Ein Dorf will sparen

Kein Geld in der Gemeindekasse: Der Ortsgemeinderat Hallschlag hat deshalb in seiner jüngsten Sitzung einen Arbeitskreis (AK) gegründet, der Ideen zum Sparen entwickeln soll - und den passenden Namen hat.

Hallschlag. Das ist doch mal ein Wort: Der Ortsgemeinderat von Hallschlag hat in seiner jüngsten Sitzung einen Arbeitskreis zum Thema "Sparen" gegründet - und die Runde in eifeltypischer Deutlichkeit mit dem passenden Namen versehen: "Ohne Moos nix los". "Der Vorschlag kam aus dem Rat", sagt Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Breuer, der die Idee unterstützte, zumal ihm ohnehin keine Wahl blieb: "Was will ich denn machen", sagt Breuer. "Dazu kann man doch nicht nein sagen." Und ja, der Arbeitskreis heiße wirklich so.

Warum soll man auch die Wahrheit verschleiern: Die Gemeinde hat einen unausgeglichenen Haushalt und kein Geld für nötige Investitionen. Zwar sei die Lage noch nicht so dramatisch wie andernorts, dennoch wolle man im kommenden Jahr die Ausgaben um etwa 35 000 Euro reduzieren. Das wird nicht einfach. Breuer gibt ein Beispiel: "Wir hätten gerne im Kindergarten eine energetische Sanierung gemacht. Aber weil wir einen nicht ausgeglichenen Haushalt haben, wurde uns das von der Kommunalaufsicht nicht genehmigt. So was kann nicht sein." Dabei sei es unter anderem um eine neue Verglasung gegangen. Der Schreiner habe diese vorgeschlagen, weil neue Scheiben deutlich günstiger gewesen wären als ein kompletter Fensteraustausch. Die Summe: 40 000 Euro. "Da hat die Kommunalaufsicht gesagt: Das geht nicht. Und so", ärgert sich Breuer, "schmeißen wir weiter jedes Jahr 7000 Euro mehr an Energiekosten raus."

An welchen Stellen man vielleicht weniger Geld zum Fenster rausschmeißen kann, damit befasst sich nun der Arbeitskreis. Inzwischen hat sich die Runde - der alle Ratsmitglieder angehören - bereits einmal getroffen und erste Ideen auf den Tisch gebracht. Unter anderem überlege man, die Wirtschaftswege mit weniger Aufwand instand zu halten und möglicherweise den Winterdienst zu reduzieren. Außerdem, sagt Hans-Jürgen Breuer, denke man darüber nach, bei der Pflege der Gemeindeanlagen ehrenamtliche Helfer einzuspannen. Wenn sich aber niemand dafür finde, wolle man zumindest die Ausgaben verringern. Der Rat hat außerdem bereits Widerspruch gegen die Anhebung des Kreis-Umlagesatzes (um 3,4 Prozentpunkte auf 42,5 Prozent, der TV berichtete) für das laufende Haushaltsjahr eingelegt. "Das macht bei uns im Jahr 10 000 Euro mehr aus", sagt Breuer. Mal sehen, was der "AK Ohne Moos" noch so alles vorschlägt. Ob er in anderen, ähnlich klammen Gemeinden Schule machen wird? Hans-Jürgen Breuer: "Das glaube ich."

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