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Ein Jäger aus Leidenschaft

Ein Jäger aus Leidenschaft

Die Begeisterung für die Jagd pflegt Kurt Alexander Michael schon seit Kindertagen. Heute geht er nicht nur selbst in den Wald, er setzt sich auch auf Kreis-, Landes- und Bundesebene für die Belange der Jäger ein. Dafür hat er kürzlich das Deutsche Bundesverdienstkreuz am Bande bekommen.

Ließem. "Ich bin leidenschaftlicher Jäger von Kindesbeinen an", sagt Kurt Alexander Michael, Präsident des Landesjagdverbandes und Vizepräsident im deutschen Jagdverband, gleich zu Anfang des Gesprächs in seinem mit vielen Jagdtrophäen geschmückten Bauernhaus. Dass das bis heute so geblieben ist, dafür hat Michael mehrere Erklärungen. Er fühle sich der Natur verbunden, habe Verantwortung gegenüber der heutigen Kulturlandschaft. Es sei aber auch die Spannung beim Jäger, die ihn fasziniere, sagt er. "Ich habe ein Ziel und bin bemüht, das zu erreichen", schildert er die Erwartungshaltung, wenn er sich in den Wald begibt. Das sei dann immer mit Hoffen und Spannung verbunden.
Während Michael schon früh mit der Jagd anfing, kam er erst im Alter von 40 Jahren dazu, sich auch für die Jägerschaft zu engagieren, zunächst auf Kreisebene, seit 1998 ist er Präsident des Landesjagdverbandes und Vizepräsident im deutschen Jagdverband. "Ich engagiere mich, weil ich Freude habe an der Jagd." Und dafür müsse er auch Verantwortung übernehmen. Dabei nennt der 65-Jährige Begriffe wie Waidgerechtigkeit und Anstand gegenüber Mensch, Tier und Umwelt. Dabei tritt er auch kämpferisch auf. Vor allem mit manchen Entscheidungen der Politik ist er nicht einverstanden und versucht hier Einfluss zu nehmen. Zum Beispiel die Verlängerung der Jagdzeiten kritisiert Michael hart. Das Wild müsse die Möglichkeit haben, für längere Zeit zur Ruhe zu kommen.
Auch die Eingrenzung von bestimmten Gebieten für unterschiedliche Wildarten hält er nicht für sinnvoll. "Viele sprechen von Ökologie, meinen aber Ökonomie", sagt Michael. Es gehe letztendlich immer nur ums Geld.
Zu seinem Engagement bei der Jägerschaft gehört es auch, dass er auf verschiedene Pflichten pocht. So müsse jeder Jäger regelmäßig auf den Schießstand, damit er im Ernstfall auch richtig treffe und das Wild nicht nur verletzt wird. Weiterbildung sei unerlässlich. Ein Beispiel seien die Hygieneverordnungen, die sich stark verändert haben.
Aber auch alte Jagdtraditionen schätzt Michael. Zum Beispiel die Jagdsignale, um - wie er sagt - das geschossene Wild zu ehren.
Die Jagdleidenschaft, die er schon von seinem Vater erlernt hat, konnte Michael an seine zwei Töchter nicht weitergeben. Der Jäger ist bereits seit 35 Jahren verheiratet. Sein Beruf ist Bankkaufmann. Vor einigen Jahren hat er sich selbstständig gemacht und berät Versicherungen und Privatpersonen.
Die Anerkennung durch das Bundesverdienstkreuz will er nicht für sich allein in Anspruch nehmen. "Die große Arbeit wird unten gemacht", lobt er seine Mitstreiter.
Extra

Viele Menschen meinen, dass Jäger nur in den Wald gehen, um Tiere totzuschießen. Das ist aber nicht so. Jäger wollen auch die Natur schützen. Dazu gehört, dass nur so viele Tiere im Wald leben, wie dort auch Nahrung finden können. Wenn es zum Beispiel zu viele Wildschweine gibt, dann finden die irgendwann nicht mehr so viel Futter. Dann gehen sie in die Felder und zerstören das, was die Bauern da angepflanzt haben. Deshalb versuchen die Jäger immer dafür zu sorgen, dass es nicht zu viele Wildschweine gibt. Das hört sich vielleicht schlimm an, aber für den Wald ist das besser. Und für die Bauern natürlich auch.noj