Eifeltypische Hütten ersetzen marode Wigwams im Jugendlager in Prüm

Jugend und Familie : Eifeltypische Hütten ersetzen Wigwams

Gute Nachrichten für Prüm: Das Land fördert die Modernisierung des Jugendcamps in Prüm-Dausfeld.

Die Indianerzeiten im Jugendcamp Prüm sind wohl bald vorbei. Die Holzbauten, Anfang der 70er Jahre aufgestellt, haben ihre besten Zeiten längst hinter sich.

„Die Dachschindeln aus Teerpappe und die Dachluken waren teilweise undicht, hier und da war was in die Wände eingeritzt oder mit Edding beschrieben, die Heizkörper hätten ersetzt werden müssen – die Hütten waren nicht mehr zu erhalten, die hatten ihren Zenit erreicht“, fasst Johannes Reuschen, Stadtbürgermeister von Prüm, den Zustand zusammen.

Schon unter der ehemaligen Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy hatte der Rat sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Tippies zu ersetzen. Die zehn vorhandenen Wigwams sollen abgerissen und ersetzt werden. Die neuen Hütten orientieren sich an der Baukultur Eifel. Stil und Optik der Gebäude sollen ganz bewusst das eifeltypische Bauen widerspiegeln. Die Gesamtkosten sind mit 376 000 Euro angesetzt. Nun erhielt Johannes Reuschen die frohe Botschaft, dass die Stadt eine Leader-Förderung in Höhe von 200 000 Euro erhält.

„Wir lassen die Hütten über den Winter fertigen und haben Zeit, die alten abzureißen“, sagt Reuschen. Die Betonfundamente könne man weiter benützen, was auch Kosten spare. Das zentrale Gebäude mit der Küche sei noch in einem guten Zustand und soll erhalten bleiben.

Franz-Josef Keilen, CDU-Stadtratsmitglied, betreut seit vielen Jahren das Eifel Jugendcamp. „In der Vergangenheit hatte ich sehr viel Arbeit mit den zehn Hütten“, sagt er. Die Belegung ist hoch. In Spitzenjahren kommen mehr als 5000 Gäste. „In diesem Jahr ist die Nachfrage so groß wie nie zuvor gewesen, seit ich mich darum kümmere“, sagt Keilen. Von März bis November sind die Häuser belegt. „Während der Hauptsaison sogar durchgehend“, sagt Keilen.

Von Kindergärten, über Grundschulen, bis hin zu Universitäten und Fachhochschulen, kirchlichen Vereinigungen, Schauspielgruppen, Pfadfinder oder Messdiener – die Einrichtung hat viele Stammgäste, die jedes Jahr wiederkommen. Die meisten reisen aus Nordrhein-Westfahlen an, es gibt aber auch eine Schauspielgruppe aus Belgien, die regelmäßig kommt.

„Die Universitäten und Fachhochschulen veranstalten hier ihre Kennenlern-Wochenenden für Studenten. Dafür eignet sich der Clubraum im großen Haus, wo bis zu 90 Menschen reinpassen“, sagt er.

Auch das große Gelände und die Lage direkt an der Prüm sind attraktiv: So gibt es einen großen Fußball-, einen Spiel- und einen Lagerfeuerplatz. Das Freibad ist nur 100 Meter entfernt. „Die Gäste lieben es, Lagerfeuer zu machen. Wir haben einen Holzverbrauch von 50 bis 80 Metern im Jahr“, sagt Keilen.

Die alten Wigwams im Eifel Jugendcamp in Prüm-Dausfeld sollen abgerissen und durch zehn neue Hütten ersetzt werden. Foto: Stadt Prüm. Foto: Stadt Prüm
Die alten Wigwams im Eifel Jugendcamp in Prüm-Dausfeld sollen abgerissen und durch zehn neue Hütten ersetzt werden. Foto: Stadt Prüm. Foto: Stadt Prüm

Aus Holz werden auch die neuen Hütten sein. „Wir bekommen wieder zehn Stück. Es passen aber statt sieben zukünftig acht Personen rein. Wir gewinnen also zehn Plätze“, sagt Bürgermeister Johannes Reuschen. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Häuschen bereits im Frühjahr 2020 aufgestellt werden.

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