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Ein Gruß an die Tarifkommission

Ein Gruß an die Tarifkommission

Mit einer landeweiten Aktion ihrer Gewerkschaft ver.di wollen Angestellte des Deutschen Roten Kreuzes ihrer Forderung nach mehr Gehalt Druck verleihen. Vor der Rettungswache in Prüm demonstrierten 20 Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Prüm. Eine erste Verhandlungsrunde zwischen den Vertretern der DRK-Beschäftigten und den Arbeitgebern Anfang Februar in Berlin, verlief für die Angestellten unbefriedigend. Neben einer Gehaltserhöhung von 7,88 Prozent und 60 Euro mehr für Auszubildende und Praktikanten, fordern die Angestellten eine Verdoppelung der Funktionszulagen für zusätzliche Dienste, die in Rettungswachen von ihnen verlangt werden.
Der Vorschlag der Arbeitgeberseite sorgt bei der Gewerkschaft ver.di und den DRK-Beschäftigten für Unmut: Keine Anhebung des Gehaltes für die Monate Januar bis März, ab April 1,5 Prozent mehr, eine Einmalzahlung von 80 Euro und lediglich 40 Euro mehr für Azubis und Praktikanten.
Unzureichendes Angebot


"Dieses sogenannte Angebot halten wir für völlig unzureichend", sagt Betriebsrat Dieter Heyen, der gemeinsam mit dem Gewerkschaftssekretär Thorsten Servatius zu der Aktion vor der Rettungswache in Prüm geladen hat.
Rund zwanzig Mitarbeiter aus den insgesamt acht Rettungswachen des Kreisverbandes Bitburg-Prüm, demonstrierten, um ihrer Tarifkommission im fernen Berlin für die kommende Verhandlungsrunde am 20. März den Rücken zu stärken. "Es handelt sich nicht um einen Streik, oder eine Demonstration", sagen Heyen und Servatius. "Wir wollen lediglich ein lautes Hallo nach Berlin schicken und zeigen, dass wir alle voll hinter den Forderungen stehen." Sämtliche Kollegen vor Ort seien in ihrer Freizeit gekommen, keine Rettungswache sei in ihrer Notfallversorgung beeinträchtigt.
Aktionen im ganzen Land


Ähnliche Aktionen finden an diesem Tag in Kaiserslautern, Ludwigshafen, Mayen, Altenkirchen, Koblenz, Montabaur, Idar-Oberstein, Alzey und Bad Kreuznach statt. "Wir brauchen nach den Tarifrunden der vergangenen zwei Jahre, die uns lediglich 3,5, beziehungsweise 2,5 Prozent gebracht haben, in diesem Jahr eine kräftige Entgelterhöhung", sagt Heyen.
Die Lebenshaltungskosten seien zwischenzeitlich enorm gestiegen und schließlich leisteten die Mitarbeiter der Rettungs- und Sozialdienste sehr gute und verantwortungsvolle Arbeit. "Auch an Feiertagen und im Schichtdienst."
Deshalb stehe die heutige Aktion unter dem Motto: "Nicht für einen Appel und ein Ei", erklärt der Gewerkschaftssekretär Servatius. Rainer Hoffmann, der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Bitburg-Prüm, zeigt Verständnis für den Kampf seiner Mitarbeiter um mehr Lohn: "Aber die Forderung von 7,88 Prozent mehr Gehalt ist sehr hoch.
Andererseits ist das Angebot der Arbeitgeberseite von 1,5 Prozent nicht ausreichend. Beide Seiten sollten aufeinander zugehen - wahrscheinlich werden sich die Parteien in der Mitte treffen."
Über eine Erhöhung der Funktionszulage sollte unbedingt verhandelt werden, da sie seit rund 20 Jahren unverändert geblieben sei.
Etwas unwohl sei ihm bei der Sache schon, erklärt Hoffmann, der erst seit dem 1. Januar der Geschäftsführer des 350 Mitarbeiter zählenden Kreisverbandes ist: "Wir fahren strukturell bedingt ein Defizit von rund 1,4 Millionen jährlich ein - die wir zwar durch den Landesfinanzausgleich unter den Kreisverbänden zurück erhalten - aber ich frage mich, ob es sinnvoll ist, in dieser Situation die Kosten noch zu erhöhen." nov