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Ein einziges Mal ein anderer sein …

Ein einziges Mal ein anderer sein …

Einmal in ein anderes Leben hineinspringen zu können: Danach sehnt sich auch Prinz Leonce im Lustspiel von Georg Büchner, das die Theatergruppe des Regino-Gymnasiums unter der Leitung von Dorothea Ehlen und Maria Kühn aufführt. Premiere ist am Samstag, 20. Juli.

Prüm. Die Theatergruppe des Regino-Gymnasiums hat sich im vorigen Jahr mit dem ernsten Thema eines Amoklaufs an einer Schule beschäftigt und dazu selbst ein Stück geschrieben (der TV berichtete). "Monsters next door" hieß es - und die jungen Akteure wurden damit zum Landes-Schultheatertreffen eingeladen.
Eine schöne Ehre - und sie dürfen sich wieder freuen, denn auch mit ihrer neuen Inszenierung fahren sie zum Theatertreffen, das dieses Jahr im pfälzischen Pirmasens ausgerichtet wird. Auf dem Spielplan steht aber nun etwas Leichteres: Die satirische Komödie "Leonce und Lena" von Georg Büchner.
Für Jana Dingels (14) ist das auch ein Grund dafür gewesen, sich der AG anzuschließen: "Ich mag es, die Arroganz meiner Figur, des Präsidenten, so übertrieben spielen zu können." Auch Jane Lauxen (17) schätzt die Bandbreite des Komischen "von verträumt bis total verrückt", die in ihrer Hauptfigur, der Prinzessin Lena, angelegt sei.
In der Komödie geht es um den Prinzen Leonce, der sich in seinem Königreich langweilt, weil alle nach seiner Pfeife tanzen, auch seine Geliebte, die Tänzerin Rosetta. Da erhält er von seinem Vater den Befehl, eine ihm unbekannte Prinzessin zu heiraten. Aber der Prinz will nicht - also flieht er mit seinem Diener und besten Freund, dem Säufer Valerio, in die Wildnis, wo er sich bald umbringen, bald in fantastisch sinnlosen Aktionen seine Energie verschleudern will.
Dabei trifft er ausgerechnet die für ihn auserkorene Prinzessin Lena, die mit ihrer Gouvernante ebenfalls vor der Heirat Reißaus genommen hat. Und so entwickelt sich zwischen den beiden die unausweichliche Liebesgeschichte …
Was jedoch nach Happy Ending aussehe, "ist in Wirklichkeit das negative Fazit des Autors Büchner über die Herrscher seiner Zeit, denen er Willkür und volksverachtenden Starrsinn vorwirft", sagt Doris Ehlen.
Sich in solche Figuren hinzuversetzen, fand Madlen Jakob (18) "anfangs schwierig, aber die schauspielerischen Aufwärmübungen bringen viel und sorgen dafür, dass man die übliche Anspannung schnell verliert". Einig sind sich die Spieler in der Frage, wie Theatertexte besser verstanden werden können - durch die Arbeit auf der Bühne nämlich. "Im Deutschunterricht bekommt man zwar eine Idee von der Bedeutung eines Stücks, aber erst wenn man sich mit dem Text auf der Bühne auseinandersetzt, versteht man es wirklich", sagt Jane Lauxen.
Wer neugierig geworden ist, kann die einstündige Inszenierung von "Leonce und Lena" am Wochenende in Prüm sehen.
Die Aufführungen: Samstag, 19. Juli, 20 Uhr, und Sonntag, 20. Juli, 20 Uhr, im großen Musiksaal des Regino-Gymnasiums Prüm (Eingang am Hahnplatz). Der Eintritt ist frei.