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Ein großer Tag für die neue Bürgermeisterin

Ein großer Tag für die neue Bürgermeisterin

Ein halbes Jahr lang hat sie gewartet, jetzt möchte sie endlich loslegen: Diane Schmitz, die am 21. Juni zur neuen Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll gewählt wurde. Am heutigen Mittwoch ist ihre Amtseinführung.

Ein aufgeräumter Schreibtisch: Diane Schmitz hat in der nordrhein-westfälischen Gemeinde Alfter ihre Arbeit als Kämmerin erledigt. "Was ich versprochen habe, habe ich auch gemacht: meinen Nachfolger eingearbeitet und den Haushaltsplan-Entwurf für 2010 vorgelegt. Am 17. Dezember."

Hinzu kamen noch die vorbereitenden Arbeiten für die Jahresabschlüsse. Kurz: "Alles erledigt", sagt die 35-Jährige, die am Sonntag Geburtstag hatte. "So dass ich mit reinem Gewissen da weggegangen bin."

Ein reines Gewissen - und kein Bauchweh angesichts der finanziellen Probleme im Oberen Kylltal? Oder der anstehenden Verwaltungsreform, bei der ihre Kommune auf der roten Liste der Landesregierung steht? "Nö - ich habe mich eigentlich das ganze halbe Jahr lang gefreut auf den neuen Job", sagt sie. "Ich hätte mir nur gewünscht, die Übergangszeit wäre nicht so lang gewesen."

Dann hätte sie zum Beispiel schon früher etwas unternehmen können, was das Finanz-Computerprogramm für die VG betrifft: Noch immer nämlich hat es der Hersteller nicht geschafft, sein Programm den rheinland-pfälzischen Verhältnissen anzupassen. Pannen überall - und es wird nicht besser, obwohl seit Monaten daran gedoktert wird. Diane Schmitz verliert da langsam die Geduld: "Ich finde, die haben ihren Vertrag nicht erfüllt", sagt sie. "Und meiner Ansicht müssten da rechtliche Schritte möglich sein."

Noch etwas zu machen sei auch beim Thema Kommunalreform - dort steht bekanntlich die Obere Kyll, ebenso wie die Verbandsgemeinde Hillesheim, auf der Liste jener Kommunen, die mit anderen fusionieren sollen. Das heiße allerdings noch lange nicht, dass man in drei Jahren automatisch mit Hillesheim zusammengehe: "Hier gibt es ja viele mögliche Varianten", sagt Diane Schmitz. Deshalb habe sie mit Innenminister Karl Peter Bruch vereinbart, "dass er einen Informations-Abend abhält für die Ratsmitglieder und Ortsbürgermeister. Und dann werden wir in die Diskussion einsteigen."

Thema Schule: Der VG-Rat hatte im Oktober mit knapper Mehrheit ein Ganztags-Angebot für die Grundschule in Jünkerath beschlossen. Stadtkyll ging leer aus - ein strategischer Fehler, findet Diane Schmitz. Denn weil nur eine Ganztagsschule (GTS) pro Standort genehmigt werde, sei soeben auch der Antrag für eine GTS an der Jünkerather Realschule Plus von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion abgelehnt worden. Bei einem GTS-Antrag für Stadtkyll wären die Chancen für die Realschule plus in Jünkerath größer gewesen und letztendlich beide Standorte gestärkt worden. Dafür sei es nun zu spät - bei anderen Dingen aber noch nicht. Die aber behält sie noch für sich: "Ich will mich erst einmal einarbeiten und schauen, welche aktuellen Probleme anstehen. Dann können wir uns in 100 Tagen noch mal treffen." Abgemacht.

Diane Schmitz wird am heutigen Mittwoch in einer öffentlichen Sitzung des VG-Rats in ihr Amt eingeführt. Die Sitzung beginnt um 15 Uhr im Ratssaal über dem Feuerwehrhaus.