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Ein Kloster für den Eifeler Landadel

Ein Kloster für den Eifeler Landadel

Benediktiner haben einst das Kloster Niederprüm gegründet. Während der napoleonischen Besatzungszeit wurde es säkularisiert und ging an Industrielle. Seit 90 Jahren leben die Vinzentiner in den alten Gemäuern im tal der Prüm.

Niederprüm. (me) "Schon ewig" gibt es das Kloster in Niederprüm, in dem seit 90 Jahren die Vinzentiner leben und arbeiten. Im Laufe der Zeit haben die alten Mauern viele Gesichter gesehen - angefangen bei den Benediktinerinnen, über Privatbesitzer, bis hin zu den Vinzentinern.

Bayern gründen die Abtei im Prümtal



"Wenn man durch den Hochwald der Prümer Held hinunterwandert bis zum "Grünen Sitz", erblickt man zur Linken ein freundlich Landschaftsbild. Dort unten im Tale der Prüm, malerisch gebettet zwischen den sanften Berglehnen des Flüsschens, umgeben von Wiesen und Obstgärten, liegt das Dörfchen Niederprüm. Aus des Dörfleins Mitte ragt ein barocker Kirchturm hervor, an dem sich weitläufige Klostergebäude anschmiegen; das Ganze ist von einem Mauerring eingeschlossen. Wir haben das ehemalige adelige Benediktinerinnenkloster Niederprüm vor uns." So beschreibt ein Besucher in der Vergangenheit das heutige Vinzentinerkloster.

Die Gründung der Abtei Niederprüm ist nahezu ein Mythos. Alles beginnt im Jahr 1189. Das Kloster Sophies von Vianden in Bayern ist einem Brand zum Opfer gefallen. Sie flieht mit einigen Mitschwestern zu ihrem Cousin, dem Prümer Abt Gerhard von Vianden, der ihnen das Hofgut des Prümer Klosters in Niederprüm überschreibt. Mit Schenkungen und der "freiwilligen Mitgift", die die wohlhabenden in das Konvent eintretenden Frauen mitbringen, ist das Benediktinerinnenkloster materiell gut abgesichert. Es wird zum "Kloster für die Eifeler Landadeligen".

Schwestern müssen aus Kloster fliehen



Fast 700 Jahre leben und arbeiten die Benediktinerinnen in der malerisch gelegenen Abtei, doch mit dem Einmarsch der Franzosen 1802 müssen die frommen Schwestern fliehen. Die Säkularisierung hinterlässt ihre Spuren. Das Kloster wird verkauft und bleibt bis 1920 im privaten Besitz einer Lederfabrikantenfamilie.

"Lange haben die Klostergebäude leer gestanden und verfielen allmählich, bis wieder neues Leben einzog in das alte Kloster. Das war im Jahre 1920. Da zogen die Söhne des heiligen Vinzenz von Paul in die hier ein, gründeten eine Studienanstalt für den Nachwuchs ihres Ordens und errichteten neben dem alten Klosterbau einen stattlichen Neubau, der Schul- und Kirchenzwecken dient. So ist wieder neues Leben an der alten Klosterstätte erblüht", vermerkt der Chronist des Klosters Niederprüm.

Fünf Jahre lang dauerte der Auf- und Umbau der verfallenen Klostergebäude. Die Vinzentiner richten eigens eine Schreinerei ein, in der sie Stühle, Tische und anderes Inventar für die Missionsschule und das Internat herstellen.

1925 ist es dann endlich so weit: Für den ersten Jahrgang mit damals nur 18 Schülern beginnt die Gymnasialzeit in Niederprüm.