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Ein Geschenk für die Gemeinden

Ein Geschenk für die Gemeinden

Mehrere Tausend Euro sparen die Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde (VG) Speicher im kommenden Jahr ein. Der Grund ist die vom VG-Rat jetzt beschlossene Senkung der VG-Umlage von 34 auf 32 Prozent.

Speicher/Herforst. 16 979 Euro. Werner Pick kennt diese Summe genau. Für ihn ist sie ein Segen. Nicht für ihn persönlich, sondern für seine Gemeinde. Pick ist Ortsbürgermeister von Herforst. Und im kommenden Jahr stehen dem Ort exakt 16 979 Euro mehr zur Verfügung. Der Grund: Der Verbandsgemeinderat Speicher hat in dieser Woche beschlossen, die Verbandsgemeinde-Umlage (siehe Extra) um zwei Prozentpunkte zu senken. Von 34 auf 32 Prozent.
VG mit 50 000 Euro Guthaben


VG-Kämmerer Matthias Clemens erklärt: "Die Verbandsgemeinde steht gesund da. Ende 2013 haben wir auf dem VG-Konto ein Guthaben von 500 000 Euro verzeichnet." Aus diesem Grund hatte VG-Bürgermeister Manfred Rodens nun die Idee, den Gemeinden etwas zurückzugeben. "Wir können nicht auf Kosten der Ortsgemeinden jahrelang Überschüsse erwirtschaften und nichts davon zurückgeben", sagt Clemens. Der Verbandsgemeinde entgehen durch die Senkung im kommenden Jahr rund 200 000 Euro an Einnahmen. Die Umlage beläuft sich nun auf rund 1,9 Millionen Euro.
Im VG-Rat stieß Rodens Vorschlag auf überwiegende Zustimmung. Der Haushalt (siehe Hintergrund), der die Umlagen-Senkung beinhaltet, wurde mit großer Zustimmung bei einer Gegenstimme beschlossen. Herforsts Ortsbürgermeister Werner Pick sitzt für die SPD im VG-Rat. Er betont: "Ich kann die Entscheidung, die Umlage auf 32 Prozent zu senken, nur begrüßen. Wäre sie nicht Teil des Haushalts gewesen, hätte ich diesem nicht zugestimmt."
Herforst könne, so berichtet Pick, seinen eigenen Haushalt im Jahr 2015 nicht ausgleichen. "Wir brauchen jeden Euro." Die erlassenen 16 979 Euro werde die Gemeinde daher in die Finanzierung des Haushalts für 2015 stecken. "Ein zusätzliches Projekt im Ort können wir mit dem Geld leider nicht angehen." Auch den anderen Gemeinden der VG-Speicher bringt die Reduzierung der Umlage einige Tausend Euro ein. So spart beispielsweise Speicher 50 000 Euro, Orenhofen 18 000 Euro, Spangdahlem 15 000 Euro und Preist 11 000 Euro. "Das ist für die Gemeinden viel Geld, gerade weil fast alle von ihnen einen unausgeglichenen Haushalt haben", sagt Pick.
Ob die Umlage über dieses Jahr hinaus bei 32 Prozent bleiben wird, kann Kämmerer Clemens nicht versprechen. "Das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, sodass man keine langfristige Prognose abgeben kann."Extra

Der Haushalt 2015 der Verbandsgemeinde Speicher ist im Rahmen der VG-Sitzung am vergangenen Mittwoch mit überwiegender Mehrheit (bei einer Gegenstimme) beschlossen worden. Er sieht für das Jahr 2015 Gesamtausgaben in Höhe von 5,4 Millionen Euro vor. Der größte Teil davon sind Personalkosten. Sie betragen rund 2,1 Millionen Euro. Allein in der Verwaltung im Speicherer Rathaus sind 31 Mitarbeiter beschäftigt. Der zweitgrößte Posten im Ergebnishaushalt sind die Sozialausgaben in Höhe von 800 000 Euro. Zudem zahlt die Verbandsgemeinde rund 387 000 Euro Kreisumlage an den Eifelkreis Bitburg-Prüm. Hinzu kommen 67 000 Euro Zinsen und 160 000 Euro Tilgung für die 1,9 Millionen Euro Schulden der VG. Der Finanzhaushalt sieht für 2015 ein Investitionsvolumen in Höhe von 786 000 Euro vor. Der größte Anteil (700 000 Euro) davon fließt in die Renaturierung des Spanger Bachs sowie des Dahlemer Bachs. Dort sollen unter anderem Überschwemmungsgebiete geschaffen werden. Das Projekt ist allerdings "vollfinanziert", wie Kämmerer Matthias Clemens erklärt. Das bedeutet, Land und Kreis übernehmen die Kosten. 54 000 Euro investiert die Verbandsgemeinde zudem in ihre Schulen. So soll beispielsweise der PC-Raum der Grundschule Speicher auf den neuesten Stand gebracht werden - er erhält neue Computer und neue Möbel. Die größte Einnahme der Verbandsgemeinde ist die VG-Umlage: Sie liegt bei rund 1,9 Millionen Euro. Besonders stolz ist die VG darauf, dass sie keine Kassenkredite führt. "Wo gibt es das schon?", fragt Kämmerer Clemens. mfrExtra

Die Verbandsgemeinde-Umlage ist der Teil, den die Gemeinden jährlich abhängig von ihren Einnahmen an die Verbandsgemeinde zahlen müssen. Das Gleiche gibt es eine Ebene höher: Auch die Verbandsgemeinden zahlen eine Umlage an den Kreis, die Kreisumlage. Die von der VG-Speicher nun beschlossene VG-Umlage von 32 Prozent ist extrem niedrig. Zum Vergleich: In der VG Irrel galt im Jahr 2014 eine Umlage in Höhe von 47,5 Prozent. mfr