Ein Leben für die Wurst
50 Jahre ist er Meister seines Fachs: Eugen Pitsch aus Speicher hat den goldenen Meisterbrief im Metzgerhandwerk bekommen. Auch weit über das Rentenalter hinaus arbeitet er im Betrieb seines Sohnes mit.
Speicher. Ruhestand ist für Eugen Pitsch aus Speicher ein Fremdwort. "Das liegt mir gar nicht", sagt der 72-Jährige, der mit 14 Jahren im Betrieb des Vaters das Metzgerhandwerk erlernte. Und das hat in der Familie Pitsch Tradition.
Bereits 1898 gab es in der Bahnhofstraße in Speicher eine Genehmigung für eine Schlachtstätte. Aber schon viele Jahre vorher haben die Ahnen vom Metzgerberuf gelebt, und die hießen alle "Adam oder Matthias", weiß Ehefrau Marlene Pitsch, die 1963 in den Betrieb einheiratete und vom ersten Tag an mithalf.
Mit 22 Jahren legte Eugen Pitsch die Meisterprüfüng im Fleischerhandwerk ab und übernahm wenige Jahre später den Betrieb. Erinnerungen an frühere magere Jahre nach dem Krieg werden wach, aber auch an den Aufschwung in den 60er Jahren. "Der Flugplatz Spangdahlem brachte Geld ins Dorf. Die Leute hatten Arbeit und konnten entsprechend ausgeben", sagt Pitsch. Damals gehörte auch noch eine Gaststätte zum Familienbetrieb. Heute hat Sohn Axel Pitsch das Sagen.
Das seltene Ereignis musste natürlich gefeiert werden. Am Herbstmarkt gab es ein großes Fest mit ehemaligen Lehrlingen der Firma Pitsch, vielen Freunden und Gästen aus Handwerk und Politik. Und eine Tombola mit attraktiven Preisen erbrachte 1 300 Euro. Die spendete die Metzgerei Pitsch je zur Hälfte an das Vinzenz-Haus in Speicher und an die Bitburger Tafel.