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Eifelverein Bleialf-Schneifel gegen Windkraft am Schwarzen Mann

Bleialf. Der Eifelverein Bleialf-Schneifel hat sich gegen Windkraftanlagen am Höhenzug des Schwarzen Manns ausgesprochen. Es dürfe keinen Eingriff in die Fauna-Flora-Schutzgebiete geben.

Bleialf. Und noch ein Gegner: Nach der "Gegenwind"-Bürgerinitiative (der TV berichtete) hat sich nun auch der Eifelverein Bleialf-Schneifel kritisch zum Vorhaben geäußert: Bei der Jahreshauptversammlung haben die Mitglieder einstimmig eine Stellungnahme beschlossen, sie basiert auf dem Positionspapier des Hauptvereins zum Thema regenerative Energien und Windenergie.
Kernaussage: Die Bleialfer Ortsgruppe spricht sich gegen Anlagen auf dem Schneifelrücken aus, sofern diese für Flächen vorgesehen seien, die als Schutzgebiete ausgewiesen sind. Zitat: "Die Schneifel ist mit Natura 2000 ein ausgewiesenes Fauna-Flora-Habitat-Gebiet und so Teil europaweit zusammenhängender Reservate und Schutzgebiete zum Erhalt der einheimischen Natur in Europa."
Storch, Specht und Kauz


In den Wäldern der Schneifel lebt eine Reihe störungsempfindlicher und teils seltener Tierarten, darunter Schwarzstorch, Mittelspecht, Raufußkauz und Wildkatze. Der Tannenhäher habe dort einen seiner Verbreitungsschwerpunkte in Rheinland-Pfalz.
Der Eifelverein richtet sich dagegen, dieses zusammenhängende Waldgebiet durch Windenergieanlagen auseinanderzureißen: Mit dem Bau der Anlagen "erfolgen gravierende Einschnitte in den Naturschutz", heißt es.
Pro Anlage würden etwa ein Hektar Wald abgeholzt "für Fundament, Kranaufstellfläche, Montageareal sowie Wegeausbau für Schwerlastverkehr. Zusätzliche Fläche wird für Stromleitungen und Zuwege benötigt." Die Schneifel sei zudem wertvoll und attraktiv für Urlauber, Erholungssuchende und Wanderer. Das aber und der Erholungswert "gehen durch Windenergieanlagen verloren. Studien belegen, dass Touristen Orte mit Windkraft meiden und mit Rückgang um 25 Prozent zu rechnen ist." In der Schneifel gibt es ein überschaubares Netz von sorgfältig angelegten Fern- und Rund-Wanderwegen. So führen unter anderen der Jakobsweg und der Schneifelpfad hindurch."
Wanderwege verlieren Status


Bekannt seien auch der Westwallwanderweg "und verschiedene Moorrouten, die die zahlreichen Moore und Fenne der Schneifel verbinden. Auch Premiumwanderwege gibt es in der Schneifel." Die Qualitätskriterien dafür aber seien streng, "Windenergieanlagen sowie zerstückelter Wald führen berechtigterweise zu einer negativen Bewertung und einer Aberkennung der Premiumqualität. Damit wird die Schneifel als Wanderparadies unattraktiv."
Fazit: "Der Eifelverein Bleialf-Schneifel lehnt den Bau von Windkraftanlagen auf dem gesamten Schneifelhöhenzug - soweit es das Schutzgebiet Natura 2000 betrifft - ab."
In der Konsequenz würde das bedeuten, dass dort kein einziges Windrad aufgestellt werden dürfte, weil der gesamte Höhenzug FFH-Gebiet ist. Eine realistische Forderung? "Wenn man nicht mehr träumen darf", sagt der Bleialfer Vereinsvorsitzende Peter Berens, "dann braucht man gar nichts zu beginnen". Er verweist auf andere Gebiete in der Eifel, darunter die Hohe Acht und die Nürburg, wo ebenfalls keine Anlagen gebaut werden dürften. Ähnlich sei es in weiten Teilen des Pfälzer Walds. "Insofern mache ich mir Hoffnung, dass das klappt." fpl