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Designer in der Eifel: Ein Maar voller Mode-Ideen

Designer in der Eifel : Ein Maar voller Mode-Ideen

Sie hat sich mit hochwertiger Mode in einem ungewöhnlichen Kontext einen Namen gemacht und hat ihren Hauptsitz in Schalkenmehren in der Eifel. Jetzt hat sie eine Hochzeitsmesse in Daun geplant.

Wenn Angelika Hirschler über ihren Beruf als Modedesignerin spricht, strahlt sie über das ganze Gesicht. Was als klassische Ausbildung zur Schneiderin für Damen- und Herrenmode begann, ist heute ein erfolgreiches Unternehmen unter dem Namen Angelika Hirschler tailormade. Ursprünglich kommt sie aus Neroth bei Daun, für ihre Ausbildung zog sie nach Trier. Ihre Gesellenjahre verbrachte sie in Mainz, Köln und Frankfurt.

Die Anfänge: Mit der Zeit hat sich die 48-jährige Designerin auf elegante Braut- und Abendmode spezialisiert. Nachdem sie sich 1996 in Trier selbstständig gemacht hatte, war sie eine „ausgesourcte Subunternehmerin“ bei Sinn&Leffers in Trier. Mit der Zeit kamen immer mehr Anfragen – zuerst aus Trier, dann auch aus Luxemburg – wodurch sie sich einen Ruf mit kreativen Kleidern machte. In ihrer Laufbahn hat sie insgesamt 17 Lehrlinge ausgebildet – die erste Auszubildende von 1997 war sogar Designerin bei Jack Wolfskin.

Als die Nachfragen nach iherer Mode immer mehr über die Region hinausgingen und sie trotzdem immer noch an ihr Ladenlokal in Trier gebunden war, entschied sie sich, ihren Handwerksbetrieb zu einer Modemarke zu machen. Nach einiger Zeit kam die Frage auf: Wohin mit dem Geschäft? Gegen Berlin hat sie sich bewusst entschieden – unter anderem, weil dort schon alle waren, wie sie sagt. Nun hat sie ihren Shop in der Eifel, in Schalkenmehren.

Die Eifel: In Schalkenmehren zu arbeiten, hat für die Designerin viele Vorteile. Dort sei für sie kreatives Arbeiten besonders gut möglich, was vor allem am Maar liege. „Das Maar strahlt Kreativität auf mich aus“, sagt sie. Auch nach drei Jahren sei dieser Flecken Erde noch ein magischer Ort für sie. Und: Bei einer Runde um das Maar kommen ihr die besten Ideen, wie sie erzählt. „Die kommen mir bei einem Spaziergang rund um das Maar und beim Blick aufs Wasser. Der inspiriert mich.“ Auch die Idee für die kommende Hochzeitsmesse entstand dort. Aber dazu später.

Ein Vorteil in Schalkenmehren: Laut Angelika Hirschler kommen durch den Tourismus viele Menschen in den Ort, zum Beispiel wegen des Eifelsteigs oder des Maares. Daher könne sie in Schalkenmehren ihren Kunden mehr bieten als nur eine entspannte Anprobe. Denn wenn Kunden kommen, könne sie ihnen das Maar, bestimmte Restaurants und zudem Erholung bieten, erzählt sie.

In der Eifel zu arbeiten habe aber nicht nur für sie selbst Vorteile, wie sie erzählt. Ihrer Erfahrung nach seien Kunden in einer Stadt oft übersättigt und reizüberflutet. In Schalkenmehren könne sie die Kunden im Ort mit Entspannung geradezu überraschen. Und außerdem: „Besondere Produkte brauchen besondere Orte.“ In Schalkenmehren sieht sie den perfekten Rahmen für Brautkleider. Wer zu ihr fährt, um das Kleid anzuprobieren, komme, um das in Ruhe zu machen.

Nachdem sie in Trier viel Stress hatte, arbeite sie in dem Eifelort viel entspannter, sagt sie. Von Montag bis Freitag könne sie in Ruhe arbeiten, die Samstage verbringe sie meist in Koblenz. Und das ganz ohne Telefonklingeln. Die Kommunikation mit Bräuten funktioniere vor allem über den Nachrichtendienst WhatsApp. „Das ist ganz praktisch, da man da ja gut Fotos verschicken kann.“ Mit Hilfe der Bilder sei es möglich, die Accessoires und Schuhe abzustimmen, da das Kleid ja bei ihr im Geschäft und nicht bei den zukünftigen Bräuten zu Hause sei. Und noch immer verbringe sie jeden Tag an der Nähmaschine, wie sie erzählt. Sie brauche auch nach all den Jahren den kreativen Prozess.

Ihr Beruf: Wird ein Kleid maßgeschneidert, fertigt sie es selbst an – vom Konzept bis zum fertigen Kleid. Werden Kleider aber mehrfach produziert, lässt sie diese in Hamburg und Niederbayern fertigen. Ihr Anspruch: Es soll in Deutschland hergestellt werden.

Als Designerin hat sie vor allem ein Ziel: „Jede Frau soll an ihrem Hochzeitstag schön aussehen.“ Das bedeutet, die Vorzüge jeder einzelnen Frau sollen hervorgehoben werden. Dafür hat sie sich in den sozialen Netzwerken auch einen Hashtag ausgedacht, den sie dort nun immer verwendet: #dennjedeFrauistschön. Zwar sind maßangefertigte Kleider nicht immer günstig, sie will aber auch für kleinere Budgets besondere Kleider entwerfen. Dazu sollen Bräute einfach anfragen. Was möglich ist, werde gemacht.Ganz wichtig ist es ihr außerdem, ihre handwerklichen Wurzeln nicht zu verlieren: „Ich brauche die Basis und Erdung.“ Zudem hat sie vor, sich langfristig in der Eifel zu etablieren, aber den Draht zur Modewelt halten.

Fashion Week: Sich selbst und auch Schalkenmehren habe sie vor allem mit Hilfe von sozialen Netzwerken bekannter gemacht, erzählt sie. Und auf diesem Weg wurde auch die Landesregierung von Rheinland-Pflaz auf sie aufmerksam. „Und eines Tages stand die Staatssekretärin vor meiner Tür“, erinnert sich die Designerin und lacht. Ihre Eintrittskarte zur Berliner Fashionweek 2018. Und auch dort war es ihr wichtig, unverfälscht zu sein: Die Models, die dort über den Laufsteg liefen und ihre Mode präsentierten, kamen aus Rheinland-Pfalz.

Die Hochzeitsmesse: Neben der Kollektion steht nun auch noch ein anderes Projekt an: eine Hochzeitsmesse. Am Sonntag, 3. Februar, präsentieren lokale und regionale Unternehmen im Forum Daun alles rund ums Thema Hochzeit. „Wir bekommen wunderbare Resonanz“, sagt Angelika Hirschler.

Zwar sei es ein Pilotprojekt, aber sie habe den Mut gehabt, es zusammen mit drei anderen Organisatoren zu organisieren. Bei der Messe ist pro Genre nur ein Aussteller vertreten. Und das mit Absicht, denn die Modedesignerin hat die Erfahrung gemacht, dass bei anderen Messen die Besucher durchrauschen. In Daun aber wollen sie sich Zeit nehmen für Beratung und für Informationen. Das Gespräch und individueller Service sind ihnen wichtig. „Es wird eine kleine, feine Hochzeitsmesse. Teilweise laufen auch wieder die gleichen Models wie bei der Fashionweek“, sagt sie.

Auf der Hochzeitsmesse wird sie einen Querschnitt zeigen. Zwölf Kleider hat sie im Gepäck, darunter Mode für das Standesamt, die Gäste sowie klassisch und modern. Zudem bietet sie wertvolle Infos für Gäste sowie nützliches Wissen und Information, unter anderem auch zu verschiedenen Begriffen.

Alles wird zu Events: In der aktuellen Modewelt sieht die Designerin ein Problem: Heute seien die Vorbereitungen zur Hochzeit zu Events geworden. Das Brautkleid aussuchen, Junggesellenabschiede, die Brautfrisur, die Fotos, die Kleider der Brautjungfern, das Auswählen der Location. Dementsprechend ist das Angebot größer geworden und somit haben auch die Dienstleister vor einer Hochzeit mehr zu tun. „Im Schnitt braucht die Organisation einer Hochzeit acht Wochenenden“, weiß Angelika Hirschler. Somit sei es praktisch, alles in der Nähe zu haben. Denn bei Erledigungstouren seien die Leute oft gestresst und müssten also Prioritäten setzen.

Zwar hat das Regionale für sie 2019 Priorität – trotzdem will sie die Modewelt im Auge behalten. Alles kommt dabei aber nicht für sie in Frage. Die Fashionweek in Paris hat sie dankend abgelehnt: „Das hat nicht in mein Konzept gepasst.“