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Ein Brunnen wird zum Adventskranz

Advent : Der Brunnen als Adventskranz

Trotz Pandemie haben die Bollendorfer mit vielen Ideen für weihnachtliches Flair gesorgt.

Rund um den Sauerstaden  in Bollendorf ist es nicht zu übersehen, es weihnachtet sehr. Da ist zum einen der überdimensionale Adventskranz. Eigentlich handelt es sich dabei um einen Brunnen. Aber als der zum Winter hin abgebaut wurde, sei es so trist gewesen, sagt Bollendorfs Ortsbürgermeisterin Sylvia Hauer. Und so sei die Idee entstanden, die runde Form zu nutzen und die Mauer des Brunnens mit Tannenzweigen zu schmücken. Vier abgesägte Birkenstämme bilden die Kerzen, deren hölzerne „Flammen“ mit Lichterketten umwickelt sind. An jedem Adventssonntag leuchtete nun eine weitere Kerze. „Das hat mich schon viele Batterien gekostet“, sagt Sylvia Hauer lachend.

Mit dem Brunnen habe man auch etwas die fehlende Weihnachtsbeleuchtung im Ort ersetzen können. Die alte sei in die Jahre gekommen und konnte nicht mehr verwendet werden. Eine neue hätte rund 10 000 Euro gekostet. „Geld das wir nicht haben“, so Sylvia Hauer.

Doch auch neben dem Adventskranz erstrahlt der Ort in adventlichem Glanz. Denn wie bei einem Adventskranz gibt es auch hier jeden Tag bis zum 24. eine Überraschung. An jedem Tag wird irgendwo im Ort ein Fenster weihnachtlich geschmückt und kann besucht und betrachtet werden. „Als wir die Idee hatten, waren die Fenster direkt alle vergeben“, sagt die Ortsbürgermeisterin zum Engagement der Bürger. Und so schmückt eine detailreiche Winterlandschaft ein Fenster, ein anderes ist mit Transparentpapier geschmückt, wieder ein anderes hat besonders schöne Lichter.

Und damit man die Fenster, die ja im ganzen Ort verteilt sind und zu Privathaushalten oder Geschäften gehören, gibt es entlang des Sauerstaden Schilder für jeden Tag mit der Adresse, wo das Weihnachtsfenster für diesen Tag zu finden ist.

Aber damit noch nicht genug: Für die Kinder wurden an jedem Adventssonntag ein Baum aufgestellt, jeweils mit einem bestimmten Thema. Am ersten Adventswochenende war der Holzbaum, der ehrenamtlich gesägt und bemalt wurde, mit Basteleien verziert. Am zweiten Wochenende hatte Sylvia Hauer selbst Schokoladennikoläuse an den Baum gehängt, die die Kinder sich gegen ein selbst gemaltes Bild nehmen konnten. Ähnlich lief es am dritten Adventssonntag. Da gab es im Austausch gegen ein Bild ein Tütchen mit handgemachten Weihnachtsplätzchen.

Und auch am vierten Adventssonntag gab es am einzigen großen echten Weihnachtsbaum mit den großen Kugeln und Holzschmuck die einlaminierten Noten und Texte für Weihnachtslieder, die sich jeder nehmen konnte, um vor Ort oder daheim ein Lied anzustimmen.

Das alles ist, wie Sylvia Hauer sagt,  ein wenig improvisiert. Aber weil es so gut angekommen ist, soll die Idee 2021 wieder aufgegriffen werden. Dann habe man auch mehr Zeit,  alles professioneller zu gestalten.