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Ein Gelübde, das St. Thomas bis heute feiert

Tradition : Ein Gelübde, das St. Thomas bis heute feiert

Die Menschen in St. Thomas erinnern sich in diesen Tagen in besonderer Weise an das Ende des Zweiten Weltkrieges. Vor 75 Jahren legten die Gläubigen ein Gelübde ab, dass bis heute Bestand hat.

Der 7. Oktober ist im Kalender der St. Thomaser ein besonderer Tag. Früher auf den Tag genau, seit vielen Jahren am Sonntag danach, wird das Rosenkranzfest gefeiert. Das ist aus einem Gelübde entstanden, das im März 1945 von den St. Thomasern abgelegt wurde.

Der Krieg erreichte das Eifeldorf, die Kyll- und Eisenbahnbrücke wurden gesprengt, die Menschen lebten zum Schutz vor den ständigen Angriffen der Artillerie in den Kellern ihrer Häuser. Viele kamen ums Leben; die Not war groß.

In dieser Situation und im Angesicht des Todes gelobten die Gläubigen, am Weiher am Kloster eine Kapelle zu Ehren der Rosenkranzkönigin zu bauen, das Rosenkranzfest als hohen Festtag des Dorfes zu begehen und eine Prozession über die Neidenbacher Straße und die Wiesen des Heilenbaches zur Kapelle zu halten.

Weil Angehörige des ausgebombten Kinderheimes Marianum in Krefeld und der Borromäerinnen des Mutterhauses in Trier zu dieser Zeit im Kloster St. Thomas untergebracht waren, gelobten sie, zu diesem Tag eine Abordnung nach St. Thomas zu entsenden. Seither wird das Rosenkranz- oder auch Gelübdefest in jedem Jahr gefeiert. Die Beziehungen zwischen St. Thomas, dem Kinderheim Marianum Krefeld und zum Orden der Borrämerinnen in Trier werden bis heute gepflegt; Abordnungen kamen bisher zu jedem Rosenkranzfest.

Anders ist das ausgerechnet im Jahr des 75. Jubiläums. Wegen der Corona-Pandemie kann der übliche Ablauf nicht stattfinden. Pater Christoph, Direktor des Exerzitienhauses St. Thomas, sagt: „Am Sonntag, 11 Oktober, feiern wir um 14.30 Uhr eine Andacht im Klostergarten und ziehen von dort aus zur Weiherkapelle, wo die Gelübde-Urkunde verlesen und unterschrieben wird. Wegen der Corona-Pandemie werden wir leider keine externen Gäste begrüßen können, auch die sonst übliche gemeinsame Kaffeerunde muss leider entfallen“.