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Ein Jahr erfolgreiche Hilfe für schwerkranke Menschen durch die SAPV Westeifel

Beistand in schweren Zeiten : Ein Jahr erfolgreiche Hilfe für schwerkranke Menschen

Das Team der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung ist seit Juli 2019 in Trägerschaft des Caritasverbands Westeifel und mit Sitz am St.-Joseph-Krankenhaus Prüm im Einsatz. Die Koordinatorin Regina Fromme schaut auf das erste Jahr zurück.

(red) Wenn Regina Fromme das erste Jahr der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) Westeifel als „sehr schön und sehr erfolgreich“ bezeichnet, mag das auf den ersten Blick stutzig machen. Wie kann ein Dienst für Menschen, die eine unheilbare, weit fortgeschrittene Krankheit mit verkürzter Lebensdauer haben und in ihrer vertrauten Umgebung versorgt werden möchten, „sehr schön und sehr erfolgreich“ sein, mag man sich fragen. „Doch genauso ist es“, sagt die Koordinatorin, die an der Seite der koordinierenden Ärztin Dr. Gabriella Rose im Team mit Ärzten und Pflegefachkräften (siehe Info)  tätig ist. „Wir selbst empfinden es so, und im Abschlussgespräch mit den Angehörigen spiegelt es sich ebenfalls wider“, erklärt Regina Fromme. Und betont: „Menschen zur Seite zu stehen, die bewusst das letzte Stück ihres Lebenswegs zu Hause mit Familie, Angehörigen und Freunden gehen möchten, ihnen ihre Hilflosigkeit zu nehmen und ihnen Unterstützung und gute Worte zu geben, ist in der Tat eine sehr schöne Aufgabe.“

Die SAPV Westeifel setzt sich ein für schwerstkranke Menschen in den Landkreisen Bitburg-Prüm und Vulkaneifel sowie in der Verbandsgemeinde Ulmen. Sehr erfolgreich ist die SAPV Westeifel wie der Blick auf die Versorgungszahlen belegt. Im ersten Jahr wurden insgesamt etwa 200 Patienten begleitet; ungefähr 80 weitere wurden beraten, doch kam eine Begleitung aus unterschiedlichen Gründen nicht zustande.

Ob die Erhöhung der Fallzahlen seit April 2020 (bis dahin waren im Durchschnitt 15 bis 20 in der Versorgung, seither sind es 20 bis 25) coronabedingt ist, weiß Regina Fromme nicht. „Es kann auch sein, dass unser Dienst immer bekannter und immer mehr akzeptiert wird“, meint sie. Und räumt gleichzeitig ein: „Es wissen immer noch viel zu wenig Betroffene Bescheid.“

Diese Erfahrung machten allerdings auch SAPV-Teams, die seit zehn Jahren tätig seien, erzählt Regina Fromme, die an bundesweiten Treffen und Weiterbildungen von Koordinatoren teilnimmt. Das Bestreben der SAPV Westeifel sei, die personellen ärztlichen und pflegerischen Ressourcen weiter auszubauen.

   Den Erstkontakt stellen üblicherweise der Patient selbst, ein Angehöriger, ein Arzt oder ein Pflegedienstmitarbeiter her. Hat ein Haus-, Fach- oder Klinikarzt die SAPV verordnet, übernehmen die Krankenkassen die Kosten, und es erfolgt ein Besuch zuhause oder in einer Pflegeeinrichtung. Ein individuelles Behandlungskonzept und ein Notfallplan werden erstellt. Die pflegerische und ärztliche Versorgung vor allem beim Erkennen, Behandeln und Lindern vorhandener Symptome wie Schmerzen, Angst, Atemnot, Erbrechen, Fieber, Krampfanfälle erfolgt über die 24-Stunden-Rufbereitschaft.

Die Zusammenarbeit mit den Hausärzten, die in den meisten Fällen die Verordnung ausstellten, sei sehr gut, betont Regina Fromme.