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Ein Heim für Eifeler Katzen

BITBURG/WITTLICH/DAUN. Endstation Käfig: Neben Hunden landen auch Katzen in Tierheimen oder Privatherbergen, wenn sie niemand mehr haben möchte. Doch es gibt nicht genug solcher Unterkünfte, wie die Initiatoren des geplanten Eifel-Katzenheims finden. ARRAY(0x204f6a520)

Neben dem Trierer Tierheim gibt es kein zweites in der Region. Eine Gruppe engagierter Katzenfreunde der "Privaten Tierhilfe Wittlich-Daun" will das ändern: Sie fordert zumindest für Katzen ein zweites Heim in der Eifel. Die Tierschützer verweisen auf die ihrer Meinung nach hohe Zahl herrenloser Katzen, die sich im ländlichen Raum rasant vermehrten - was zu Elend und Not führe. Helfen könne hier die Kastration (der TV berichtete mehrfach). Anfang dieses Jahres machten die Katzenfreunde durch Übergabe einer Liste mit 5200 Unterschriften Druck auf die Landräte von Bernkastel-Wittlich und Daun. Mittlerweile betreibt ein Wittlicher Förderverein namens "Eifeltierheim e.V." die Gründung. Vorerst soll sich die Einrichtung auf Katzen beschränken. Wann das Projekt realisiert wird, ist aber noch offen. Was niemandem gehört, kann niemand verlieren

Die finanzielle Frage ist dabei entscheidend. Zumindest die Kreisverwaltungen halten sich zurück, Bitburg-Prüm etwa verweist auf eine jährliche Bezuschussung des Trierer Tierheims in Höhe von 350 Euro. Und Diane Lorig, Sprecherin des Kreises Daun, sagt, "angesichts der desolaten Situation und der geringen Fallzahlen" sehe man keinen Anlass für ein eigenes Tierheim auf Kreisebene. Triers Tierheim-Chef Andreas Lindig kritisiert, dass die öffentliche Hand maximal einen Teil der Kosten der Hundepflege trage, nicht aber den ebenso wichtigen Teil der Katzenbetreuung. Die Gemeinden als jeweilige Ordnungsbehörde sind für "Fundtiere" zuständig. In Trier fallen Katzen unter diese Kategorie und landen ebenso wie Hunde im Zewener Tierheim. Eine Pauschale (siehe Hintergrund) deckt die entsprechenden Kosten ab. In Wittlich heißt es, dass man Hunde "verlieren" könne. Sprecher Ulrich Jacoby erklärt: "Bei Katzen ist dies anders. Sie gelten, wenn sie herumlaufen, als herrenlos, haben also keinen Eigentümer. Deshalb kann sie auch keiner verlieren." Ergo können sie auch nicht "gefunden" werden. Für private Finder kann diese Haltung zum Problem werden: Wer eine herrenlose Katze findet und zur Pflege abgeben will, könnte auf den Kosten sitzen bleiben - er hätte das Tier schließlich nicht an sich nehmen müssen. In Daun werden Hunde bei einer Privatperson untergebracht und betreut, wie VG-Mitarbeiterin Uschi Klas berichtet. Katzen hingegen fänden zu ihren Eigentümern zurück, "wodurch es nur sehr selten zu Fundkatzen kommt". Das sieht Lindig anders: "Katzen stellen keine Gefahr für den Straßenverkehr dar, was die Behörden zum Anlass nehmen, sich nicht für sie zuständig zu fühlen." Zwar solle nicht jede Katze eingefangen und abgegeben werden. Aber wo die Tiere menschlicher Hilfe bedürften, sollte eine VG zumindest einen Teil der Kosten tragen.