Ein Mann für die Wappen im Kreis

Ein Mann für die Wappen im Kreis

Der "Kreisheraldiker" Christian Credner ist im Raum Bitburg/Prüm ein gefragter Mann. Bis zum Jahre 2000 war er als niedergelassener Arzt und Kardiologe in Mönchengladbach tätig. Um "die Zeit nach der Medizin" zu genießen, zog er mit Ehefrau Hannelore in die von beiden geliebte Eifel.

Lambertsberg. (KA) Offenbar aber hat der Herzdoktor a.D. vom beschaulichen Dasein eines Ruheständlers seine eigenen Vorstellungen. Kaum in der Eifel, startet er ein vielfältiges, kulturhistorisches Rundum-Engagement. Zu seinen Hauptaktivitäten zählt die Kommunalheraldik, also die Erstellung von Gemeindewappen - von der Planung bis zum Genehmigungsverfahren.

Es begann 2003 in Lambertsberg. Die Gemeinde wollte ein Wappen. Edith Ritter hatte es entworfen. Doch wie es weitergehen sollte, wusste niemand so genau. Kurzerhand beauftragte man Ex-Mediziner Christian Credner, Mitglied des Fördervereins, ("Du hast studiert, du musst das können"), alles zu "organisieren". Und Credner konnte es. Sein Interesse für die Heraldik war geweckt.

"Aber ein Berg von Arbeit wartete auf mich", erinnert sich Credner, "galt es doch, umfangreiche heraldische Regeln und Literatur eingehend zu durchforsten, andere Wappenautoren über die Technik und wichtigsten Vorgaben der Wappenerstellung zu befragen sowie Wappenbegründung und Blasonierung (heraldische Beschreibung) zu beherrschen". Zudem seien immer wieder Museumsbesuche erforderlich gewesen sowie stundenlanges Stöbern in Stadtbibliotheken und Archiven, Entziffern von Ortschroniken und Ausflüge in die Archäologie.

"Sehr aufwendig, aber auch sehr interessant", befindet Credner. Was er in wenigen Jahren bewirkt hat, kann sich sehen lassen. Im Kreis Bitburg-Prüm schmücken sich bereits 18 Gemeinden mit einem Credner-Wappen. Für Landrat Roger Graef war es Grund genug, Credner zum "Kreisheraldiker" zu ernennen. Das "Blaue Telefonbauch" stellt in seiner Übersicht der einzelnen Verbandsgemeinden jedem wappenführenden Ort sein zugehöriges Wappen voran. Alles Wissenswerte über Wappen-Erstellung findet sich in Credners Broschüre "Kommunalheraldik für den Eifelkreis Bitburg-Prüm".

Was kostet ein Wappen? Rasch kommen vier- bis fünfstellige Beträge zusammen. Für kleine Gemeinden nahezu unerschwinglich. Weil Credner seine Aktivitäten ehrenamtlich betreibt, hatte er bisher für Gotteslohn gearbeitet. Doch angesichts der weitverbreiteten Meinung "was nichts kostet, taugt auch nichts" nimmt er inzwischen, eher symbolisch, 200 Euro pro Wappen. Das Geld kommt kulturhistorischen Projekten in der Region wie "Waleswilere" in Waxweiler zugute.

Interessenten können unter Telefon 06554/935005 und E-Mail: h.c.credner@t-online.de Kontakt aufnehmen.Extra Aktueller Stand der wappenführenden Gemeinden in den Verbandsgemeinden des Kreises Bitburg-Prüm: Arzfeld - 19 von 43 Gemeinden, Bitburg-Land - alle 53 Gemeinden, Irrel - alle 17 Gemeinden, Kyllburg - 20 von 21 Gemeinden, Neuerburg - 20 von 49 Gemeinden, Prüm - 23 von 44 Gemeinden, Speicher - alle neun Gemeinden. Folgende Gemeindewappen stammen von Credner: Dackscheid, Großkampenberg, Hargarten, Irrhausen, Krautscheid, Lambertsberg, Lauperath, Manderscheid, Mauel, Mützenich, Oberlauch, Oberpierscheid, Orlenbach, Plütscheid, Schwirzheim, Weinsheim, Kesfeld, Pintesfeld.