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Ein Blauer in der grünen Flotte

Ein Blauer in der grünen Flotte

Als erste Wache im Kreis Euskirchen ist die Polizeiinspektion Schleiden mit einem neuen blauen Einsatzfahrzeug ausgerüstet worden. Bis 2011 sollen in Nordrhein-Westfalen sämtliche Streifenwagen ausgetauscht werden.

Schleiden. Grün wird Blau: Seit dieser Woche fahren die Polizeibeamten der Schleidener Wache mit einem blau-silbernen Einsatzwagen Streife im Südkreis. Die Schleidener haben als erste Wache im Kreis Euskirchen ein neues blaues Einsatzfahrzeug erhalten. Inzwischen ist auch die Euskirchener Wache mit zwei blau-silbernen Wagen ausgestattet worden. Schrittweise wird Blau zur neuen Farbe der Polizei in Nordrhein-Westfalen und löst damit das gewohnte Grün ab.

Die Beamten in Schleiden profitierten dabei von "Kommissar Zufall". Eigentlich waren sie noch nicht an der Reihe, einen neuen blauen Einsatzwagen zu erhalten. Doch ein Streifenwagen aus der "grünen" Flotte hatte die Kilometerzahl von 69 000 überschritten. "Das Auto war damit am Ende angekommen", berichtet der stellvertretende Wachleiter Georg Breuer. Mit 69 000 Kilometern gehört ein Auto wahrlich nicht zum "alten Eisen", doch da alle Polizeiautos in Nordrhein-Westfalen geleast werden, müssen die Einsatzwagen zurückgegeben werden, wenn sie eine Kilometeranzahl von 69 000 überschreiten. Und diese Marke ist bei der Polizei schnell erreicht. Die Schleidener Beamten sind im Durschschnitt pro Jahr 40 000 bis 50 000 Kilometer mit einem Einsatzfahrzeug unterwegs. Am Montag hat Breuer das neue, 143 PS starke Fahrzeug (mit Dieselpartikelfilter und Automatikgetriebe) von Euskirchen nach Schleiden überführt. Hier wurde der blau-silberne VW Passat zwischen den anderen, grünen Einsatzwagen schnell zu einem echten Blickfang.

Blaulicht mit LED-Leuchten



Der neue Dienstwagen unterscheidet sich kaum von seinen grünen Vorgängern. Während die alten Wagen zwei normale Rundumleuchten als "Blaulicht" haben, verfügen die "Blauen" über LED-Leuchten, die wesentlich heller sind. Neben dem Funk ist in den Wagen beispielsweise über dem Rückspiegel eine Kamera installiert, die zu filmen beginnt, sobald die Beamten das Blaulicht einschalten. Zudem muss das neue Gefährt noch mit den Utensilien der Polizeiarbeit ausgestattet werden. Dazu zählen etwa Alkohol- und Drogentester sowie eine Digitalkamera fürs Handschuhfach.

Bei den Bewohnern des Südkreises ist der blaue Wagen laut Polizist Breuer noch ein echter Hingucker. Aber auch die Beamten müssen sich umgewöhnen. Doch: "Man gewöhnt sich mit der Zeit an das Blau", verriet Breuer.

28 VW-Passat Variant hat die Polizei insgesamt im Kreisgebiet im Einsatz. Bis Ende dieses Jahres werden 16 Autos auf die neue Farbgebung umgestellt sein. Laut Polizei-Sprecher Norbert Hardt werden die übrigen zwölf dann im November 2011 ausgetauscht. Die Farbbasis bildet übrigens das Silber der Passat-Reihe: Die Autos werden nun nicht mehr mit grünen, sondern mit blauen Streifen beklebt, um den typischen Polizei-Look zu erhalten.

Polizisten müssen auf neue blaue Uniformen warten



Von einem farblich einheitlichen Auftritt der Polizei kann allerdings noch keine Rede sein. Die Beamten werden vorerst in grün-beigen Uniformen am Steuer der blauen Streifenwagen Platz nehmen. Denn noch müssen die Polizisten im Kreis Euskirchen auf ihre blauen Uniformen warten - dabei war eigentlich geplant, die Polizei schon bis zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland in Blau zu kleiden. "Aller Voraussicht nach werden die alten Uniformen ab dem Spätherbst 2010 Zug um Zug in neue umgetauscht", so Hardt.