Zurückgeblättert: Ein Dorfladen, der bleibt, und Airportträume, die gehen

Zurückgeblättert : Ein Dorfladen, der bleibt, und Airportträume, die gehen

Was hat die Menschen in der Region vor 20 Jahren und vor zehn Jahren bewegt? Der TV hat ins Archiv geschaut und einige Themen gefunden, die teils auch heute noch aktuell sind. Für unsere Reihe „Zurückgeblättert“ haben wir einige der Nachrichten, die vor 20 und vor zehn Jahren aktuell waren, noch mal zusammengefasst.

Vor 20 Jahren

Dorfladen in Gefahr: Eine vernünftige Infrastruktur in den Dörfern aufrecht zu erhalten, war auch schon vor 20 Jahren nicht einfach. Deshalb war der Erhalt eines Dorfladens in Metterich Thema. Erst fünf Jahre zuvor war das Lebensmittelgeschäft im Rahmen der Dorfereneuerung eröffnet worden. Die Ortsgemeinde stellte damals die Räumlichkeiten der ehemaligen Raiffeisenbank kostenlos zur Verfügung. Anfangs fand das Geschäft großen Anklang. Dennoch kämpften die Geschäftsführer Jahr für Jahr ums Überleben. Die Nähe zu Bitburg, wo viele Menschen täglich hinfahren zur Arbeit oder zur Schule und die dort ansässigen Discounter machten es schwer für das Geschäft in Metterich. Doch die Geschäftsführer haben nicht aufgegeben. Den Laden gibt es noch heute, 20 Jahre später.

Zwist in Niederstedem: Unfrieden bei der Bürgermeisterwahl hat damals die Bürger von Niederstedem beschäftigt. Es war ein halbes Jahr zuvor zur Stichwahl zwischen zwei Kandidaten gekommen. Das Ergebnis wurde von erzürnten Bürgern bei der Kommunalaufsicht angefochten. Grund dafür war ein Wahlaufruf des noch amtierenden Ortsbürgermeisters für einen der zwei Kandidaten gewesen. Die Stichwahl wurde für ungültig erklärt. Der Ortsbürgermeister und sein bevorzugter Kandidat klagten dagegen. Aber ohne Erfolg, im Januar mussten sie vor dem Verwaltungsgericht Trier eine Schlappe hinnehmen. Der Termin für eine Neuwahl war Anfang 2000 noch ungewiss.

Psychotherapeuten in Bitburg: Eine Neuregelung durch das Psychotherapeuten-Gesetz, das 1999 verabschiedet wurde, beschert Bitburg ein großes Interesse der Therapeuten. Zehn Zulassungsanträge von Existenzgründern wurden positiv beschieden. Damit wäre ein großes Angebot für Bitburg und Umgebung entstanden. Anders als in anderen Bereichen war Bitburg damals noch nicht für Psychotherapeuten gesperrt. Diese Sperrungen wurden vorgenommen, um die Wohnorte bedarfsgerecht mit Ärzten zu versorgen.

Flugplatzerweiterung: In Binsfeld befürchteten Anwohner mehr Lärm durch eine Erweiterung des Flugplatzes Spangdahlem. Schon damals reichte das Areal bis 200 Meter an den Ort im Landkreis Bernkastel-Wittlich heran. Die Binsfelder machten sich zudem Sorgen, dass den Menschen für das Land, das für die Erweiterung benötigt wird, zu wenig Geld bezahlt wird.

Neuer Baumarkt geplant: In Bitburg wurde damals der Bebauungsplan für ein 12 000 Quadratmeter-Projekt in der Industriestraße aufgestellt. Die Hela-Markt-Gruppe plante einen neuen Baumarkt, der dreimal so groß wie der alte in der Saarstraße sein sollte. Im Bauausschuss  wird dieses Vorhaben kontrovers diskutiert. Vor allem der Bereich von 2000 Quadratmetern für Wohnbereich stößt einigen Mitgliedern auf. Sie sehen eine Konkurrenz für die Innenstadt.

Vor zehn Jahren

Turbulenzen rund um den Flugplatz: Vor zehn Jahren sah es gut aus für das Flugplatzgelände in Bitburg. Mit dem Projektentwickler Frank Lamparski schien der richtige Mann für das Areal gefunden zu sein. Der Investor aus Luxemburg plante als Anteilseigner das Gelände zum „Bit-Airport“ auszubauen. Geplant war auch, dass die Stadt und der Kreis ihre Anteile an Lamparski verkaufen und der Flugplatz damit in private Hand übergeht und den Steuerzahler nichts mehr kostet. Das Thema beschäftigte die Menschen damals lange. Aus dem Bit-Airport wurde nie etwas, das Startkapital von 30 Millionen Euro hat Lamparski nie überwiesen.

Nora John