlen sich offenbar viele Menschen einsam.

Derzeit verbringen viele Menschen notgedrungen sehr viel Zeit zu Hause. Für Alleinstehende können solche Wochen in Isolation hart sein. Manche entwickeln Depressionen. Klar, dass sich in der Krise viele nach Gesellschaft sehnen. Und wenn es sich dabei um eine Katze oder ein Meerschweinchen handelt.

Im Eifeltierheim in Altrich bei Wittlich gibt es daher mal wieder viel zu tun. Noch immer werden dort Schützlinge aufgenommen, versorgt und weitergegeben. Und das ist in diesen Zeiten alles andere als selbstverständlich.

Mitte März haben die Tierheime in Mayen und im Trierer Stadtteil Zewen ihre Häuser für den Publikumsverkehr geschlossen. „Der Virus zwingt uns zu bislang nicht vorstellbaren Maßnahmen und wir hoffen inständig, dass alle gut und gesund durch diese Krise kommen“, schreibt Inge Wanken vom Vorstand des Trierer Vereins im sozialen Netzwerk Facebook.

In Altrich sei dies, nach Absprachen mit dem Kreisveterinäramt, aber nicht geplant, sagt der Tierheimleiter Rainer Kordel: „Wir bleiben offen.“

Das Eifeltierheim hält somit als einzige geöffnete Einrichtung im Umkreis etlicher Kilometer die Stellung. Was allerdings nicht heißt, dass der Ausbruch des Virus keine Auswirkungen auf das Haus hat.

Die für Kordels Team gravierendste Folge der Pandemie: Es kämen immer weniger Spenden rein. Noch vor zwei Wochen sei viel Laufkundschaft vorbeigekommen und habe Geld dagelassen. Doch seit einiger Zeit ließe sich kaum noch jemand blicken, wie Kordel sagt: „Was ja gut ist, weil die Leute zu Hause bleiben sollen.“ Für das Tierheim aber bedeute dies einen finanziellen Verlust, der bislang noch nicht zu beziffern sei: „Wir merken einfach, dass es weniger wird.“

Leider, sagt der Leiter der Einrichtung, bleiben die Ausgaben aber gleich hoch. Fixkosten für den Tierarzt, für Verpflegung, Strom-, Heiz- und Personalkosten fielen ja immer noch an. Ein gewisser finanzieller Puffer verbleibe zwar, aber wer wisse schon, wie lange der noch reichen wird.

Denn Kordel befürchtet, dass die Kosten in den nächsten Wochen eher steigen werden. Denn wenn sich durch das neue Virus Krankheits- und Todesfälle häufen sollten, würden die meisten Tiere wohl in Altrich landen, sorgt sich der Tierheimchef. „Zum Glück“ laufe aber die Vermittlung derzeit sehr gut. Allein vergangene Woche hätten 21 Katzen neue Besitzer gefunden. Und auch das habe mit Corona zu tun, sagt Kordel.

Zum einen, sagt der Tierheimleiter, fühlten sich im Moment viele Menschen allein. Weil sie wegen der Ausgangsbeschränkungen nicht raus dürfen und daher seltener in Kontakt mit anderen Leuten kämen. Da sei der Wunsch nach einem Gefährten, etwa einem Haustier, natürlich groß. „Und man sollte den positiven Einfluss der Gesellschaft eines Tieres auf die Psyche eines einsamen Menschen nicht unterschätzen“, sagt Kordel.

Und zum anderen sei das Tierheim in Atlrich ja nun das einzige am Platz und nehme daher auch Anfragen aus dem Trierer und Mayener Raum entgegen. „Manche wollen sich jetzt vielleicht noch schnell eine Katze holen, weil sie Angst haben, dass wir auch bald schließen müssen“, sagt Kordel.

Tierheimleiter Rainer Kordel. Foto: TV/Christian Altmayer

Spenden nimmt das Tierheim in Altrich unter folgendem Konto an:Eifeltierheim-Altrich e.V., IBAN DE37 5876 0954 0001 0934 13,BIC GENODED1WTL.