Ein Fest zwischen Nostalgie und Erwartung

Ein historischer Schienenbus der Baureihe BR 798 pendelte am Sonntag zwischen den Bahnhöfen Bitburg und Erdorf. Bei der Ankunft in Erdorf musizierte der heimische Musikverein. Das neu gestaltete Bahnhofsumfeld wurde eingeweiht.

Erdorf/Bitburg. (rh) Nostalgie pur auf der Schiene und moderne, zukunftsweisende Gestaltung des Bahnhofsumfeldes in Erdorf prägten die Eindrücke der Reisenden. Die wollten sich kurz nach zehn Uhr am Sonntagmorgen auf die Reise aus der Kreisstadt zum Vorstadtbahnhof nach Erdorf machen.

Doch es gab einen Start mit Hindernissen. Eingeschlossen hinter einer Gleissperre, konnte der Triebwagen seine Fahrt zunächst nicht aufnehmen. Erst mit einer Verspätung von 40 Minuten ging es auf die Reise. "Und die war sehr robust", formulierte es Stadtbürgermeister Joachim Streit, der mit Familie und vielen anderen mit auf die erste Fahrt gegangen war.

Dennoch strahlende Gesichter bei den Passagieren. "Man fühlt sich zurückversetzt in die 60er Jahre. Da fuhren die altroten, zweiteiligen Schienenbusse der Baureihe BR 798 planmäßig nach Bitburg und prägten das Bild der Eisenbahn", erinnert sich Heinz Franke, der seinerzeit beim Bahnhof in Bitburg beschäftigt war.

Etwas holprig und begleitet vom Kreischen der Eisenräder auf den ebenso eisernen Schienen ging die Fahrt über die kurvenreiche, etwa sechs Kilometer lange Strecke hinunter ins Kylltal. Das Teilstück gehörte einst zur 1910 eröffneten Nims-Sauertalbahn. Der einstige Eisenbahnknoten ist heute der Schienenanschluss der Bierstadt an die Strecke zwischen Trier und Köln.

Bei der Einfahrt im Bahnhof Erdorf musizierte der einheimische Musikverein zur Begrüßung. Das Bahnhofsumfeld in Erdorf wurde in den letzten Jahren neu gestaltet. Bis auf die Haltestellenüberdachung und die Begrünung des Kreisels sind die Arbeiten abgeschlossen.

Die Stadt Bitburg hat hier 980 000 Euro investiert. Stadtbürgermeister Joachim Streit: "Es ist eine Investition nicht nur für Erdorf, sondern für die gesamte Stadt". Es liegt jetzt auch eine Machbarkeitsstudie vor, die sich mit dem Ausbau des Mittelbahnsteiges beschäftigt. Sie soll alsbald im Stadtrat beraten werden.

Ortsvorsteher Johann Schmitz sagte in seiner Rede: "Das schmucke Umfeld am Bahnhof trägt zum positiven Ortsbild bei. Ich bedanke mich bei allen, die hieran mitgewirkt haben." In der Empfangshalle in Erdorf zeigte der Arbeitskreis Eisenbahngeschichte eine Ausstellung zur Eisenbahngeschichte in der Region. Die Mitglieder des Ortsbeirates bewirteten die Gäste.

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