Ein Haus voller Geigen

PRÜM. Das Haus im Prümer Schlehdornweg ist ein musikalisches Haus. Manchmal erklingen dort vier Instrumente zugleich. Claudia Pick bildet ihre Kinder nach bestandener Prüfung als Suzuki-Lehrerin aus – und viele weitere Schüler ebenso.

Das "Musikzimmer" hängt voller Geigen - wörtlich und bildlich. Vater Helmut Bathel ist ein leidenschaftlicher Maler - er schuf ein Geigenbild fürs traute Heim. Der 86-jährige Pensionär spielte selbst als Kind schon Geige, war später Jahrzehnte im Kammerorchester Prüm tätig. Kein Wunder, dass Tochter Claudia die Musik mit in die Wiege gelegt wurde. Die 37-jährige Lehrerin und Diplom-Musikpädagogin machte in Prüm das Abitur, studierte an der Musikhochschule in Detmold und ist seit zwölf Jahren hauptamtliche Lehrerin an der Kreismusikschule Bitburg-Prüm. Vor drei Jahren begann sie ihre Ausbildung zur Suzuki-Lehrerin.Selbstwertgefühl und Motivation steigern

"Diese Lernmethode beinhaltet Einzel- und Gruppenunterricht aller Altersstufen, Workshops und Elternseminare", sagt die passionierte Geigenspielerin. Schon dreijährige Kinder beginnen nach dieser Methode des japanischen Musikpädagogen mit der Ausbildung. "In Einzel- und Gruppenstunden können die Kleinen viel voneinander lernen, das Selbstwertgefühl wird gesteigert und die Motivation bleibt hoch", sagt Claudia Pick. Das kann sie im eigenen Haus bestens nachvollziehen: Ihre Söhne Michael (neun Jahre), Alexander (acht Jahre) und Florian (fünf Jahre) lernen bei ihrer Mutti Viola, Violine und Cello. Ebenso zwölf weitere Schüler, darunter fünf fünfjährige Kinder. "Aber auch eine 42-Jährige und ein 67-jähriger Schüler sind dabei, die einfach Freude haben und sich so weiterentwickeln", sagt Claudia Pick. "Man kann diese Art des Lernens auch als Therapie betrachten: Grob- und Feinmotorik werden verbessert, die Teamfähigkeit wird gesteigert, die Durchblutung im Hirn angeregt", weiß die Pädagogin. Und: "Durch das Medium Musik wird die allgemeine Persönlichkeitsentwicklung gefördert." Auch der frühe Unterrichtsbeginn mit drei Jahren, die fördernde Umwelt des Kindes, die Elternmitarbeit und der zweimalige Kontakt pro Woche sind wichtige Elemente der "Suzuki-Methode". Ehemann Udo: "Musik sollte auch in den Schulen wieder hochgefahren werden - es gibt so viele nützliche Effekte." Claudias Söhne äußern sich sehr positiv über die neue Lernmethode: "Ich habe einmal eine ganze Stunde mit dem Spielen durchgehalten." "Mir macht die Methode mehr Spaß", sagt Alexander, und auch Florian stimmt zu. Zum Instrument-Erlernen kommt auch das Spielerische: "Eine Pappgeige, eine Fußkarte, Fingerspiele und weitere Übungen sind Teil des Programms", sagt Claudia Pick. Einen interregionalen Workshop gibt es am 14. und 15. Oktober in Prüm mit renommierten Lehrern und vielen Schülern aus ganz Deutschland. Pick: "Es gibt Einzelunterricht, strenge Kriterien und natürlich Geselligkeit und Spaß". Der Kurs mit etwa 30 Kindern findet statt im Jugendgästehaus, sonntags ist ein Abschlusskonzert. Beginn ist am 15. Oktober um 14.45 Uhr in der Karolingerhalle. Der Eintritt ist frei.