Ein Mann packt's an

Posten wieder besetzt: Nach mehr als einem Jahr ohne Ortsbürgermeister hat Schüller im Oberen Kylltal wieder einen Mann an der Spitze. Der parteilose Guido Heinzen wurde in der konstituierenden Sitzung des Ortsgemeinderats ins Amt gewählt.

Schüller. Ein Jahr ohne Bürgermeister: Lange hatte man in Schüller nach einem Nachfolger für Gerd Wessels (SPD) gesucht, der im Juni 2008 nach nur einem Jahr im Amt zurückgetreten war (der TV berichtete).

Bis zu den Kommunalwahlen am 7. Juni war noch kein Kandidat gefunden. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert: Guido Heinzen, Mitglied des neu gewählten Ortsgemeinderats, stellte sich in der konstituierenden Sitzung zur Wahl.

"Wenn man mit einer Situation nicht zufrieden ist, dann hat man zwei Möglichkeiten", sagt Heinzen im Gespräch mit dem TV. "Man nimmt sie hin, wie sie ist, oder man versucht sie zu verbessern." Außerdem habe man in Schüller letztlich nicht gewollt, "dass wir von der Verwaltung verwaltet werden", sagt Heinzen.

Deshalb habe er kandidiert. Ergebnis: Von den acht Ratsmitgliedern (in Schüller gibt es keine Parteilisten) stimmten bei einer Enthaltung fünf für Heinzen, zwei votierten gegen den 46-jährigen Oberstabsfeldwebel der Bundeswehr, der bei der Diensthundeschule in Ulmen eine Ausbildungsklasse leitet. Zum ersten Beigeordneten wählte der Rat Peter Pfeil, zweite Beigeordnete wurde Waltraud Pfeil. Heinzen ist damit der dritte Schüllerer Ortsbürgermeister in weniger als drei Jahren, denn Wessels' Vorgänger Stefan Bungartz war Ende 2006 ebenfalls vor Ablauf der Amtszeit zurückgetreten. Kein einfacher Posten also? "Ich gehe davon aus, dass ich es auch nicht leicht haben werde. Aber so ist das im Leben. Ich sehe mich jedenfalls gewappnet, die Dinge anzugehen."

Vorrangig will Heinzen dabei die Verbesserung des Ortsbilds in Angriff nehmen. Besonders liege ihm außerdem die Jugendarbeit am Herzen, sagt er. Aber auch die Senioren sollen nicht zu kurz kommen. "Wir sind ja in Schüller vom Durchschnitt alle recht alt, da ist also etwas zu tun."

Die beiden Gegenstimmen im Rat scheinen ihm keine Probleme zu bereiten: "Letztendlich ist das Demokratie", sagt Heinzen. "Dass man nicht nur Fürsprecher haben kann, damit muss man leben. Aber das ist ja auch eine Herausforderung. Ich habe damit keine Probleme."