Ein Haufen Geld für alles Mögliche
Bitburg · Egal ob Sanierung einer Burgruine, Ausbau der Internetversorgung, Maßnahmen zur Berufsorientierung oder aber die Untersuchung des Wirtschaftsfaktors Tourismus: In den vergangenen Jahren gab es im Eifelkreis mehr als 50 Projekte, die im Rahmen des Europäischen Förderprogramms Leader unterstützt wurden. Bis Ende 2020 sollen nun weitere 2,8 Millionen Euro fließen.
Bitburg. Es ist nicht zwangsläufig immer gut, der flächenmäßig größte Landkreis in Rheinland-Pfalz zu sein. In diesem Fall offensichtlich aber schon. "Wir haben den großen Vorteil, dass wir eine LAG haben, die genau den Landkreis abdeckt", sagt Joachim Streit. Er ist Landrat des Eifelkreises und zudem Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe, kurz: LAG. Und in beiden Fällen umfasst sein Zuständigkeitsbereich eine Fläche von 1626 Quadratkilometern, auf der wiederum rund 96 000 Menschen leben. 36 dieser 96 000 Menschen gehören als stimmberechtigte Mitglieder der Lokalen Arbeitsgruppe an. Sie kommen aus den verschiedensten Wirtschafts- und Sozialbereichen, und sie entscheiden darüber, welche Projekte über das EU-Förderprogramm Leader bezuschusst werden.
Leader steht für "Liaison entre actions de développement de l'économie rurale" und heißt übersetzt: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Es geht also darum, Projekte zu fördern, diedazu beitragen, den ländlichen Raum am Leben zu erhalten. Und das kann alles Mögliche sein. So hat die LAG Bitburg-Prüm in der vergangenen Förderperiode 2007 bis 2013 mehr als 50 Projekte unterstützt. Dazu zählen beispielsweise die Sanierungen des Felsenweihers bei Ernzen, des Ortskerns in Matzen und der Burgruine in Dasburg, aber auch der Ausbau der Breitbandversorgung in mehreren Gemeinden, ein Film über den Eifelkreis oder aber eine Info-Broschüre für Eltern.
Ähnlich soll es nun in der aktuellen Förderphase weitergehen. Wenn auch mit etwas Verspätung. Denn die neue Phase hat bereits 2014 begonnen. Die offizielle Anerkennung des Eifelkreises als neue Leader-Region erfolgte jedoch erst im Juli 2015. Anfang Oktober hat sich dann die dafür ebenfalls neu zusammengestellte Lokale Arbeitsgruppe zum ersten Mal zusammengefunden.
Doch nicht nur das Gremium ist neu. Auch die Richtlinien haben sich geändert, wie Maria Riemann, Leiterin der in der Kreisverwaltung ansässigen LAG-Geschäftsstelle, erklärt. Bislang war es so, dass für Projekte Anträge eingereicht wurden und dann die LAG im konkreten Fall über eine Förderung entschieden hat. "Jetzt müssen wir die Fördermittel ausschreiben und die Antragsteller müssen sich bewerben", sagt Riemann. Und wer dann in den Genuss einer Förderung komme, werde zuvor im Rahmen eines Rankings bestimmt. Zudem gebe es pro Jahr nur eine begrenzte Menge an Geld. Im kommenden Frühjahr sollen die Fördermittel zum ersten Mal ausgeschrieben werden.
Für die Förderphase 2014-2020 stehen der LAG Bitburg-Prüm für öffentliche und private Projekte 1,975 Millionen Euro aus dem Leader-Topf zur Verfügung. Hinzu kommen 700 000 Euro vom Land und weitere 195 000 Euro von den Verbandsgemeinden des Kreises sowie der Stadt Bitburg, mit denen aber ausschließlich private Projekte kofinanziert werden sollen.
Der Kreis beteiligt sich an dem Programm mit der Übernahme der Personal- und Sachkosten. Von den dafür im gesamten Zeitraum veranschlagten 721 000 Euro sollen wiederum 390 000 über Fördermittel abgedeckt werden.Extra
Für die Förderphase 2014-2020 hat die LAG Bitburg-Prüm drei Handlungsfelder definiert: Handlungsfeld I (Dorfleben vitalisieren) umfasst Projekte zur Belebung der dörflichen Entwicklung, zur Sicherung der dörflichen Infrastruktur und Versorgung sowie zur Stärkung der Sozialstruktur. Handlungsfeld II (Standort Eifel dynamisieren) hat sich die nachhaltige Nutzung der Kulturlandschaft, die Steigerung des Qualitäts-Tourismus', die Optimierung der Angebote und Versorgung mit erneuerbaren Energien und die Stärkung der regionalen Wirtschaft als Entwicklungsziele gesetzt. Im Handlungsfeld III (Eifel-Identität profilieren) geht es um die Stärkung des "Wir-Gefühls" und um die Steigerung der Bewusstseinsbildung für die Eifel. uhe