Ein Dorf hält durch

Freiwillige vor: Die Bürger von Esch im Oberen Kylltal bauen kräftig weiter am Dorfgemeinschaftshaus (DGH, der TV berichtete).

Esch. (fpl) Sichtbarer Fortschritt: "Ich hab' das Ganze von zu Haus im Blickfeld", sagt Matthias Berscheid aus Esch. Auch er zählt zu den Helfern beim großen Gemeinschaftsprojekt "DGH". An diesem Tag führt er uns durch den Bau, während Peter Graf und Helmut Klinkhammer mit der Elektrik beschäftigt sind.Alles ist bereits verputzt: Küche, Saal, das erneuerte Treppenhaus im alten Schulgebäude, die Sanitärräume im Obergeschoss. "Und hier kriegen wir noch einen kleinen Raum für die Gemeinderats-Sitzungen", sagt Berscheid. Unten im Saal deutet er auf die Stirnwand: Dort komme die Bühne hin. Sie wird auch vom Balkon im ersten Stock zu sehen sein. "Da gehen 80 Leute drauf."Ein Dorf baut weiter: "Die Begeisterung ist ungebrochen", freut sich der Escher Ortsbürgermeister Edi Schell. "Und das ist enorm über diese lange Zeit." Bereits seit Februar 2006 laufen die Arbeiten - Umbau der ehemaligen Schule, Errichtung eines zusätzlichen neuen Gebäudes direkt daneben. Das Richtfest liegt schon einige Zeit zurück, zurzeit geht es vor allem innen weiter. Schell zählt auf: "Wir haben den Estrich drin, am Mittwoch kommt der Trockenbauer und macht die Decken. Wir haben innen verputzt und vergeben jetzt den Auftrag für den Außenputz. Die Lüftungsanlage ist installiert, jetzt kommen noch die Heizkörper rein." Am Altbau habe man außerdem schadhafte Fassaden-Stellen abgeschlagen, im Frühjahr soll dort neu verputzt werden. Planungskosten: rund 760 000 Euro. Arbeitsleistungen der Bürger: unschätzbar. "Und ich muss sagen: Es funktioniert immer noch", sagt Schell. "Das ist für mich ein Wahnsinn." Denn normalerweise, so laute die allgemeine Einschätzung, müsse eine solche Aktion in neun Monaten erledigt sein, sonst gebe es Probleme mit der Motivation.Nicht in Esch. Mehr als 70 Männer, berufstätig oder in Rente, helfen seit Baubeginn kräftig mit. "Und jede Menge Frauen, die für die Verköstigung sorgen." Und weil alles so schön läuft, lässt man sich auch nicht hetzen. "Die Einweihung ist vorgesehen für das zweite Halbjahr 2008", sagt Edi Schell. Den Termin haben die Escher bewusst so spät angesetzt. "Damit lassen wir uns einen Spielraum", erklärt Schell. Außerdem wolle er verhindern, "dass ich dann darüber nicht mehr schlafen kann".Etwas flotter geht es mit einem anderen Termin, auf den der ausgeschlafene Ortsbürgermeister dann schnell noch hinweist: "Wir kommen im Fernsehen", sagt Edi Schell. Genauer: beim SWR. Die Ausstrahlung ist am Montag, 26. November, im Rahmen der Landesschau (ab 18.45).